Mittwoch, 24. Februar 2010

Februar - von Disneyland bis Sapporo

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Am 4. Februar bin ich also zum ersten Mal nach Disney Land. Mit Mariko habe ich ja schon Disney Sea gesehen, als wir mit dem "Pärchen Pass" (obwohl wir keins sind ^.~) uns die Shows ansahen. Mariko kannte sich super aus und wusste, wo es das Beste vom Besten zu sehen gab. Da diesmal kein so super guide dabei war, brauchten wir mehr Zeit und sind deswegen schon früh hin. Der ursprüngliche Plan war ja, dass wir um 10 da sind und sämtliche Fast-Pässe (schnelleres Eintreten in einige Achterbahnen) abgrasen. Dank angeborener "asa ga yowai" (zu Deutsch in etwa: Habs nicht so mit dem Morgen)-Sache sind wir aber erst um 11 angekomen. Macht ja nichts, sind wir mal flexibel.

Als erstes schauten wir mal bei der Monster AG Attraktion vorbei um danach "Minni oh Minni" als Musical sehen.
Dieser Schnappschuss von Donald war aber leider das beste, was ich bekommen habe. Dafür war es um so genialer, Freiluft, super Tanz und mal wieder eine Japanerin und ein Ausländer (männlich) als Sänger-Duo auf der Bühne...



Danach trafen wir auf King Louie und Balu aus dem Dschungelbuch, die es sich nicht nehmen lassen haben, der Ausländerin zwischen all den Kindern ein Foto zu geben ^.~ Balu entführte mich und King Louie posierte.

Einige Shows und einige Atraktionen später stießen wir auf das bekannte Disney-Schloss, die Nachbildung von Schloss Neuschwanstein. Vielleicht sind ja die Japaner deswegen so verrückt danach.


Innerhalb der Hallen gab es eine kleine Glasbläserei mit Disney aus Glas - und mit Detailverliebtheit, die seinesgleichen suchte.
Dazu sah man Aschenputtel/Cinderella-Moasike an den Wänden.


Die Bootstour von Huckleberry Finn/Tom Sawyer sollte man erst am Abend machen, dann sieht alles am besten aus. Okay, wenn man auf solche Art von Beleuchtung steht, denn die Rehe für die Story im Wald waren ein wenig dunkel.

Und am Abend, da gab es die Lichterparade, für die allein es sich schon lohnt, hinzugehen. Einige Ausschnitte, die ich auf Foto festgehalten habe, sprecheneigntlich für sich. Denn ich denke, jeder weiß, dass in Real alles besser aussieht... Wahnsinn!

Lumiere und die Famie um Tassilo aus "Die Schöne und das Biest".


Belle und das Biest.

Mickey winkt nur mir zu ^.~

Marry Poppins.

Katzen!! Aristocats! Ich habs schon immer geliebt!

Danach waren wir bald 10 Stunden auf den Beinen und es wurde wirklich Zeit, nach Hause zu gehen. Meine Füße dankten es mir und bugsierten mich gleich ins Bett/aufs Sofa zum Faulenzen.

Am 6. Februar gab es dann das Vortreffen für das kommende Gasshuku, das auf dem Mita-Campus der Keio Uni stattfand. Auf dem Weg dahin traf ich schon auf Ryuichi, der sich nicht auskannte und den Weg zum Gebäude nicht fand. Wie gut, dass ich den super kenne und wir uns beide auch schon vom letzten Gasshuku kennen.
Das Hallo war natürlich groß.

Im Seminarraum traf ich dann auf Erik, dessen Haare Dank dem Japanaufenthalt schon ziemlich lang geworden sind (sieht viel besser aus! ^_^) und auf Mio, Kousuke, Kaisei... es tat gut, endlich wieder einige bekannte und freundliche Gesichter zu sehen, denn zu der Zeit hatte ich grade ein wenig Heimweh.

Nach zwei Stunden reichlichem Denkens für die Entscheidung der These für das Gasshuku Anfang März (kommt auch noch als Post, keine Sorge) sind wir alle (ja, alle!) in ein nahegelegenes Izakaya gegangen- inklusive Kaisei und Herrn Sambe, die das Gasshuku leiten.

So ziemlich das einzige Bild, das entstanden ist. Ein kleiner Vorgeschmack für das Gasshuku ;)

Und kurz darauf ging es dann vom 8. bis 10. nach Sapporo auf Hokkaido im Norden Japans auf das Schneefestival (Yuki matsuri) mit Chris, Liane, Kathrin, Iris und Phillipp.


Da die Entfernungen in Japan manchmal ganz schön weit sind, nahmen wir nicht die Bahn (12 Stunden), sondern das Flugzeug (eineinhalb Stunden). So kamen wir in den Genuss des Haneda-Flughafens.

Als wir angekommen sind, sind wir erstmal was essen und haben dann eingecheckt. Die Jungs sind in ihre Kapsel gegangen (sie wollten das unbedingt ausprobieren - bitte :D) und wir... naja, in unser Hotel. Am Abend trafen wir uns noch mit einigen Freunden von Liane (Sophia) und...

...fuhren Riesenrad, das auf einem Kaufhaus stand. Also so ungefähr 10 Stockwerke? Dann hatten wir einen super Ausblick auf Sapporo bei Nacht. Wie ich Nachtansichten liebe! Ich würde noch einmal fahren! Hier sieht man übrigens Iris (l) und Kathrin.



Danach trafen wir uns mit noch einem Christian und einigen Freunden von ihm und Ben aus England zum Essen und Karaoke singen.

Zum Beweis: Moskau gibt es überall, was auch jedes Mal gegröhlt wird. Die Rechtschreibung ist zwar nicht perfekt, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür macht es eine Menge Spaß und Ben ist seitdem wohl im Moskau-Fieber.
Aber auch für uns war das noch nicht das Ende vom Lied...

Es ging noch weiter, als wir in eine Bar gegangen sind. Eigentlich wollten wir nur ein Bierchen trinken, aber irgendwie hatten wir dann doch ein Nomihoudai (All you can drink). Naja, wie auch immer, wir nutzten es aus und stellten ziemlichs chnell fest: Es ist eine Karaoke-Bar. Man kann singen, wenn man möchte. Und dann fanden wir Moskau im Angebot... Hahahaha HEY!

Damit animierten wir mal eben schnell den ganzen Laden - stehen ja nicht jeden Tag 7 Ausländer da und machen Party und alle machen mit.

Aber auch das war noch nicht das Ende vom Lied. Denn die Belegschaft... entdeckte das Lied der gleichen Band "Dschingis Khan", welches in Japan in irgend einer Show als Thema benutzt wird - als Techno-version. Plus passendem Tanz.

Und genau das wurde uns gezeigt:



Hier sieht man mal einen der Kellner im Hellen.

Naja, und uns ziemlich gut gelaunt.

Am nächsten Tag, nachdem der erste doch sehr... feuchtfröhlich war, sahen wir uns endlich die Schneefiguren an. Der eigentliche Grund, warum wir eigentlich nach Sapporo gekommen sind. Vor den ersten Fotos jedoch... saßen da zwei kuschelige Bernhardiner rum, die gleich unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen.

Hier ist Flauschi Nummer 1, fusselte leider ein wenig auf meine schwarze Hose, aber... er war so süß!

Okay, nun aber wirklich, die Schneefiguren!

Micky und Minnie und das Disney-Schloss - aus Schnee!

Ein Tempel aus Korea, soweit ich mich erinnere. Die Detailverliebtheit, der Wahnsinn! Einfach auf das Bild klciken zum genaueren Betrachten.

Ponyo Ponyo Ponyo, sakana no ko! :D
Ghibli lässt grüßen! (stellvertretend für alle Disney und Simpson Figuren)

Chibi Maruko chan, die hier nicht mehr ganz so chibi war, sondern eher monströs.

Wer kann sich noch an die Mumins erinnern?

Stellvertretend für alle Katzen, die ich doch so liebe. Ähm... das mit dem Alkohol hat aber keine Bedeutung.

Als wir dann über das ganze Schneefestival getigert waren, wollten wir unbedingt Seilbahn fahren, wir hatten ja noch nicht genügend Schnee.
Außerdem kamen wir so in den Genuss der einzigen Straßenbahn in Sapporo. Der Fahrer stimmte auch gleich ein deutsches Volkslied an, als er merkte, dass wir Deutsch schnatterten. Leider kannten wir es aber nicht...

Oben angekommen, sind wir nicht mit einer Schlitten-Kutsche (anders kann man es nicht beschreiben) in das Cafe/Aussichts/Restaurant gefahren, sondern sind einfach mal auf die nahegelegene ... was-auch-immer gegangen (eigentlich war es ja ein Dach) und haben erstmal eine Runde im Schnee gespielt... und eine Schneeballschlacht gemacht... und sogar noch Schneeengel - für Chris das erste Mal!

Und natürlich...
...einen deutschen Schneemann! Drei Kugeln!! Nicht zwei! Drei!!!
Übrigens, er heißt Nashi (Birne).

Das einzige aus Eis, was ich auf meiner Kamera gebannt habe. Mit Licht!!

Ausblick über Sapporo. So viel Schnee!! *__* Man vermisst es irgendwie im schneelosen Tokyo.

Danach wollten wir uns nochmal die Schneefiguren in der Nacht ansehen. Hey, die Beleuchtung machts doch immer aus!
Eine kleine Auswahl:

Das wurde zur Bühne umfunktioniert, allerdings konnten die beiden Hübschen nicht wirklich singen. Wir revidierten unsere Meinung allerdings, als eine Quetschkommode - Verzeihung, ich meine natürlich: Japanerin! - dazukam und... auch sang. Da gabs nur eins: FLUCHT!


Der krönende Abschluss: Die Dresdner Frauenkirche!

Danach gab meine Kamera den Geist auf, aber es passierte sowieso nicht mehr viel, denn wir Mädchen verbrachten den nächsten Tag, während die Jungs (und Ben) im Lachsmuseum im Nirgendwo bei Sapporo waren, im Starbucks. Dann suchten wir noch ein altes Gebäude auf und machten uns dann auch schon auf dem Rückweg.

Das wars dann erstmal von mir - habe ja auch genug geschrieben!
Das nächste Mal gibts den Post "Elternbesuch - Tokyo aus Sicht vom Durchschnittsdeutschen" ;)

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Montag, 15. Februar 2010

Januar: Hatsumode (erster Schreinbesuch) und Party nach den Prüfungen

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Hey, ich mache mich, was? Diesmal bin ich schnell und ich hoffe, ich kann das alles beibehalten. Hab ja auch ein wenig nachzuholen. Fangen wir mal an.

Am 3. Januar bin ich mit Mariko, bei der ich für eine Weile in den Ferien blieb, beim Hatsumode. Das ist der erste Schreinbesuch im neuen Jahr. Und natürlich hatten mehrere Leute die gleiche Idee, zum Narita-san zu gehen.
Um den Schrein herum gab es viele Buden, teilweise echt behangen und vollgestopft.


Zu schauen gab es viel, und wir mussten immer aufpassen, uns nicht zu verlieren. Neben Mariko und mir waren da noch Marikos Papa und Mama. Und sie wussten Gott sei Dank wo es in dem Gedränge lang ging, sonst hätte ich ein Problem. Und typisch Japan: Überall Futter-Buden. Kein Wunder, dass man hier fett wird!
Und schon waren wir am Schrein.

Und dort standen die Leute auch alle an... Also los, auf ins Gefecht! Es ging wider Erwarten recht zügig. Übrigens, der Schrein ist ziemlich groß und ziemlich bekannt. Deswegen waren auch so viele Leute da.


Damit man sich mal ein Bild machen kann: Es war komplett voll ;)


Auf dem Rückweg fiel mir erst auf, dass überall Christenverfechter rumhingen. So ganz nett finde ich das nicht, schließlich stehen auch keine Islamisten an Weihnachten vor unserer Kirche und predigen sowas wie "Allah ist der ewige Gott" oder sowas. Nett nett.

Wir besuchten dann noch einen Freund von Marikos Vater, der einen Laden für japanische Süßigkeiten hat. Dort durften wir dann alle sein Haus besuchen, das gleich hinten am Laden dran war. Es war komplett neu und total genial! Doppelt verglaste Fenster, sowas kann man in Japan schnell vergessen. Seine Frau lief immer im Kimono herum und sah darin einfach nur toll aus und stellte uns gleich Nektarinen und Knabbergebäck auf den Tisch. Die japanische Unterhaltung verstand ich teilweise ja, als es über Geschäfte ging eher weniger.

Danach fingen erstmal die Prüfungen an und ich lernte und lernte und lernte. Eine ganze Weile. Ich war froh, als es vorbei war, alle Prüfungen geschrieben und wir endlich feiern konnten.

Ende Januar gab es dann zuerst am Tage der letzten Prüfung eine Yaki-niku-Party, gesponsort bei Frau Murata, unserer Kurslehrerin. Genial! Ach so, was Yakiniku ist? Meine Eltern beschreiben es als "Grillen im Zimmer" und das triffts eigentlich auch super. Man bekommt Fleisch und eine Menge Gemüse, was man dann auf kleinen Gas-Grills verteilt (Fleisch) und schmort (Gemüse).

Die Idee mit dem gemeinsam Essen gehen kam von Chris und Dan, soweit ich weiß. Aber dass unsere Lehrerin uns eingeladen hat, hat uns dann echt umgehauen (und es war nicht geplant). Organisiert hat dann Chris alles und der ganze Kurs war begeistert mit dabei. Es kamen auch tatsächlich (fast) alle, nur eine konnte leider nicht.


Hier sieht man uns - vorher an zwei Tischen jetzt an einem zusammen gerückt - fast alle von uns: Von links nach rechts Tara (USA), Adam (Engl.), Angela (Taiwan), Sharice (Taiwan), Di-hua (USA), David (Hawaii), Dan (USA), Kim (Korea), Yina (China).
Und wir quatschten und tranken - War sowas wie ein All you can drink and eat Ding und wir nutzten vor allem das mit dem Trinken noch eine ganze Weile aus. Huiuiui.

Zwei Tage später hatte unser Kurs noch nicht genug voneinander, sodass wir uns für eine Nabe-Party im Shimoda Wohnheim verabredet haben.
Nabe Party? Was ist das, mag sich der geneigte Leser fragen. Nun, Nabe ist sowas wie chinesischer/japanischer Eintopf, nur mit mehr Gemüse und so.
Und das mussten wir uns dann erstmal besorgen udn stiefelten zum Sueprmarkt in der Nähe vom Wohnheim, nachdem wir uns dort alle getroffen haben (der Hausmeister dort erkannte mich von meinem Aufenthalt vor einem Jahr dort wieder :D)

Auf dem Weg wurden wir mit einem wunderbaren Blick auf den Fuji belohnt und ich erfuhr noch so einige Dinge von der Abschlussparty, die noch weiter ging (ich hab sie besser etwas eher verlassen - immerhin musste ich noch von Shibuya nach Hause kommen).


Als wir dann alles zusammen hatten, lieferten wir alles in der großen Gemeinschaftsküche im Shimoda ab und bereiteten es zu. Man sieht wieder einige Kursler bei der Arbeit ^.~


Die Westler zogen sich nach dem Schnibbeln des Gemüses erstmal zurück, weil sie nicht weiter wussten. Darum kümmerten sich dann unsere Asiaten. Hier sieht man Kim (links, Korea) und Angela (rechts, Taiwan) am Kochen. Im rechten Topf das, was fertig ist, im linken das, was noch muss.


V.l.n.r. Gaute (Nor), Angela und Sharice (beide Taiwan)

Und als wir dann fertig mit kochen waren, wurd erstmal gegessen. Und natürlich auch ein wenig getrunken. Nachdem der ganez Alkohol weg war, kamen wir auf die Idee eines Trinkspiels. War sinnlos, darum haben wir es wieder gelassen. Lustig anzusehen war es aber trotzdem ;)
Pani Pani... etwas verwirrend.

Hier mal ein Video:


video

So, das wars wieder von mir aus Japan :D
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Sonntag, 7. Februar 2010

Winterferien - Kaiserpalast, Kusatsu-Onsen und Nikko

Am 23. 12. hat der Kaiser Geburtstag. Das ist einer der beiden Tage im Jahr, an dem man den Kaiserpalast nicht nur von Außen, sondern auch "von innen" sehen kann. Allerding auch nur einen kleinen Teil. Man kommt hinter die Mauern und sieht einen großen Platz und ein Haus, was wohl aus den 70er Jahren kommt mit einem ...Wintergarten? Naja, so kann man es am besten beschreiben. Ich denke, das ist das Haus, an dem sich der Kaiser generell dem Volk zeigt.


Dreimal am Tag zeigt sich der Kaiser mit seinen Söhnen und deren Frauen und hält eine kurze Rede. Die Japaner und Touristen pilgern dann zum Palast und werden erstmal gecheckt, ob sie Waffen in den Taschen haben (ein Blick genügt - wir sind hier in Japan) und zum Thema Flaschen wird einem gesagt: "Bitte nicht werfen!". Nein, so ein Mist aber auch, jetzt kann ich meinen Molotow-Cocktail nicht werfen, die Frau am Eingang hats verboten...
Und danach ein Body-Check. Dann dürfen wir rein.

Dann standen wir davor und warteten darauf, dass der Kaiser herauskam. Kam er auch bald. Wirkte sehr sympathisch, aber ältere Japaner sind mir irgendwie sowieso lieber, irgendwie ^^;
Als er sich zeigte, haben wir alle mit den Fahnen, die man uns an dem Eingang in die Hand gedrückt hatte, gewedelt udn gejubelt.


Jacqueline, Annika, ^_^ und Mariko nach dem getanen Besuch plus Fähnchen :D Hab sie immer noch.


Danach gingen wir ein bisschen die Gegend erkunden, denn wir hatten Hunger. So viel gabs allerdings nicht zu entdecken. Deswegen sind wir ins nächste Einkaufszentrum und Annika und ich umarmten erstmal den Baum. Treehugger. Dabei sind die 70er schon längst vorbei.

Am nächsten Tag war dann Weihnachten.


Und ich bekam im Laufe des Vormittags eine SMS von Annika mit dem Inhalt: Hab was für uns.
Dann klopfte sie an der Tür mit einem total tollen Weihnachtskuchen *__* Wirklich, Zucker pur, aber himmlisch! So wurde unser sonst ein wenig einsames Weihnachten richtig heimisch :D

Vom 25. bis zum 30. fuhren wir in den Urlaub. Als erstes ging es mit dem Highway Bus von Shinjuku nach Kusatsu Onsen, ganz früh morgens (7 Uhr) gings los, sodass wir um halb 6 aufbrachen. Schrecklich früh! Kaum geschlafen die Nacht.
Hongo-san, unser Hausmeister, putze Fenster und wunderte sich wohl, seit wann die Wohnheimsbewohner so früh rausgehen, wo sie doch normalerweise dann erst nach Hause kommen. Und wir wunderten uns, wie man so früh am Morgen Fenster putzen kann. Naja.
Im Bus schlief ich erstmal komatös und wurde einmal von Annika wach gemacht, als sie den ersten Schnee sah und sich total freute (Endlich Winter!!). Meine Antwort bestannt aus etwas unverständlich gebrummten (wahrscheinlich "schön für dich") und ich drehte mich um und verpennte somit den ersten Schnee in Japan.

Doch als wir in Kusatsu ankamen, hatten wir genug davon.


Das war unsere Sicht aus dem Fenster unseres Ryokans, das von einem japanischen Ehepaar ca mitte 50 gefüht wurde. Die beiden waren super nett und begeistert, dass wir Japanisch sprachen. So begeistert, dass wir uns eine Weile mit ihnen unterhalten konnten und als sie uns die Funktionen des Ryokans erklärte (Klo, Zähneputzen, Onsen, etc), konnten wir jedes Wort verstehen. Super! :D



Müde wie wir waren, erkundeten wir dann erstmal den Ort. Wundersamerweise gab es viele Fachwerkhäuser. Man fühlte sich gleich wie Zuhause. Dass es dort kälter ist, merkte man gleich. Die Häuser waren nicht ganz so zugig, die Fenster hatten tatsächlich Doppelverglasung (aber immer noch alles Schiebetüren und -fenster...).


Im Dorfkern befand sich das Yubatake, wo das schwefelhaltige, aber total gesunde Onsenwasser verteilt wird. Es stank zum Himmel, aber das Yubatake war schön anzusehen. Dennoch, der Geruch von faulen Eiern war von nun an unser ständiger Begleiter. Man glaubt aber nicht, wie schnell man sich daran gewöhnen kann. Schwanger will ich da jedoch trotzdem nicht hin.


Es lag überall Schnee und wir schlitterten aufgrund des ungewohnten Bodens gut. Unser erster Besuch war natürlich ein Tempel. Oder ein Schrein? Noch ungewiss, auf dem Bild oben links


Es war schön, das alles, was man sonst jeden Tag in Tokyo sieht, mal mit Schnee bedeckt zu sehen. Hier sieht man die gezogenen Zettel, die einem Pech für das kommende Jahr versprechen. Teilweise aber auch Glück. Denn für Pech gilt, falten und aufhängen und man kann es umkehren. Glück kann man wohl auch verstärken. So ganz steig ich da nicht durch, scheint aber auch für jeden Schrein anders zu sein.



Die Gkocke zum Götter wachklingeln darf natürlich nicht fehlen. Dann darf man seine Wünsche äußern und kann davon ausgehen, dass ein eben aus dem Bett gefallener Gott ein offenes Ohr für einen hat. Was ist, wenn er grade Fußball schaut und die Glocke nicht hört? Naja, sicher kann man nie sein.

Die nächsten Bilder sind ein Einblick in Kusatsu bei Nacht.


Hier ein Schrein (wegen den Toren), sieht gruselig aus, war aber niedlich und schnuffelig. Oben konnte man super im Schnee waten.


Und nochmal Yubatake bei Nacht. Das war natürlich alles super schön anzusehen. Trotzdem stank es.


Annika und ich besuchten auch ein Tropenhaus. Wir hofften, im Onsen badende Äffchen zu sehen, doch die hatten nichts besseres zu tun, als sich zu lausen...


...oder sich ihren Popo auf der Wasserleitung zu wärmen. Rein wollte keines, dabei haben sie schon den Luxus!!


Im Tropenhaus wurden wir an der Kasse von einem kleinen Genossen wie der da oben auf dem Bild begrüßt. Als wir seine Freunde im Tropenhaus dann in einem größeren Käfig sahen, gabs für uns kein Halten mehr. Keine Absperrung da, also konnte man Finger reinhalten. Wie man sieht, erfreuten sich unsere Zeigegeräte großer Beliebtheit. Mal was anderes in diesem ganzen Einerlei des Tages. Leider konnten sie den Finger nicht hineinziehen, da noch ein Mensch dranhing. Das gab ein Trara...


Und dieser kuschelige Zeitgenosse lies sich gerne kraulen und drückte sich richtig an die Gitterstäbe, zog sich lang udn schleckte ab und an über die Finger. knuffig, so einen will ich haben!


Auf dem Weg zum Freilicht-Onsen (also, draußen) sind wir auch auf dieses Teufels-Quellen-Feld vorbei gekommen. Waren dann noch öfter da, denn irgendwie schien jeder Weg an dem Yubatake und eben hier dran vorbeizuführen. Aber kein Problem, es sah immer wieder schön aus und das Wasser war warm. Ürbigens, hier gab es auch auf der linken Seite eine kleine Erinnerungsstätte, denn Kusatsu und Deutschland sind "Freunde". Früher sind viele Deutsche (Ärzte, glaub ich) nach Kusatsu gekommen. Sicher wegen den ominösen heißen Quellen.


An einem Tag gab es Abends das Lichterfest. Nachdem Annika und ich uns also im Freilichtonsen geräkelt hatten und mächtig angestarrt wurden ("OMG!! Ausländer!!!), sind wir also auf dem Rückweg an gaaaanz vielen Lichtern vorbeigeschlendert.


Eigentlich war es nicht so grün dort, aber das Licht färbte jedes Bild...
Auf dem Weg zum Freilichtonsen haben die Männer noch fleißig die Lichter aufgebaut, um 5 war es so dunkel und wir konnten schöne Muster sehen.


Am nächsten Tag wollten wir eigentlich Ski fahren, aber das war zu teuer. Trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen, zum Ski-Resort zu pilgern. Und natürlich waren uns die üblichen Wanderwege offensichtlich zu langweilig und wir wateten durch Knietiefen Schnee und überquerten einen See. Letztendlich war am Ski Resort nicht viel mehr als eben... Skifahren möglich. Wir aßen in einer Mensa oder sowas ähnlichem Curry und sind wieder zurück - dann aber Wanderwege, denn Schneeengel und Co. haben wir schon gemacht.

Vom 28. bis 30. waren wir dann in Nikko.


Hier sieht man unsere Park Lodge. 20 Minuten bis Nikko zu Fuß, da kein Bus, dafür aber geführt von Zen-Mönchen. Das war auch ein Erlebnis!


Wir haben uns natürlich in dieser Stadt so richtig schön verlaufen, aber macht nichts, gesehen haben wir ja einiges. Diese Brücke zum Beispiel dürfen nur Kaiser und hohe Generäle betreten, für die Öffentlichkeit ist sie gesperrt. Deswegen dürfen wir dann mitten auf der Straße dran vorbei laufen, natürlich ohne Fußweg.


Die Tempel und Schreine, die wir ursprünglich sehen wollten, haben wir ja nicht gefunden. Also machten wir uns auf dem Weg, die Jizo-Statuen zu finden. Hat auch super geklppt. Unterwegs haben wir noch eine Italienerin getroffen (die ein wenig Deutsch konnte) und sind dann gemeinsam weiter. Eine von ihnen grinst, die andren schaun ernst. Der Grinsende macht sich über die Reisenden lustig, der versucht, alle Statuen zu zählen, denn angeblich soll, wenn man auf dem Hinweg alle zählt und dann nochmal vom Rückweg alle zählt, eine unterschiedliche Anzahl herauskommen.


Dort gab es dann auch noch einen Mönchsfiredhof, den ich unbedingt sehen wollte. Da er nicht auf der Karte eingezeichnet war und wir nur eine grobe Wegbeschreibung hatten, suchten wir erstmal abenteuerlich. Aber wir fanden ihn, nachdem wir natürlich dran vorbei gelaufen sind (aber die Beschreibugn "Da sind dann Treppen, da müsst ihr hoch" war nicht so toll, es gab so viele davon!!!).

Am nächsten Tag machten wir dann unsere Berühmte-Schreine-und-Tempel-Tour.


Am Anfang war der Garten. Also, ein japanischer Garten. Es war bitterkalt, aber es sah dennoch wunderschön aus.


Nach den Gärten fingen wir mit den Schreinen und Tempeln an.


Auf diesem Bild sieht man zum Beispiel, wie sich Tempeldesigner Elefanten udn Löwen vorstellten, ohne je welche zu Gesicht bekommen zu haben. Gut, dass ich das vorher wusste. Dass das ein Löwe ist, sollte man vielleicht dazu schreiben.

Das hier ist der Prunkvollste von allen (Toshogu-Schrein, glaub ich mich recht zu erinnern), mit viel Gold überzogen. Oder war das der Tempel? Hach, dadurch, dass wir die drei alle hinterienander weg besucht haben, bringe ich die Namen durcheinander.



Bei jedem Schrein wäscht man sich vorher (symbolisch!!!), um sich von dem Bösen aus dem alltäglichen Leben zu befreien. Heutzutage natürlich nur Hände und man spült sich den Mund aus.


Dass dieses Tor riesig war sieht man erst, wenn man es mit den Menschen drumherum vergleicht. Und das tolle an Nikko:


neben Schreinen udn Temepeln ist es wunderbar grün! Das vermisst man in Tokyo schnell.


Dieser Bereich war gesperrt, aber Fotos konnte man dennoch machen. Ich frage mich, warum er gesperrt war. Wie auch immer, im Reiseführer stand darüber nichts, also gab es da wohl auch nichts weiter zu sehen.


Hier gingen wir viele Treppen, um zum höchsten Punkt zu kommen. Das war eine Kraxelei! Aber wir machten uns besser als die japanischen Besucher aus Toyko. So manches Mädchen, das wir bei der Kraxelei nach oben überholten, keuchte und japste und stöhnte: "Wie anstrengend!" Shibuya ist eben etwas anderes.


Oben! Naja, nicht ganz, aber einen schönen Ausblick gabs trotzdem.


Das ist das Grab von Tokugawas Enkelsohn. Seine Urne soll da drin sein. Und dafür sind wir hochgekraxelt...

Ein Wasserfall, denn in Nikko ist es bergig... Wir waren ganz schön kaputt am Ende des Tages...

Am nächsten Tag sind wir auf ins Edo-Wonderland, das wurde dann unser Chaostag schlechthin... verpasste Busse, falsche Auskünfte, landen mitten im Nirgendwo und vieles mehr, was schief ging... aber das muss auch mal sein, denn sonst lief immer alles super.

Edo Wonderland (Nikko Edomura) ist ein Dorf, wie ein Vergnügungspark, wie man interaktiv das Leben von Ninja erleben kann und das Leben in der Edo-Zeit (1600-1853). Wenn man wollte, konnte man auch in einen Kimono oder anderen Klamotten aus der Zeit hüllen. Das war dann aber doch zu teuer.


Außerdem konnte man sich alle Waffen aus der Zeit anschaun, in ein Ninja-Traningshaus konnte man auch gehen. Mein Lieblingshaus, aber Annika wurde schlecht darinnen.


Um 12 gibts die Mittagsparade, wo die erfolgreichste Geisha durch das Dorf lief mit einer kleinen Progression. Nur einmal am Tag, also hatten wir Glück, sie zu sehen. Wie man auf diesen Schuhen laufen kann, fragte ich mich nicht nur einmal. Dagegen sehen selbst High Heels klein aus.

Last but not least, bevor alles total chaotisch wurde, hab ich noch einen Samurai geschlagen. Der Junge hier (Papa von Zwillingen) drückte mir auf einmal einfach sein Katana in die Hand und fragte "Willst du michumbringen? :D Lass uns davon ein Foto machen! :DD"

Und danach... fuhren wir 6 Stunden nach Nikko, wofür man normalerweise nur 2 braucht. Und wir stellten fest: Wenn wir nicht unser Gepäck holen mussten (aus Nikko), wären wir schon längst zu Hause gewesen... an kann nicht alles haben.

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