Freitag, 20. Februar 2009

Regen in Kamakura, Daibutsu

Achtung, Bilderüberladen und Videoreich! *lach*

Der Tag begann regnerisch um 10 Uhr in Yokohama, sodass wir uns auf dem Weg dahin erstmal mit einem Regenschirm eingedeckt haben... und hinschwommen. Wenn es hier regnet, dann richtig!
In Yokohama kamen wir wie immer viel zu früh an, der Strom floss in unsere Richtung, aber Narumi war noch früher da und sammelte uns sogleich ein. Manchmal frage ich mich, ob die Japaner n Radar eingebaut haben, das losgeht, wenn wir aus dem Wohnheim purzeln...

In Kamakura trafen wir noch auf Keishiro und zockelten dann im Regen los >_<>_< style="text-align: center;">Gruppenbild, trotz Regen gute Laune!
V.l.n.r.: Annika, Nami, shu, Erik, Narumi - Keishiro schießt Foto

Trotz des Regens war der schön und man konnte sich sogar eine kleine Sammlung Geschichtsträchtiger Güter anschauen, die da so rumstanden. Natürlich nur, wenn man vorher eine kleine Spende entrichtet... *lach* In dem Schrein erklärte mir Narumi, dass die dort arbeitenden Mikos (die Schrein-Dienerinnen sozusagen) oft nur als Nebenjob dort arbeiten. Also so frei nach dem Motto: McDoof hat mich nicht genommen, geh ich also in den nächsten Schrein. Tatsächlich suchen die auch per Zeitungsanzeige >_>
Keishiro erklärte mir, warum dort so viele Grund- und Mittelschüler rumturnten. Die müssen dort in regelmäßigen Abständen wohl hin, die Grundschüler jedenfalls in der 3. und 6. Klasse. Das fand ich mal interessant!
Ein Wunsch von den Wunschschildchen (siehe Meijischrein) kam dann wohl auch von einem Grundschüler.

"Wenn ich groß bin, möchte ich ein Fußballspieler sein"

Danach - uns war kalt und wir waren hungrig - wollten wir essen. Narumi war schon die ganze Zeit am Telefonieren, um sich einen Ortskundigen herzuholen. Dass heute nur Narumi udn Keishiro da waren, konnte ich ihnen auch nicht verübeln - bei dem Wetter!
Jedenfalls tauchte dann Gennai auf (ich hoffe, er hieß so! Irgendwie hab ich den Namen nur noch halb im Kopf - das Ende stimmt xD), der sich ein wenig besser auskannte. Und dann erkannte ich auch das Problem. Wir rannten durch kamakura, um einen Ort zu finden, wo man zu normalen Preisen essen konnte und nicht 2000 Yen für ein Mittagsmenü hinblättern musste...
Gefunden haben wir dann auch was. Aber WAS!!! Es gab... Yaki-Udon. Und NUR das. Servierer war ein alter Mann, geschätzte 75+, der so zitterte, dass wir dachten: Ehe der Tee bei uns steht, hat er ihn über uns geschüttet. Natürlich war er auch nicht soooo schnell... Nee, eher langsam.


Warten aufs Essen.
V.l.n.r.: Keishiro, Erik, Gennai, Narumi, Shu, Annika

Aber das war okay, das Essen, was seine nicht grade jüngere Frau zubereitete - übrigens beide in Kimonos gehüllt - war jedenfalls lecker. Vor allem Keishiro hatte Sorge, dass das Servieren irgendwie danebenging (übrigens hatte Keishiro ne Jacke mit der Aufschrift "Deutschland" an, was uns alle sehr freute) und half tatkräftig mit. Beim Essen zeigte er nebenbei auch gleich, wie man seine Stäbchen hinlegt, wenn man fertig ist, was weder Narumi noch Gentai wussten...

Dort im ersten Stock aßen wir. Keishiro hat sich wieder auf das Foto geschlichen

Hätte ich gewusst, was mich nach dem Essen erwartet, hätte ich Erik nicht die Hälfte meiner Portion gegeben! Erst ging es durch halb Kamakura, dann einen Berg hoch zu einem Schrein. In Kamakura haben wir interessante Schilder gefunden und Erik hatte ein Problem mit den Toris... xD

Inklusive Rechtschreibfehler war die Freude trotzdem groß

*gatang* Erik! Benimm dich!

Im Berg-Schrein wurden auch Souvenirs gekauft *lach* Die Souvenirfrauen waren total nett! Als wir dort kauften und sagten, wir kämen aus Deutschland udn lernen grade Japanisch, haben sie sich mit uns unterhalten. Und, mein Gott, wie stolz waren wir, dass wir andere als unsere japanischen Betreuer verstanden! Oooooh, toll!!
Keishiro ist übriegens ein netter Kerl, mit dem man gut reden kann ^^ Am Anfang etwas schweigsamer Kerl, aber wenn man ihn anspricht, dann ist er total nett! Neben Shinobu scheint auch er also eine Intelligenzbestie zu sein, immerhin wusste er, wie man das mit den Schrein und den Schöpflösseln macht, was dann auch wieder alle nachmachten. Gennai und ich aber nicht... uns war kalt und das Wasser hatte auch nicht grade Whirpooltemperatur... Beim Kamakura-Buddha zeigte sich dann, dass aber auch Gennai nicht so genau wusste, dass man sich auch noch den Mund ausspülen sollte, da durfte ich ihn erinnern... man bedenke, eine gaijin (Ausländer/in) wie ich... xD


Interessant, wie Ausländer das so machen, was?

Jeder Japaner, der was auf sich hält, scheint schon mal in Deutschland gewesen zu sein. Ob nun eine Frau, die japanische Süßigkeiten verkauft (die ich übrigens nicht sonderlich mag) oder die Schreinfrau alias Miko *lach*
Übrigens, so werden kleine Glücks-zaubersprüche gesegnet, damit sie Wirkung haben!

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Bevor wir diese jedoch gekauft haben, betrieben wir erstmal Geldwäsche. Narumi hat uns gezeigt wie sowas geht.

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Auch diverse andere Dinge wollen erstmal gemacht sein, bevor man einen Schrein betritt. Wir haben alle sehr interessiert zugesehen. Ich denke, ihr solltet auch was für eure Bildung tun und euch die Videos ansehen :D

Hätten wir gewusst, was wir für einen ... interessante... Weg zum Daibutsu-Buddha einschlugen, hätten wir genau JETZT wieder Kehrt gemacht. Aber wir wussten es nicht. Wenigstens regnete es seit dem Mittagessen nicht mehr.
Es ging aber über eine abenteuerliche Route durch den Wald, aufgeweichte Wege mit "naturnahen Treppenstufen". Also einfach nur Wurzeln, die die Erde treppenartig festhielten. HILFE!


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Meine Schuhe sehen aus T_T
Auf dem Weg dahin gabelten wir noch eine verirrte Australierin auf, die sich total verlaufen hatte und genau im Nirgendwo zwischen zwei Bahnhaltestellen war. Sie war nett, ein wenig seltsam und konnte - wie so viele Menschen aus englischsprachigen Ländern - auch nur Englisch... Es wurde also ein Mischmasch aus mal Deutsch, mal Englisch, mal Japanisch gesprochen @__@

Rechts Steff, die wir unterwegs aufgegabelt haben

Nach unserer gefühlten 5 stündigen, in Wahrheit wohl nur einstündigen Tour durch den Berg-Wald waren wir auch endlich beim Daibutsu Buddha angekommen. Puuuh!
Durften mal wieder 200 Yen Eintritt bezahlen, dafür dass wir ihn anbeten durften... *hust* ¬.¬

Jedenfalls aßen wir erstmal n Eis, versuchten erfolglos unsere Schuhe in einer Pfütze sauber zu machen und beteten dann den Buddha an. Habt ihr schonmal so große Schuhe gesehen???
Nicht?
Naja, dann habt ihr sie sicher nicht da hängen lassen...

Buddhaschuhe

Geschafft von der heutigen Wandertour schauten wir uns das Meer an, was in Kamakura direkt vor der Haustür ist. Und das nicht zu tun, wäre eine Schande, wenn man schomal da ist.Vorher haben wir allerdings noch Souvenirshops abgeklappert und mal wieder festgestellt, dass die Dinger echt schweineteuer sind... >_>

Gut, so berauschend sah das Meer dann doch nicht aus, Nordsee eben.
Ich hab dann noch gefragt, ob es Ebbe und Flut auch in Kamakura gibt. Nami meinte "neee", doch als wir erklärt haben, was das ist (wer kennt schon die japanischen Wörter dafür??), meinte narumi, dass es das schon gäbe. Da waren wir dann doch ein wenig baff.
Selbstvergessen taumelten wir dann am Sandstrad herum, während die Japaner ein wenig abseits standen und sich sicher dachten: Die spinnen, die Deutschen!

Nami am Strand:
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Müde und geschafft machten wir uns auf den Heimweg und kamen auch eine Stunde später als sonst zurück. Erik assimilierte sich wieder super auf der Rückfahrt und schlief.

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