Donnerstag, 22. März 2012

Wie man sein Visum nach Japan bekommt.

Endlich, mein Certificate of egilibility (CEG) ist da! Auf diese Nachricht hatte ich ja schon sehnsüchtig gewartet, denn es heißt, dass ich mit diesem sehr wichtig aussehenden Papier mit einem freundlichen Foto von mir drauf mein Studentenvisum in der japanischen Botschaft bekommen kann. Kurz nachdem ich diese Nachricht bekommen habe, wurde also flugs das Bahnticket gebucht und gestöhnt: Wenn man vor 10 Uhr bei der Botschaft den Antrag stellt, kann man sich am gleichen Tag das Visum um 16 Uhr abholen. Das heißt aber auch: Früh aufstehen. Mein Zug ging um 6. Also um halb 5 aufstehen…

Das CEG, ahem.


Morgens war natürlich nichts los auf den Straßen. In meiner Bahn saßen ein paar vereinzelte Frühaufsteher – munter sahen sie aber nicht aus, kurz nach 5 aber auch kein Wunder! – und ich sah zum ersten Mal jemand, der mit Zeitung in die Bahn kam!

Keine Probleme nach Berlin zu kommen. Ich war natürlich viel zu früh da und musste noch eineinhalb Stunden Zeit auf einer Parkbank mit Zeitschrift (was hat denn dann schon auf?? Wird ja alles immer später) totschlagen, bis ich in die Botschaft konnte. Sie macht um 9 auf. Und da sind sie pingelig! Ich kam 8.52 Uhr dort an, mir wurde aber gesagt, dass ich noch 8 Minuten zu warten hätte, bis sie mich einlassen dürften. Hmm. Also draußen rumlungern und sich ein bisschen wie ein Penner im schicken Botschaftsviertel vorkommen.

Überraschend auf dem Weg zum Einlass (kurz bevor man mir sagte, ich hätte noch 8 Minuten zu warten) lief ich einer Deutschen und einer Japanerin über den Weg und nachdem die Japanerin und ich uns beide mit einem „Die-kenn-ich-doch-oder?“-Gesicht angestarrt haben, fiel uns nach einer Weile Starren auf: KLAR!! Sie studiert zwar in Deutschland, aber kennen gelernt habe ich sie bei meinem letzten Jahresaufenthalt in Japan durch gemeinsame Bekannte. Sie arbeitet seit ca. einem Jahr in der Botschaft (leider nicht in meiner Visumsabteilung ;) ). Die Welt ist klein.

Dann konnte ich auch bald rein, begleitet von drei Japanerinnen, wo die jüngste wohl ihren Pass neu beantragen musste.

Drin war ich perplex, denn entgegen der Auskunft (und eigenen Annahme), ich müsse nur das CEG mitbringen, musste ich ein Formular ausfüllen (gut, das hätte ich vorher genauer inspizieren müssen, ich dachte aber, dass ich so was nicht bräuchte, da ich doch das CEG habe…?). Und dann noch ein Passbild?! Gut, dass ich immer welche in meinem Portemonnaie habe (echt jetzt, und an alle, die mich mal gefragt haben, WARUM ich denn Passbilder mit mir rumschleppe: JETZT WISST IHRS!).

An alle, die bald nach Japan gehen und ein Studentenvisum brauchen, hier eine kleine Liste, was zur Botschaft mitgenommen werden muss:

  1. CEG
  2. Pass
  3. 1 Passbild (kein Automat in der Nähe, also denkt dran!)
  4. Adresse des Bürgen in Japan (Die Uni ist auch ok, falls ihr keinen Namen habt)
  5. Adresse, wo ihr wohnen werdet (plus Telefonnummer, falls vorhanden)
  6. Die Adresse unserer Uni (plus Telefonnummer, falls vorhanden)
  7. Für Abholung des fertigen Visums am gleichen Tag um 16 Uhr VOR 10 Uhr da sein!

Ab Punkt 4 hatte ich natürlich nix mitgebracht (ja, auch das hätte man vorher in dem Formular, das die Botschaft auf ihrer Seite online hat, lesen können, aber wie gesagt: Ich dachte, mit CEG bräuchte man das nicht ausfüllen). Also alternativ: japanischer Uni-Namen und Stadt eingetragen, Michaels Adresse wurde aus dem Gedächtnis geschrieben und das genaue Raster der Nummerierung, um sein Haus zu finden… Gut, dass die nette Frau bei der Botschaft mir sagte, die sei eh nicht so wichtig. Ich gehe davon aus, das gilt auch für die Adresse unserer Uni, aber die hab ich rausbekommen ;)

Dann habe ich im Sony Center das im Internet angekündigte Open W-Lan gesucht und nicht gefunden. Ist natürlich doof, wenn man drauf angewiesen ist, muss also ohne gehen. Ab in eine Cafébar für 5 Stunden, dann wieder ab zur Botschaft. Und währenddessen ein kleines Mittagessen im teuren Berlin genießen und müüüüüüde werden.

Das Visum dann um 16 Uhr abgeholt und fertig wars. Hier seht ihr das Ergebnis. Es kann losgehen! Also, ich muss schon sagen, das japanische Studentenvisum sieht richtig schick aus! Dagegen loosen eindeutig die Touristenvisa ab :D Oder?


Mein Visum. Zusammen mit dem CEG, das muss ich dann am Flughafen abgeben muss, mein Visum.

Freitag, 16. März 2012

Hallo, liebe Leute,

nun, eigentlich hatte ich ja vor, gleich nach meinen Weihnachtsferien in Japan zu schreiben, der Post war sogar schon vorgetipp. Nun, dann kam aber eines zum anderen, ein neues Betriebssystem hier und ein endgültige Universätszusage da... wer einmal versucht hat, in einem Monat sein Leben von einem Land ins andre zu verlagern und nebenbei noch versucht, zu studieren, wird unterschreiben können, dass es eine stressige Zeit. Und siehe da: Der letzte Post ist drei Monate her?!

Nun, bei meinem letzten Besuch habe ich ein paar Kuriositäten in Japan gefunden, die ich euch hier nicht vorenthalten wollte. Immerhin, drei Wochen, da kommt etwas zusammen ;)



Die "living bar" im 6. Stock in irgend einem Hochhaus in Shinjuku. Japaner haben es ja bekanntlich nicht so mit Englisch, sodass sie ihre Bar kurzerhand lebendig machen. Was genau da jetzt lebt oder ob sie doch nicht lebt, konnte ich nicht feststellen. Sie war zu, als ich dort langschlenderte.




Das liebe ich ja! "Park" auf Deutsch und Japanisch heißt offensichtlich etwas anderes, denn auf dem Schild, das mitten in der Kieswüste dort steht, heißt es: "Im Park ist rauchen und Zigarrettenstummel wegschmeißen verboten".
"Park? Welcher Park?", fragt man sich da, aber... Ja... es ist wirklich... diese Kieswüste da gemeint. Ich habs auch nicht glauben wollen. Vielleicht die Blumen da rechts...?




Wer möchte raten, wo ich da war? Nein. Diesmal war es keine Darstellung des Oktoberfests, ich war doch zum Jahreswechsel drüben (ok, ich gebe zu, das muss eigentlich nichts heißen). Wenn man sich überlegt, wo es noch Lebkuchenherzen gibt, kommt sicher bald auf den Weihnachtsmarkt. Da Japaner kein Deutsch können, werden dort wohl die Lebkuchenherzenreste vom Oktoberfest verkauft. Wie sonst erklärt man sich die Schriftzug "Gib mia a Busserl" und "Oktoberfest"? :DDD



Nekocafes, ein Katzencafe! Ich musste noch ein Bild dieser Kuriosität - in Deutschland sicher wegen der Hygienevorschriften verboten, Essen und Tiere zusammen?? Unmöglich - einfach posten! Und auch wenn man mit diesen Tierchen so ziemlich alles machen kann, was man möchte... Ein besseres Bild mit diesem kleinen störrischen Tieger war nicht zu machen. Nun, wenigstens sieht die Katze gut aus, dieser Poser ;)
Ach so, ein Katzencafe - für einen bestimmten Betrag kann man eine gewisse Zeit mit den rund 30 Katzen dort spielen. Trinken kann man kaufen und mit in den Raum nehmen, Essen jedoch muss man draußen im Separé. Das nächste mal frage ich, ob ich ein Video machen kann :D

So, und nun für alle Mitleser, die bald rübergehen, aber noch beim Auslandsbafög unsicher sind: Ich weiß jetzt, was ich bekomme, und ich kann nur nochmal sagen: Inlandsbafög PLUS Auslandszuschlag. Dann habt ihr eine Orientierung ;) (Gilt natürlich nur, wenn sich bei der Situation eurer Eltenr und euch nichts verändert hat)

Grüße~
In 2 Wochen gehts los!

Samstag, 12. November 2011

Bafög, Krankenversicherung und Co.

Wer sich einmal entscheidet, ins Ausland zu gehen, dem wird wahrscheinlich auch der Bafögantrag bevorstehen. Auf jeden Fall sollte man es versuchen, denn für den Auslandszuschlag gelten andere Regeln als für den Inlandszuschlag, der besserverdienende ggf berücksichtigt.
Aber es ist ein Papierkrieg, was sie wann wissen wollen, passt nicht immer in die Mühlen der Universität. Und nochmal zur Verdeutlichung: Auslandsbafög heißt Inlandsbafög plus AuslandsZUSCHLAG. Die Mär, dass man nur den Zuschlag bekommt, wenn man ins Ausland geht, möchte ich hier einmal als nichtig bezeichnen. Ein Zuschlag ist ein Zuschlag, keine ausschließliche Förderung.

Die Krankenkasse war unkompliziet. Bescheid gesagt, dass ich nicht da bin, wenn ich aus ihr bei meinem 25. Geburtstag herausfalle, zack, Formular zugeschickt bekommen, ausgefüllt, eingetütet und ab damit in die Post. Erledigt.

Nun zum Bafög. Neuerdings sind die Studentensätze an den Prozentsatz gebunden, den das Auswärtige Amt zum Kaufkraftausgleich nach § 55 des Bundesbesoldungsgesetzes festsetzt und unterliegen dementsprechenden schwankungen. Auf Deutsch heißt das: Kürzungen für Studenten anhand der Kosteneisparungen bei Beamten, die unter dieses Besoldungsgestz fallen.
Anstatt früher einen Auslandszuschlag von 315 Euro für Japan, nimmt sich das Bafögamt heraus zu sagen, für die erste Hälfte 2011 gibt es einen Zuschlag von 209 Euro und für die zweite nur 179 Euro, obwohl (!!) der Yen in dieser Zeit unheimlich stark geworden ist (von 80 Yen=1 Euro zu 101 Yen = 1 Euro, Danke, Griechenland!), fallen die Auslandszuschläge.
Ich finde, wenn uns schon wie Beamten das Geld gekürzt wird, können wir auch Lohn wie ein Beamter beziehen. Leider wurde mein Anliegen rundweg abgelehnt. Und da sagt mir mal einer, es ist keine Willkür am Laufen.

Aber wir in Japan sollten uns nicht beschweren, denn immerhin bekommen wir noch etwas. Hier sieht man, wie viele Länder nach der Reform zum "neuen Bafög" einfach mal nicht mehr für den Zuschlag in Frage kommen. Die Zusammensetzung des neuen Bafögs, Thema Auslandszuschlag, lässt sich dann hier paragraphisiert nachlesen. Achtung, Beamtendeutsch!

Noch eine gute Nachricht an Franzi: Meine Ärztin hat mich lieb, mir wurde "Verdacht auf Tracheitis" bescheinigt und ich wurde zum Röntgen geschickt. Naja, ich hab ja auch so einen Husten in letzter Zeit...
Juchu, am Ende der nächsten Woche sollte ich das fertige Gesundheitszeugnis haben. Fehlt nur noch mein BA-Zeugnis - und wenn es nur das vorläufige ist. Dann hat es sich erstmal ausbürokratisiert. Bis ich mein Visum beantragen muss.

Bleibt nur noch mein Forschungsprojekt, was ich mir dieses Wochenende nochmal anschauen muss. Ich hoffe, wir bekommen das hin!

Donnerstag, 10. November 2011

Die zweite Runde des Abenteuers beginnt - und damit das neue Austauschjahr

Tja, ich glaube, ich kann sagen, dass es jetzt offiziell ist. Noch nicht 100% sicher, aber dennoch sicher genug, dass schon etwas Größeres passieren muss, damit es nicht klappt.

Ich darf noch einmal ein Jahr nach Japan!!

Dieses Mal geht es an die Senshu-Universität in Kawasaki. Die Parterschaft besteht seit 1993, wenn ich mich nicht irre und ist damit eine der ersten, wenn nciht sogar die erste, die unsere Uni in Japan hatte. Außerdem ist der Sprachkurs offensichtlich super, sodass ich meinem Ziel, dem JLPT N1, sicherlich näherkommen kann.
Unsere Partneruniversität hat auch einen Campus in Ishonomaki oben in Fukushima, der nach dem Erdbeben stark beschädigt wurde. Am Anfang des letzten Semester arbeiteten wir als komplette Japanologie zusammen und sammelten Spenden. Die Studenten buken Kuchen, belegten Brötchen und machten die tollsten Kekse. Das alles verkauften wir als Institutsgruppe stellvertretend einige Tage lang im Hohen Weg und vor dem Audimaxx.
Damit nicht genug, mussten wir außerdem die Spenden übergeben. Das wurde ziemlich offiziell in unserem Institut dem derzeitigen Gastprofessor von der Senshu, Herrn Shimane, übergeben.
Kleine Berühmtheiten wurden wir dabei auch. Hier kann man auf Japanisch sehen, wie die Senshu-Uni unser Tun verfolgte:

Wer auf den Link nicht klicken möchte, hier haben wir auch einen Zeitungsausschnitt aus der Campuszeitung:


(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

So, an diese Uni wird es nun wohl für ein Jahr für mich gehen. Los geht es um März/April herum.


Dieses Mal dachte ich, ich dokumentiere nicht nur meinen Aufenthalt in Japan, sondern auch den Kampf um das Visum (einmal nach Berlin und zurück), den Gesundheitscheck (wer bitte hat heutzutage in Deutschland noch Tuberkulose? Genau, und warum muss ich mich dafür extra röntgen lassen??) und um das richtige Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen.
Nicht zu vergessen den Kampf ums Auslandsbafög, die Krankenversicherung, aus der ich während meines Aufenthalts rausfallen würde (25. Geburtstag), sodass man sich vorher kümmern muss und ... ich habe sicherlich etwas vergessen.
Und darum geht es morgen zu meinen Eltern: Mein Vater hat mir Bafög und Krankenkasse abgenommen. Wir müssen einige Dinge besprechen. Außerdem auf der To-do-List: checken, wie lange die ganzen Untersuchungen bei meiner Hausärztin dauern oder ob es sich lohnt, gleich zur Plolireil zu trotten.

Also, bis die Tage, meine Lieben, ich hoffe, wir lesen uns jetzt öfter!

Montag, 7. März 2011

Die erste Woche um März 11

*pitz putz*
*huuuuuust*
*Besen schwing*
Entschldigung, bin grade mitten im Frühjahrsputz! Schließlich bin ich wieder in Japan und hab das ein oder andere zu schreiben. Soll heißen: Updates für diesen Monat sind im... ähm... Kommen.

Vorab: Japanishe Häuser sind kalt!! Außentemperatur=Innentemperatur. Da es hier um die 0 Grad ist und es schon wezimal (!!! Im März in Tokyo!!) schneite, bin ich nur am Frieren. Hab mir mehr Kurzärmelig mitgenommen. Petrus ist ein Doofkopp!

Am 1. bin ich erstmal angekommen (Hilfe! Ist ein Airbus A380 groß!) und anstatt mich mit Nancy, Franzi und Alex zu treffen einfach eingeschlafen... und habe auch dann den ganzen Tag verschlafen. Das kommt davon, wenn man seine Hausarbeit, Praktikum und den zugehörigen Bericht an einem Wochenende fertig bekommen möchte (ausgenommen das Praktikum, das ging natürlich über drei Wochen).

Am 2. sind wir erst zur chinesischen Botschaft (Visum für die Reise nach China) und dann nach Asakusa gegangen, um zu "Beten". Letzendlich haben wir (ich) Shopping betrieben und eine Menge Geschenkchen gekauft (ich). Dabei haben wir hier und da eine Kleinigekeit gegessen und anstatt zu beten haben wir einfach ein Paar "Bleib gesund" und "Good luck" Glücksbringer gekauft. Abends gabs dann Yakiniku - gegrilltes Fleisch. Michael zeigt eindrucksvoll wie man es richtig macht (Genau, Männer am Grill. Da hat Frau keine Chance. Außer beim Gemüse: Die Zwiebeln sind mein Werk ^_^)

Am 3. hab ich mich mal aufgemacht, Harajuku zu erkunden und die wunderbaren Crepes dort zu essen. Ich hab sie so vermisst! Und ich war überrascht, die Takeshita-Straße so leer wie nie zuvor vorzufinden. Lag wohl daran, dass "Hinamatsuri" war, das Puppenfest. Irgendwas mit Kindern soll wohl auch an Schreinen sein, aber ich kam wohl mal wieder zu spät, sodass ich mich gleich auf die leere Takeshita begeben habe, um was zu futtern und Window-Shopping zu btereiben (übrigens: Japaner haben echt ein Faible für Rüschen. Immer noch U_U).

Der 4. war dann ganz im Sinne vom Faulenzen. Ich habe mich erstmal in mein mitgebrchtes Buch und die gekauften Manga vergraben und den ganzen Tag gelesen. Das war toll!!

Was ich am 5. gemacht habe, ist eine echt gute Frage.

Am 6. sind Michael und ich nach Shinagawa zum Flohmarkt. Dafür musste ich den Herren "schon" um 9 aus dem Bett schmeißen (klappte auch so mehr oder weniger). Ich wollte unbedingt etwas Bestecktmäßiges abgreifen und eben Nippes... dabei hab ich mir dann einen Kimono gekauft. Michael ging seiner "Sucht" nach und graste (und kaufte) alles, was mit Gundam zu tun hatte. Am Ende hab ich dennoch mehr bezahlt als er. Kimono.
Danach sind wir nach Kichijoji ("um die Ecke" von Shinjuku) in den Zoo. Dort haben wir neben Kleintiere begutachten auch mit echten Meerschweinchen spielen können. Die gabs da in einer speziellen Ecke für die Besucher zum Kuscheln. Weil es Sonntag war und dementsprechend voll, war natürlich die Zeit begrenzt. Geübt - hatte ja selber mal zwei Meersäue - fischte ich mir eins aus dem Stall und setzte mich und beobachtete mit meinem neuen Freund, wie Michael versuchte, etwas ungelenk seinen Favoriten herauszufischen. War wirklich putzig, er wollte den Tierchen nicht wehtun, da flutschten sie einfach aus seinen Händen und mümmelten munter weiter ;)
Am Abend suchten wir dann Reinigungen für Kimono. Mein gekaufter ist zwar ein ziemlich guter, aber eben voller Flecken. Die müssen raus, bevor ich ihn zeigen kann!

Am 7. war wieder viel los. 4
Zuerst ging es ab in die chinesische Botschaft. Pass und Visum abholen (Juchu - mein jungfräulicher Pass wird bunt!)
Dann schnappte ich mir ein paar gute Sachen, denn ich hatte am Abend noch was vor und brachte ich den Kimono in die Reinigung, die Michael schon am Morgen angerufen hat. Die musste ich im unbekannten Terrain und mit mäßier Wegbeschreibung erstmal finden. Als ich da war, wurde ich in einem Tatami-Zimmer von einem älteren Ehepaar begrüßt, die etwas verwundert dreinschauten, was denn diese Ausländerin in einem Kimono-Laden möchte. Hab es ihnen dann gesagt und sie waren erfreut, dass ich Japanisch kann. Dadurch kamen wir (zwangsweise - ich muss den Kimono immer noch sauber bekommen ^.~) ins Gespräch. Sie sagten mir, der Kimono sei ungefähr 40 Jahre alt. Ob sie alle Flecken raus bekommen wissen sie aber nicht.
Dann palaverten wir noch eine Weile über meinen Freund, der mit der Telefonnummer herhalten muss (huch, was ist denn das für ein Name? Wo kommt er denn her? Wieso China? Lebt er hier? Was macht er denn so?) und natürlich über mich (gleiche Fragen - natürlich mit dem Lob über mein Japanisch ^.~).
Dann musste ich schon weiter und kam eine halbe Stunde zu spät, zum Vereinbarten Treffpunkt mit Waku - ein alter Freund von den Gasshukus. Schön, mal wieder miteinander zu reden :) Themen waren mal wieder Deutsch, Japanisch... naja, das Übliche, über was zwei Sprachstudis eben so reden ;)
Dann ging es ab zum Bahnhof "Tokyo", wo ich mich um kurz vor 6 mit Michael treffen wollte, um zu einem Firmenseminar zu gehen. Sozusagen "Jobhunting", auch wenn ich keinen Job suche, aber es ist mal interessant, sowas zu sehen.
Hab mich vorher auf ner Toilette (haha...) umgezogen und dann den richtigen Ausgang gesucht, was bei dem Bahnhof Tokyo echt ein Abenteuer ist. Dieser bahnhof befindet sich irgendwie seit ich Denken kann im Umbau und ist dementsprechen verwirrend. Bis zum Abend hat sich natürlich auch das Handy, das Michael mir (nicht fertig aufgeladen >_<) gegeben hat, verabschiedet, sodass ich mein letztes Kleingeld zusammenkramen musste, um mit ihm einen anderen Treffpunkt ausmachen zu können.
Dann hab ich meinen Terminplaner beim öffentlichen Telefon vergessen (hab ich nach dem Seminar wiederbekommen), sind zum Seminar gegangen, dort ist kurz nach der Begrüßungsrede mein Glas in meiner Hand explodiert (nix passiert. Alle Finger noch da, nur ein wenig verschrammt) und danach hab ich versucht, mich mit Firmenangestellten über... Jobs in Japan zu unterhalten. Natürlich war alles auf Japanisch.
Das Buffet war übrigens erste Sahne. Hab nur nicht viel gegessen, eher viel gefragt :)

Jetzt sitz ich hier und schreib den Weglog, während Michael mich anmault, dass ich noch zu lange auf bin und tippe. Schlafen.
Sorry Leute, genug geredet. Der nächste Eintrag folgt bestimmt - Dann über China :)

Grüße~

Freitag, 9. Juli 2010

Nicht grade das, was jeden Tag passiert...

Nun, Japan ist ja bekanntlich das Land mit den seltsamsten Angewohnheiten. Fast jeder verbindet mit Japan grüne Motorräder, Mädchen in viktorianischn Kleidchen, Schuluniformen und kleine, hübsche Mädchen. Außerdem fahren sie hier links.

Aber darüber will ich eigentlich nicht berichten. Die Dinge aus meinem Alltag könnten eigentlich viel interessanter sein, denn das ist Japan-live. Wenn auch nicht alltäglich...

Japan ist ein sicherheitsliebendes Land. Es gibt keine Baustelle, wo nicht mindestens ein Mann (oder wahlweise auch mal eine Frau) steht, die mit einem Plastikstäbchen, das Nachts leuchtet, wedelt, um einen den richtigen weg zu weisen. Man könnte ja so beschränkt sein und das offensichtliche nicht sehen. Alles ist möglich! Darum stellt man in diesem Land einfach an jede Baustelle ein lebendes Männchen. Damit dürfte die Gefahr, bei einem Tsunami zu ertrinken, bei weitem größer sein als von einem Bagger überrollt zu werden.
Dennoch, vor einigen Wochen, als es mal wieder regnete (verdammte Regenzeit!) bin ich eine natürlich ungesicherte Treppe runtergepurzelt. Das Geländer war unter ferner liefen und es war so irre glatt, dass eine Amerikanerin hinter mir den Anfang machte. Noch während ich fragte, ob bei ihr alles ok ist, legte es mich lang. Nun hat mein Hinterteil eine interessante Farbe bekommen und ich bin einen Schock reicher (und diverse blaue Flecken).

In Deutschland ist man mit 18 Volljährig und kann ohne Probleme Alkohol kaufen. Meistens wird nicht einmal der Ausweis verlangt (es sei denn, man hat so ein Milchgesicht wie ich, dann wird man auch mit 22 noch nach dem Ausweis gefragt, um ein Becks zu kaufen). Hier in Japan ist man mit 20 Volljährig (ja, auch wenn Japaner alle so jung aussehen und wir Westler für die Japaner so alt, ich muss auch hier meinen Ausweis VORZEIGEN!!). Kein Problem.
Jedoch erzählte mir Annika, dass sie letztens für eine Flasche Sprudelwasser ihren Ausweis vorzeigen musste. Man mischt mit dem Sprudelwasser (genannt "Soda") Alkohol, und nur deswegen muss die Verkäuferin doch sicher gehen, dass Annika auch wirklich wirklich schon 20 ist, auch wenn sie nur 4 Flaschen Sprudelwasser auf dem Tresen stehen hat.
Verständlich, dass sie erst nach 3 Anläufen verstanden hat, dass die Frau ihr das Wasser erst verkauft, wenn sie ihre Volljährigkeit bewiesen hat...

Die besagte Problem-Flasche.

Als Katzenliebhaber komme ich vor allem in den Parks in Japan auf meine Kosten, denn wild lebende Katzen gibt es hier Zuhauf. Eine Plage? Ich denke nicht. So viele gibts von den Leisetretern dann auch wieder nicht. Ich spiele regelmäßig mit einer bestimmten anonymen Katzenfamilie in einem Pappkarton, denen es eigentlich ganz super geht.


In letzter Zeit bin auch ich Fußballmuffel zum WM-Liebhaber geworden - jedenfalls solange die deutshce Mannshaft auf Erfolgskurs war. Das fing schon in den Vorrundenspielen an (auch wenn ich nicht bis um 3 Uhr nachts aufblieb - das ist die Zeit des Spieles um 20.30 Uhr...)


Vlnr: Christian, ^^; (Namen vergessen T_T), Mariko beim Public Viewing in einem überfüllten Club/einer Bar in Roppongi

Beim Spiel Japan gegen Kamerun war ich bei Michael und Roby, die sozusagen ein privates Public Viewing gemacht haben, Hendrick und einige andere Deutsch-Studenten waren auch dabei. Und ja, ich hab die Erlaubnis, dieses grandiose Video von Roby in meinen Weblog zu laden, wo er vergeblich versucht, ein bestimmtes deutsches Wort zu sagen.



Dann war ich noch in einer Bar, die eine japanische Bekannte in unregelmäßigen Abständen macht. Dort lernte ich interessante Leute kennen. Einen amerikanischen, halbjapanischen Philosophie Studenten, der sich in diesen Semesterferien in Japan klar werden wollte, was er werden will, der aber kaum Japanisch spricht, einen Architekten, der die berühmte Ghibli-Uhr designt hat, die auf der Sio-Site zu sehen ist und auch eine riesen Gundam Wing (Anime, Manga) Figur, die mehrere Meter groß ist und bis letztem Jahr in Odaiba stand. Sehr toll! ^^

Zweite v. l. ist Mami, meine Freundin, dann ein Freund von ihr (das Mädchen links ist auch eine Freundin von ihr), dann Der Architekt und Yuen (oder wie man das schreibt), der Halbjapaner. Lustige Truppe
Lebensgroßer Gundam-Kampfroboter.

Die Ghibli-Uhr in Shiodome, Shio Site

Am 4. Juni habe ich den JLPT 2 gemacht.

Hier der test-Ort. Eine Uni in Yokohama, die sicher noch nie so viele Ausländer (ok, Chinesen, die fallen eh nicht auf!) gesehen hat.

Das steht für "Japanese Language Proficiency Test" und ist so ziemlich der einzige, der das allgemeine Japanisch testet und überall anerkannt wird. Der 1. ist der höchste, was dir ein Japanisch bescheinigt, bei dem du eigentlich alles "alltägliche und allgemein Fachliche" auch verstehen kannst, ohne ein Wörterbuch zu benutzen. Der 2. ist das alles ohne das Fachliche ;)
Aber wie gesagt, man SOLLTE.
Hier ein Kommentar von einer Website:
"People who have passed Level 2 (for they do exist) go all misty-eyed when the subject of Level 1 is raised, as if talking about some mysterious holy grail that many have heard rumour of, yet remains only the stuff of legend..."

Und hier der Link dazu, auch für alle, die sich mal ein Bild von den Kanji machen wollen:
http://japanese.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?site=http://www.kanjisite.com/html/about/joyo.html
Der test bescheinigt letztendlich, dass man ein Kanji-Wissen eines Grundschülers hat...
Kein Wunder, dass auf 10 Chinesen nur 1 Westler kam... War sehr interessant, so viele Kanji sidn als Westler doch zu schwer xD

Ansonsten gibt es in diesen Bilderarmen Blog auch mal was zu sehen.

Dieses sehr "anmutig" aussehnde Vieh aus dem Land, in dem anscheinend nur die Menschen klein sind, maß erstaunloche 7-8 Zentimeter und war schon RIESIG! Ryoma, Yukiko, deren Freundin und ich sind erstmal gesprungen und haben aus der Ferne unsere armen Sachen bemitleidet... Mein Zoom machte eine Nahaufnahme möglich! Man beachte, Kakerlaken: 3 cm (mindestens!) Tausendfüßler: an die 10 Zentimeter.
Ich will hier keine Hummel sehen!

Freitag, 25. Juni 2010

Was fuer ein Tag - Begegnung mit de dritten Art

Nicht nur, dass es einfach nur schweineheiss in Tokyo ist, nein. Ich habe einen Pechtag (und das bei den ganzen Klimaanlagen um mich herum, die mich einfach wahnsinnig machen - bin ja kein Amerikaner, der sich grade wieder wie Zuhause fuehlt ;) )

Heute Morgen haette ich erstmal beinahe verschlafen, was so gar nicht schoen waere, da wir ja einen Test schrieben. Bin dann also mal fix zur Uni geflitzt. Dort wusste ich auf so kaum eine Frage der Lehrer die Antwort, weil mein Gehirn auf wundersame Weise immer kurz bevor ich an der Reihe war, den Geist aufgab. Jedes Mal. Wenigstens schien der Test gut gelaufen zu sein. Hoffe ich >.>
Und als dann Chris und Djanelle meinten, wir muessen heute einen JASSO-Stipendium-Bericht abgeben (den ich nicht geschrieben hatte - den Zettel mit Stichtag haben wir vor einem Jahr bekommen!), war der Unialltag schonmal ganz gelaufen.

Auf dem Rueckweg verpasste ich meinen Zug um sage udn schreibe 2 Sekunden (bumm - Tuer vor Nase zu) und ich durfte die Zeit mit Warten verbringen. Im Zug bin ich dann eingeschlafen und haette fast meine Haltestelle verpasst.
Da mein Heimweg noch sehr weit ist, goennte ich mir erstmal ein Trinkeis, das ich in Japan lieben gelernt hatte. Leider liess sich das aber einfach nicht aus dem Tuetchen schluerfen wie sonst und ich sah ziemlich bescheuert aus, als das ganze Wohnheim an mir vorbeistiefelte udn ich waehrenddessen ein Trinkpaeckchen Eis zusabberte. Natuerlich lief danach alles wie geschmiert. Es flutschte sozusagen.

Danach passierte einige Stunden nicht viel, ausser dass es echt warm war.
Kurz bevor ich dann zu meinem Freund auf bin (der heute beim Friseur war - huiiii) hab ich erstmal Fruchtsaftschorle ueber meinen PC verteilt (Keine Sorge Papa, der lebt noch. Klebt jetzt ein bisschen udn ist eine Ecke suesser). Musste ich auch erstmal sauber bekommen.
Dann bin ich schnell zum Bahnhof gehetzt, um den Zug zu bekommen, um dann festzustellen, dass sich ein Selbstmoerder mal wieder meine Linie ausgesucht hat und uns alle auf unbestimmte Zeit warten liess.
Irgendwann trudelte mein Zug aber ein und ich sass zwischen einem schnarchenden udn einem im Schlaf zuckenden Japaner. Toll.

Ich dachte, damit waere mein Tagespensum an Bloedsinn endlich voll, und das gemeinsame Abendessen war auch echt lecker udn bestaetigte mich in meinem Glauben (Die nicht vorhandenen Katzen auf dem Nachhauseweg haetten mich eigentlich warnen sollen. Es sind IMMER Katzen da!!!)

Doch ich hatte nicht DAMIT gerechnet.

Ich wollte heute Abend duschen, man schwitzt bei der Hitze hier ja schon nur vom blossen Existieren. Ich bin also im Adamskostuem in die Dusche (ja, ich dusche GERNE nackt!) und schloss die Tuer, als etwas Schwarzes zwischen meinem Arm udn Gesicht zu boden viel und wie irre im Kreis lief.
Die nackte Panik durchzuckte mich udn ich schaffte es irgendwie zwischen panischem Gekreische und riesigem Ekel, beim Rausspringen aus der Dusche mein Badetuch um die Hueften zu schlingen.
Mein Freund kam auch gleich angesprintet mit einem "Was ist los??"-Blick, den ich nur mit den Worten "KAKERLAKE!!!!!" beantwortete. Mehr Worte bedurfte es nicht und er schnappte sich heldenhaft unseren 4 Wochen alten Kuchen, der inzwischen haerter als der Mount Everest in seiner Packung lag udn stuerzte sich todesmutig auf das Vieh. Nach einem harten Kampf, bei dem man nicht klar sagen konnte, wer mehr Angst vor wem hatte, gab es Kakerlakenmus, den ich mir NICHT genauer ansah (Gott sei Dank keine Brille auf gehabt).
Nachdem ich dann die Dusche ersteinmal AUSGIEBIG abgeduscht habe, wagte ich mich wieder rein...

Was fuer ein Tag! Nur noch 25 minuten, dann ist der Spuk vorbei!
Ist denn heute Freitag der 13.???