Freitag, 13. November 2009

Was ist ein Campus-matsuri?

Wenn ihr meinen Blog mögt, tut mir doch den gefallen und votet für mich ^.~
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Akuma Corporations Top 70

Am 18. haben Annika, Nami, Erik und ich uns in Shonandai (weit vom Schuss) getroffen, um mit gemeinsam zum Keio-SFC Campus zu gehen, denn dort gabs ein Herbstfest (Aki-matsuri).



Diesen Campus haben wir vor einem halben Jahr schonmal besucht und freuten uns, nochmal hinzukommem.Ausserdem haben dort alld, die wir ein halbes Jahr zuvor kennengelernt haben, Unterricht. Wir rechneten uns also Chancen aus, den ein oder anderen wiederzusehen.

Kaum dass wir auf dem Campus waren und die ersten Fressbuden auschecken wollten, stand da auf einmal ein grosser, schlagsiger Japaner vor uns. Shunske!
Die Freude war gross und wir quatschten erstmal eine Weile. natuerlich interessierte uns zuerst, wo er arbeitete.
Beim Muell.
Und dann, wo seine Brille geblieben ist.
Hab ich verloren.
Oh!


Dann musste er weiterarbeiten und wir stuerzten uns aufs Futter.
Trinken waere besser gewesen, denn es war weit ueber 20 Grad. Aber man kann ja nicht alles haben.

Das erste Gericht hat Erik gleich mal festgehalten. Ei mit Ebi(Garnelen)chips. Aber keine Sorge, schmecken nicht nach Fisch, war sogar richtig lecker!


Unsere muntere Gruppe an Auslaendern fiel natuerlich auf. Das hatte bei dem Aufbau des Festes gewisse Konsequenzen.
Auf dem Fest gab es Futterstaende, die von Studenten aus verschiedenen Clubs oder Zirkeln betrieben wurden, um sich so was in die Gemeinschaftskasse zu verdienen. Damit Kunden angelockt werden, gabs sowas wie Marktschreier, die mit Pappschildern ihr Essen anpriesen, indem sie die Leute ansprachen.
Demzufolge brachte Auffallen mit sich, dass wirwahrscheinlich von jedem angesprochen wurden. Meist Japanisch.

Und wenn man sich breitschlagen lassen hat, freuten sie sich wie kleine Kinder, sprangen auf und ab und bedankten sich ueberschwaenglich.

So waren wir schnell vollgefuttert.

Spaeter, nachdem wir nach langem Suchen eine Toilette gefundenhaben (Gebaude waren zu), machten wir uns auf dem Weg, den Rest zu erkunden. Erik ließ sich auf ziemlich witzige Weise zu einer "Furankufuato" (Frankfurter) überreden:
Japaner mit Schild: *laberrhabarber*
Erik: Ja, ja... ja, hmhm.. ja.
Japaner: Juchu!! Danke!! Ich bring euch hin! *losstapf*
Nami: Juchu, Frankfurter *hinterhertänzel* *freu*
Erik: ?__? Häh?
Shu: Du hast dir grad ne Frankfurter aufschwatzen lassen.
Erik: Hab ich nicht!
Shu: Doch, du hast ja gesagt!
Erik: Das war ein "Ja, ich verstehe dich"!!
Shu: Na, offensichtlich nicht...

Aber so kamen wir in den Genuss einer Frankfurter, die richtig lecker war. Hab mir auch erstmal eine gegönnt. Und ja, Erik konnte es nicht treffender beschreiben: Eine Wurst mit Stock im Po.


Hiernach erkundeten wir weiter das Gelände. Und auf einmal sprang uns Narumi (mit Schild) um den Hals und freute sich wie ein Schnitzel: Nami und ich hatten bei ihr vor einem halben Jahr einen Homestay gemacht. Prompt überredete sie uns auf einen Honigtoast und alle freuten sich mal wieder wie ein Schnitzel (Klappe die zweite!)



Danach haben wir den Deutschstand gleich schräg gegenüber entdeckt, bei dem Rio mit Dirndl stand und (ohne Schild) die Leute zum Essen überreden wollte.
Die Besetzung dort wechselte regelmäßig und durch unseren vorherigen Monat hier, kannten wir meistens dreiviertel oder gar alle dort und sahen sie auch mal wieder. Das war generell immer ein hallo. Vor allem als Shinobu, allseits bekannt unter dem Decknamen "Ninja" (sein Name wird mit diesem Kanji geschrieben) am Grill stand.


Hier bin ^_^ mit Rio

Der Deutschstand. Der mit der Schaufel winkt, ist Shinobu.

Irgendwann dazwischen entdeckte uns Masaya, der sich irgendwie auch zu freuen schien und über das ganze Gesicht grinste. Erik überredete ihn gleich zu einen Foto xD


Am Abend wurde uns von Masahiro noch der Auftritt des Jazz-Clubs in einem eigenen Zimmer gezeigt. Das war wider erwarten richtig gut! Also, für mich, da ich ja normalerweise keinen Jazz mag. Kommt eben doch drauf an, ob das im Amerika der 50er Jahre von ungefähr so alten Menschen gemacht wurde oder eben im Hier und Jetzt von Gleihaltrigen, schätze ich.
Dann machten wir uns auf, um das Feuerwerk zu sehen und sind gleich noch über ein Dreirad-Wettrennen gestolpert. Ups, Japaner sind ja klein, aber SO klein nun auch wieder nicht! oO

V.l.n.r.: Risa, Annika, ^_^, Masahiro und Nami

Bei den ganzen Masadings kam Nami durcheinander. "Wer ist denn nun wer?" fragte sie mich. "Das eben war doch Masato."
Ich meinte daraufhin nur: "Nee, das ist der von der Reitaku, Marikos Uni."
"Und wer ist dann das hier?" -"Masahiro."
"Aber ich dachte, das wäre der von vorhin!"
"Nee, das war Masaya."
"Maaaaann, was heißen die auch alle gleich?"
Ach, Namilein, so schwer ist das doch gar nicht *gg*
Masato: War ein Jahr bei uns in Deutschland, Reitaku-Uni.
Masahiro: Der, dessen Namen wir bei unserem ersten Austausch nei vestanden haben. Hat nun längere Haare.
Masaya: Der, der die Fotos von unserem Tokyo-Tower Abenteuer ins Internet gestellt hat.
Ist dch ganz logisch ^.~

Nach dem Feuerwerk (was im Programmheft mit 15 Minuten angekündigt wurde, in der Realität aber nur knappe 10 Minuten ging), taperten wir alle gemeinam nach Hause. ^^


Campusfest die zweite: Marikos Uni

Momentan ist es anscheinend so, dass diese Unifeste aus allen Ecken kommen. Die 5. Jahreszeit ist hier wohl matsuri...

Dieses Mal lud Marikos Uni ein. Wir tapsten also hin, obwohl es schweinekalt war. Aber da Erik ja Geburtstag gehabt hat und wir ihn einladen wollten, alles zu essen und zu probieren...

Wir haben schon am Bahnhof Fukumi und eine Freundin von ihr getroffen und haben auf dem Unifest erstmal Mariko besucht.

Nami und ^_^(meine haarigen Zauseln T_T) und Fukumi

Mariko hatte ein Plakat gemacht zum Thema Arbeitssuche in Deutschland und mich dazu interviewt.

Da wir langsam Hunger bekamen, machten wir uns also auf den Weg. Aber vorher kehrten wir noch in die Ausstellung eines kleinen Deutschgasshukus ein, das ihre Erlebnisse in Deutschland zu Papier brachte. Das war so niedlich!

Na, kann's wer lesen? ^.~

In einem anderen Kurs, den ich auch mal besucht habe mit Mariko und Ayumi (hey, man sieht mich von hinten leuchtend Blond auf einem der da rumhängenden Fotos. Aber so unspektakulär, dass ich Erik keinen Auftrag erteilt hab, das zu knipsen).
Da gabs noch einige andere nette Plakate :D

...











Ein paar nette Plakate - Deutsch/Japanisch

Danach hatten wir richtig Hunger und zogen mit Yuka und Mariko zuerst ins Deutschcafe. Japaner verstehen unter Cafe anscheinend etwas Anderes als wir, denn den Kuchen suchten wir vergebens. Dafuer gabs Bier, Wuerstchen und Bretzeln.

Der Kampf mit der Wurst. Schonmal eine mit Stäbchen gegessen?!

Natuerlich kannten wir die halbe Belegschaft...

HALBE Belegschaft. Sie leider nicht. Aber das war ein Teil der "Dienstkleidung".

Danach sind wir zu den ganzen Staenden draussem gegangen und haben uns durchgesbhlemmt. Am Anfang war Erik noch etwasam Zoegern, wenn er was wollte. War aber unnoetig. Er hat uns weder die Haare vom Kopf gefressen noch Unverschaemtes verlangt.

Gefuttert hab ich: Yakitori mit etwas Mayo, ein Erdbdercrepe mit Cornflakes drin, Nikuman (ein Teigkloss mit sowas wie Gehacktem drin), heisPe Mochi Bagel oder so mit Kakao. Mag eigentlich nicht so gern Mochi, aber heiss und in Teig mit Kakao schmeckts geil!

Diese Chaostrupppe verkaufte Crepes. Waren echt cool und für ein Foto bereit ^.~

Weil es doch ganz schoen kalt war, sindwir dannauch zurueck.

Montag, 12. Oktober 2009

10.10. Kultur pur - Shu und das Noh

Nach dem Taifun gönnte ich mir mit Annika erstmal die geballte Noh-Power.

Kousuke, ein Bekannter, den wir vor einem halben Jahr auf dem Deutsch Gasshuku (sowas wie ein Deutschcamp - Japaner, die Deutsch lernen, verreisen gemeinsam und lernen weiter) kennengelernt haben, hat mich und uns andere Hallenser eingeladen, einen Noh-Workshop an seiner Uni zu besuchen.
Ich war begeistert und sagte gleich zu, Annika auch. Erik und Nami zierten sich noch (keine Zeit und kein Geld - Noh ist ja bekanntlich ziemlich teuer), wollten dann aber auch mit,nachdem Kosuke meinte, es sei kostenlos, plus eine japanische Bekannte von Erik.

Liane rief mich kurz vor dem Treffen an und meinte: "Erik ist krank und kann nicht kommen" und sie und Nami, die irgendwie auch noch mitkamen, fanden den Weg nicht...
Sodass Annika und ich erstmal die uns unbekannte Japanerin finden musste, die dann uns fand, dank Eriks Beschreibung: "Shu... Ähm... die hat weißblonde Haare!"
Kousuke konnte uns leider nicht vom Bahnhof abholen. Er war Helfer, konnte nicht weg, rief mich aber zweimal an und fragte, ob alles okay ist und wir den Weg finden konnten ^^ Und entschudligte sich jedes Mal dafür, dass er nicht kommen konnte.

Die Japanerin stellte sich als Tomomi vor und wir zockelten gemeinsam los.
Es war dann, als wir den Campus betraten, erstmal ganz schön weitläufig, aber das Finden des Verantstaltungsortes war nicht schwer.
In der Halle angekommen - übrigens fast alle Frauen semi-formell bis formell im Kostüm - wollten wir uns ein Stückchen hinten hinsetzen.
Aber Pustekuchen, nicht wir! Kousuke winkte uns, kaum dass wir reingegangen sind, zu sich und führte uns aus der hinteren Reihe an allen Leuten vorbei bis in die erste Reihe: Special Plätze firekt vor der Bühne!
Da leuchtete ich dann mit meinen Haaren vor mich hin und Annika und ich waren erstmal Baff.
...

Zum Noh:
Noh ist eine alte Form des japanischen Theaters, die Stücke gehen normalerweise ziemlich lange - über Stunden hinweg. Vielleicht kann man es als alte Form des Musicals von heute sehen, denn es wird gesungen und getanzt, aber auch gesprochen. Seit dem 14. Jahrhundert ungefähr gibt es diese Art von Spiel. Die Kostüme sehen aus wie meine Vorstellung des Genji Monogatari, die Menschen tragen Masken, zumindest die, die die Hauptcharaktere verkörpern und nicht der Chor an der Seite sind.


Oftmals tragen die Schauspieler Masken, der "Chor" am Rand wiederum nicht.
Interessant: In der Regel sind alles Männer - auch in den Frauenrollen! So war das früher nunmal.Immerhin dürfen wir es uns ansehen...

...















Links: Genji-Kostüm. Sowas hatte Kousuke an. Rechts: Eine Noh Maske. Hatte bei uns de Gottheit auf.


kyo-gen
Das sind kleine, kürzere Stückchen, die dazu da sind, dass das Publikum lacht. Zwischendurch ganz hilfreich, denn in einem Noh Stück passiet jetzt nicht so viel Spannendes, wie es schien. Bei uns tanzte zB ein Gott eine ganze Weile rum.
Diese Stücke sind Text, also es wird geredet. Es sind wenige Rollen, also so zwei oder drei, man muss sich also nicht erst in ein großes Beziehungsgefüge hineindenken. Und ja, auch dort sind alles Männer - auch die Frauen.

Unser Workshop ging also mit dem Kyo-gen los. Ein alter Mann und scheinbar sein Sohn unterwegs. Verstanden habe ich nicht viel, trotz Text auf dem Schoß.Ich nuss hab ja mein Wörterbuch vergessen. Aber allein schon wie sie sprachen, drückte einiges aus. Die Betonung war für mich malnchmal zum Schießen.
Nach dem Spiel kam der "Vater" nochmal auf die Bühne und wurde von dem Menschen, der uns durch das Programm führte, interviewt. Der "Vater" erklärte uns, wie wichtig die Stimme, die Betonung und die Gestik und so weiter ist. Einen Teil verstand man :)

Danach wurde noch einiges erklärt. Ich fand es sehr interessant, als es zu den Musikinstrumenten kam. Dort verstand man automatisch mehr, weil vieles auch an den Instrumenten gezeigt wurde. So braucht man wohl eine Flöte und zwei kleinere Handtrommeln. In Aufmachung und Material wurden sie uns erklärt, aber auch wie man sie spielt, inklusive einer kleinen Kostprobe. Die Flöte klingt so, wie man sie aus den alten Samuraifilmen immer an Tempeln hört: Sehr hoch und teilweise "schrill".
Die Trommeln... naja, begleitend zur Flöte aus den alten Samuraifilmen: Und die Männer "singen" dazu. Der eine Trommler (lispelte übrigens stark, ich hab kaum was verstanden, jedes s war ein f...) machte immer ein "Joooooooo". Hielt wach. Der andere machte ein "jep". Kein Scherz!

Hier ein Jooooooo - Kotsuzumi (so heißt die Trommel)



Höhepunkt war, als Kousuke als vorher ausgwählter Freiwilliger (er trug ein kleines Schildchen an seinem hemd mit der Aufschrift "Volontieer" - Freiwillier) auf die Bühne geholt wurde zum Kostümpüppchen spielen. Jetzt bekam das vorherige "Ja, ich muss nachher nochmal auf die Bühne" einen ganz anderen Sinn, denn ich dachte, er hilft was aufbauen... Pustekuchen!
Er war lebende Puppe, der die mehreren Lagen des Kostüms angezogen wurden. Scheinbar waren damals dicke Hintern in Mode, denn mit einer Lage extra-Stoff wurde der noch vergößert. In dem Kostüm sah man auch nicht, dass Kousuke noch einen anzug (ohen Jacke) drunter trug.

Schade nur, dass wir keine Fotos machen durften, denn grade von ihn hätte ich gerne eins gehabt *lach*
Lustig wurde es, als er grade leicht nach vorne gebäugt stehen sollte. Japaner haben irgendwie kein Körpergefühl - anders kann ichs mir nicht erklären, dass es trotz andauernden Ziehen udn Drücken von Seiten der einkleidenden Herren nicht ging und das Publikum sich sehr amüsierte.
Als Kousuke mit dem Kostüm gehen musste, erst recht. Er möge es mir verzeihen, aber es lag nur an dem Kostüm! Aber er ging wie ein Hahn...

Dann kam das eigentliche Noh-Stück, was mit 30 Minuten zu den Kürzeren zählte. Das reichte auch, denn es passierte nicht viel mehr als dass ein Gott eine Weile tanzte und den Fächer schwang, dessen Bewegungen sich dann immer wieder weiderholten. Sie erzähltn wohl eine Geschichte, die wir nicht verstanden. Und der Gesang der Männer an der Seite wiederholte sich auch wie die Trommeln in einem schweren Rhytmus. Auf Dauer musste man sich doch arg wach halten...

Damit man mal sieht, was das jetzt eigentlich ist: Hier ein relativ "lebhaftes" Spiel mit mehr Sounds, Gesang udn Co:



Ja, nach 2 Stunden war dann auch der Workshop zu Ende und ich fühlte mich eine Menge schlauer. Irgendwie war es auch interessant!

Ach so, die Fotos vom Campus will ich euch nicht enthalten. DA durften wir knipsen xD

Donnerstag, 8. Oktober 2009

8. Oktober - der erste Taifun meines Lebens

Huhuuu, es saust udn braust, es stürmt und... naja, schneien tuts nicht. Aber es hat die letzten Tage bis heute morgen sehr stark geregnet, dass meine Schuhe in 5 Minuten durchnässt waren.

Die Japaner machen ja schon eine ganze Weile Panik wegen dem Taifun, seit einigen Tagen gibt es kaum ein anderes Gesprächsthema. Auch ich habe im Internet den berechneten Weg verfolgt. Aber anstatt wie die Japaner Angst zu haben, habe ich mich gefreut.
In Deutschland bekommt man ja nie einen Taifun zu Gesicht, hier in Japan passiert das öfter mal. Deswegen war ich neugierig: Was ist denn das, wovor alle so Angst haben?

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Links: Schauspiel in Infrarot-Aufnahme. Rechts: Vaporisiert. Wo ist Japan?

Jetzt sitz ich in meinem Zimmer, der komplette Unterricht fällt aus. Die Bahnen sind heute zwischen 9 und halb 12 nicht mehr gefahren, sodass Annika zwar nach Shinagawa kam, aber nicht mehr weiter. Auch nicht zurück.
Im Internet gibt es Warnungen(Sturm, heftiger Regen, hohe Wellen, Sturmflut) und was ist? Es scheint grade die Sonne und es ist nahezu windstill. Liegt aber daran, dass wir grade "im Auge" sind. Da ist es windstill.

Quelle: Japan Meteorological Agency. Rot: Direkter Taifun. Geld: Sturmumgebung, die das Teil mit sich zieht. Ich: Rechte Seite, beim vorstehenden Zipfel.

Im Internet wird der Taifun als der schlimmste siet 10 Jahren betitelt und eine japanische Mailfreundin sieht das auch so. Ich finds noch harmlos. Liegt vielleicht daran, dass links neben meinem Balkon ein Treppenhaus herausragt und rechts neben meinem Balkon ein anderes Haus etwas weiter vorne steht, sodass ich vom Wind regelrecht abgeschirmt bin. Das wäre nur anders, wenn er frontal auf mich zukäme. So stehe ich aber auch bei den schlimmsten Böen auf dem Balkon und freue mich.
Annika schrieb mir, dass bei ihr der Wind manchmal ganz schön an die Balkontür hämmert. Hmm, komisch. Ich merk nichts dergleichen (andere Seite) ^.~

Regnen tut es irgednwie nicht. Komisch, sollte ein Taifun nicht ein Sturm mit Regen sein?

Einige Japaner scheinen die Sache mit dem Stärksten Taifun seit 10 Jahren auch nicht so schlimm zu finden. Sie lassen einfach ihre Schirme am Fenstersims hängen, das Fahrrad draußen stehen und auch die Wäschspindel muss ausharren und hoffen. Dabei hats den Übungsplatz für Golfballabschläge hats auch mitgenommen. Ein Teil des Netztes zum Bälle auffangen weht im Wind.

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Bilder zum Vergrößern anklicken.

Jetzt fängts wieder ein bisschen an mit Wehen.
Schon komisch, alles macht Panik und ichs sitz am PC und habs Fenster offen oO
Lustige Wolkenkreise ziehen über uns hinweg, der Himmel wurde klar, es schien die Sonne. Die scheint immer noch, der klare Himmel ist wieder von Wolken bedeckt (ein wenig) und es weht wieder. Man hört den Wind langsam wieder ums Haus wehen und durch den Lüftungsabzug pfeifen. Die Wolken ziehen lustige Kringel. Mal direkt über einen, mal ist alles wunderschön und am Horizont bei den Wolkenkratzern sieht man eine Wolkenwand.

Wo der Regen jetzt bleibt, is mir ein Rätsel. Hat sich wohl die drei Tage vorher ausgeregnet. Wirklich, das war drei Tage Regen ohne Pause! Verrückt!


Kreiselnde Wolken?

Aber Sturm bei Sonnenschein ist auch verrückt ^.~
Wo ist der Platzregen?
Der war heute Nacht. Was hab ich da getan? Tief und fest geschlafen, während alle, die ich kenne, davon wach geworden sind. Mist! >_>

Wehrmutstropfen ist hier nur, dass man nicht informiert wird als Austauschstudi. Darüber bin ich auch ein wenig sauer. Wäre meine Lehrerin Frau Murata nicht, die mich über Handy angerufen hätte und mich beruhigt hat: Wenn morgen der Unterricht nicht ausfällt, es Ihnen aber zu gefährlich ist, bleiben Sie zu Hause, kein Problem! - dann wäre ich auf die Keio angewiesen. Die haben zwar eine Mail geschrieben, dass wir auf folgenden Seiten Informationen zum Unterricht finden konnten, gaben aber erst viertel vor 9 an, dass die ersten beiden Stunden ausfallen. Da ist man schon in der Uni. Oder steckt fest wie Annika.
Und über den Nachmittagsunterricht sollten wir um 10.30 informiert werden. Um 11 stand noch nichts, nur etwas auf Japanisch. Ich habe mal angerufen, musste ja langsam entscheiden, ob ich losgehe oder nicht. Bis ich die Telefonnummer des International Centers gefunden habe (steht nicht beim Kontakt, sondern bei der Anfahrt), dauerte es kurz (danke Annika!) und erst NACH meinem Anruf wurde 11.10 die Seite auch für uns Austauschstudenten mit geringen Japanischkenntnissen alles auf Englisch geschrieben: AUSFALL!

Manchmal wird man hier echt alleingelassen...

Sonntag, 20. September 2009

Viel zu tun, viel zu tun!

Am 14. September gabs dann die Ergebnisse des Tests. Sonderlich zufrieden war irgendwie keiner, den wir getroffen haben inklusive uns selbst. Die langen Gesichter einiger anderer Studenten, die dort rumstanden, haben das auch nicht wieder wett gemacht...
Aber naja, kann man nichts machen, außer das beste draus und dann ab in die Vollen!

Am Abend haben wir aufgrund des Schocks erstmal eine kleine Izakaya-Party (Kneipe auf Japanisch) gefeiert.
wir haben uns in Tamachi getroffen, und eigentlich wollten nur Chris, David, Jessi, Annika, Paul und Ian weg... aber auf einmal standen da noch 4, die wir nicht kannten und die uns net kannten und Paul und Ian kamen zu spät, sodass sich eine merkwürdige Situation ergab...

Aber das klappte dann schon und mit 11 Mann sind wir dann los. Für so viel Mann ein Plätzchen zu finden ist in Japan nicht so leicht - Karaoke und Izakaya könnte das einzige sein, wos klappen könnte, auch wenns da schon scher ist. Ian und Paul wussten das nicht und haben erstmal große Augen gemacht, als wir ihnen das erklärten.

In Ueno, gibt es einige coole Izakaya, und Jessi stuerte zielsicher ein ziemlich Japanisches an. Dort wurden wir dann von einer älteren Frau in einen Raum oben geschickt: Tatamimatten, kleine Tische, sodass wir uns darunter falten mussten. Mit einem Blick auf die Speise- und Getränke-Karte stellten wir fest: Die Preise sind ja richtig günstig! 250 Yen für eine große Cola war ganz gut, hab ich nirgendwo sonst gesehen *lach*
Auch das Essen war super und perisgünstig. Da gehen wir eindeutig öfter hin.

Ich bekomme nicht mehr alle Namen zusammen... >_<

Als der ganze Haufen endlich saß und seine Bestellungen aufgegeben hat, ging der ganze Spaß los. Ein Sprachwirrwar erfolgte, Deutsch, Englisch, Japanisch - sogar Französisch, weil einer von uns (deinen Namen hab ich leider vergessen, Junge >_<) nur schlecht Englisch sprach. Als es nachher ans Bezahlen ging, wurde es etwas schiwerig, denn bei 11 Leuten und einem munteren Bestellen, ging doch einiges unter... Aber irgendwie managten wir es doch. Auf dem Rückweg gabs dann einen Shokozug und einen plötzlich verlassenen David mit Handy in der Bahn.
...









Am 15. September waren Annika und ich in Shibuya, um ein Geschenk für Chiaki zu kaufen, zu deren Geburtstag wir beide eingeladen wurden. Und dabei haben wir auch etwas für Mariko geholt. Was, wird hier noch nicht verraten, die Feier steht noch aus und falls Mariko vorher alles erfährt, ist das ja doof ^.~

Am Abend haben wir uns noch mit Chris, David und Jessie getroffen. Da Jessi am Tag zuvor den fehlenden Betrag beim Izakaya hinzugegeben hat, haben wir sie als Ausgleich zum Essen eingeladen. Leider war das erste Restauran nicht soooo toll...

Wir haben in japanischer Manier gegessen: Ein paar Dinge bestellt, die dann in die Mitte des Tisches kamen und jeder nahm sich ein Teil. Es gab 4 verschiedene Fleischsorten. Als wir alle das erste verspachtelt hatten, stellte David fest: Das ist Zunge!
Mann, fiel mir da das Schlucken schwer...

Letztendlich landeten wir nach diesem Reinfall wieder in unserem Izakaya, wo wir zuvor mit der riesen Meute waren. Und auch diesmal blieben wir wieder bis zum Schluss.
Besonderheit in Japan: Alles macht entweder vor 12 zu oder erst um 5 Uhr morgens. Der Grund ist, dass in der Weltstadt Tokyo zwischen 12 Uhr Nachts und 5 Uhr morgens keine Bahnen mehr fahren. Die arbeitende Bevölkerung hat dann nämlich nicht mehr in Tokyo rumzucruisen, sondern artig im Bett zu liegen! Also ist auch kein Bedarf mehr an Nachtbahnen. Böse Nachzügler sind dann auf teure Taxis angwiesen.
In Japan scheinen sie auch das ganze Wochenende über durchzuarbeiten...

Die netten alten Frauen in dem Izakaya, die die Bedienungen darstellten, haben uns gleich wieder erkannt und später auch ausgefragt, woher wir denn kommen, was wir hier so machen, ob wir japanische Freunde (im Sinne von Geliebte) hatten und so weiter. Huch! *lach*

Auch bezeichnend für Izakaya: Der kleien Begrüßungsscnack (den wir deutschen meist nicht so mögen: Tofu, Press-Fisch, komisch sauer eingelegtes seltsames Gemüse) muss man bezahlen, was zu Essen bestellt man auch. Nur trinken ist nicht. Naja. Ist eben der Sinn des Izakayas: Gemein ESSEN und TRINKEN. Aber das muss man schonmal mitgemacht haben :D

Am 16. September sind wir Halle-Studenten dann nach Chiba gefahren und haben Chiakis Geburtstag gefeiert. Wir haben uns mit allen am Chiba-Bahnhof getroffen und Annika und ich haben natürlich zielgenau am falschen Ausgang gewartet. War klar, oder?

Jedenfalls hatten wir ja Handy, dadurch war alles ganz einfach und der Chiba Bahnhof war gar nicht so klein und nichtssagend, wie wir am falschen Ausgang festgestellt hatten.

Zusamment trotteten wir dann alle los zum reervierten Yakiniku-Restaurant.

Was ist Yakiniku überhaupt? Eigentlich ist es ganz einfach:
Yaki=Gebraten
Niku=Fleisch
Na? Könnt ihr es erraten? Genau, gebratenes Fleisch! Der Clou ander ganzen Sache: Man macht das selber!

Wir saßen an dem langen Tisch dort auf dem Foto und hatten immer im Abstand von ungefähr einen Meter einen Grill auf dem Tisch, auf den wir dann nach Herzenslust und Platz Fleisch legen konnten.
Eben wieder typisch Japanisch: Große Teller mit dem Essen und jeder nimmt sich dann. Gut dass Japaner nicht so gierig sind wie wir Deutschen xD
Übriegns, auch hier lag wieder Zunge rum. Diesmal aber auchdünn und sah aus wie Rinderfleisch. Ich habs mir zielsicher genommen und mich über den komischen Geschmack gewundert. Außerdem war es zäher.

Nach zweimal so einer Blödheit dürfte ich es nun gelert haben...

Am Schluss gab es noch das obligatorische Gruppenfoto, das der Besitzer des Ladens bereitwillig machte. Wann sieht man auch schon so viele Ausländer auf einmal im eigenen Restaurant (das übrigens nur aus den beiden länglichen Tischen an den Seiten bestand)?

Bei der Menge würde ich mit den Namen nie fertig werden *lach*

Alle tapsten nach Hause, ich zu Mariko. Ich blieb über Nacht :D

Am 17. September standen Mariko und ich um 8 auf, da sie mir unbedingt ein sehr gutes Restaurant am anderen Ende der Präfektur zeigen wollten - Japaner sind Verrückt nach Essen, sie fahren weit, wenn es um Delikatessen geht. Aber es hat sich gelohnt. Außerdem gab es dort in der Nähe auch eine Brücke, die den halbinsel Chiba-Teil mit Kawasaki verband.

Ich verpennte meistens die Autobahnen - war noch nie gut, mich im Auto wachzuhalten... Auch wenn es echt super lustig war und die Hälfte der Zeit Rambazamba im Auto war - KaraokeAuto, ich sags doch! *lach*

Mitten auf der eben beschriebenen Brücke, die wir erstmal erstürmt haben, war ein riesen Parkhaus. Nach dem Parkhaus wurde die Brücke zum Tunnel, der dann bis nach Kawasaki ging.
Auf diesem Parthaus gab es - oh Wunder - viele Restaurants und Andenkenläden. Wir erstürmten die tolle Aussicht als erstes. Da das Parkhaus höher gelegen war und der Ausguck AUF dem Parkhaus sozusagen, konnte man ganz Tokyo, Yokohama und Kawasaki überblicken. Das sah schon toll aus!

Dann fuhren wir wieder zurück nach Chiba und ich fuhr mit der Bahn nach Hause.

Was ich am 17. Setember gemacht habe, weiß ich nicht mehr...

Am 18. September hatten wir ein Gespräch mit unserem Academic Adviser - einer der Professoren des Sprachunterrichts. Ich war bei Frau Murata, die wir schon von dem Aufenthalt vor einem halben Jahr kannten. Wir hatten uns da alle mit ihr und Frau Tanaka auch schon unterhalten.

Bevor ich eintreten konnte, musste ich noch warten. der werte Herr David hat ein wenig die Zeit überzogen *lach* macht nichts. Ich war eh nervös wie sonst was. Frau Tanaka hatte zufälligerweise das Büro direkt neben Frau Murata (und dem Stuhl, auf dem ich wartete) und kam auch zufälligerweise raus, während ich gewartet habe.
Sie erkannte mich sogleich wieder und begrüßte mich mit einem "Hisashiburi desu ne?" (=Lange ist es her, nicht wahr?) und wir quatschten ein bisschen. Ich glaub, ich habe mich ein wenig doof angestellt, ich war so nervös...

Dann durfte ich bei Frau Murata eintreten. Sie erkannte mich auch sogleich wieder und begrüßte mich mit den Worten: "Oh, Sie haben die Haarffarbe gewechselt. Ging das auch einher mit einer Veränderung des Charakters?"
Da ich noch nicht mal saß und sie mich auf Japanisch ansprach, hab ich erst etwas verpeilt geschaut und es erst eim zweiten Mal verstaden.

Das Gespräch drehte sich um die Kursbelegung, die Lehrbücher, die Ergebnisse des Placement Tests und unsere Vorstellungen, Erwartungen und Änsgste. Auf Japanisch, versteht sich.
Das Übliche eben ^^

Nach diesem Gespräch fiel allen ein Stein vom Herzen, weil die Professorinnen sehr nett waren. Annika und ich machten uns dann erstmal nach Shibuya(Harajuku auf, um einen Crêpe zu futtern - den haben wir uns dann auch verdient nach der Aufregung!).

Jetzt habe ich wieder eine Lücke (jaja, ich schreibe meinen Blog jetzt regelmäßiger! Ich gelobe hoch und heilig Besserung!)...

Am 20. september war ich war mit Jessi verabredet. Eigentlich wollte ich ne Meute zum Karaokesingen zusammentrommeln, aber das hat irgenwie nicht geklappt. Also sind Jessi und ich - die einzigen mit nichts vor! - zusammen weggegangen.
Wir wollten eigentlich in eine bestimmte Rock-Kneipe in Shinjuku. Aber wie Shinjuku nun mal ist, es ist eine Bitch (entschuldigung für diese Ausdrucksweise!), aber wenn man etwas in Shinjuku sucht, findet man es nicht. Zumindest net wenn man Jessi oder Shu heißt. Wir finden auch schonmal nicht die richtigen Ausgänge da... >_>

Shinjuku bei Nacht ist schon was Feines

Jedenfalls sind wir dann in ein anderes Izakaya eingekehrt und waren erstmal die einzigen Deutschen. Dort haben wir dann ungefähr 5 Stunden gequatscht und ne Meeeeeenge Alkohol getrunken... Und nach 5 großen Gläsern ein WENIG gemerkt! Lasst euch gesagt sein: Wenn ihr euch in Japan betrinken wollt, mischt selber!
Dafür konnten wir uns ohen Bedenken durch die ganze Getränkekarte probieren.

Gegen 11 bezahlten wir und machten Purikura. Und daraus resultierte, dass ich meine letzte Bahn verpasste und kurzerhand zu Jessi mit kam und bei ihr geschlafen hab. Ein Hoch auf die eigene Wohnung *lach*

Am 21. September ist Langschläfer Shu dann um halb 9 aus dem Bett gefallen und mega Stolz gewesen. Frühaufsteher Jessi war schon eine Stunde wach...

Ich bin dann ab nach Hause, hab ein paar Dinge gemacht und dann geschlafen. Irgendwie war ich müde xD Aber ich hatte ja auch noch etwas vor! Am Abend gab es die Abschieds- udn Geburtstagsfeier von Shuhei. Shuhei ist jemand, den wir auf dem Gasshuku kennengelert haben und Kaisei war so nett, die Email bezüglich dieses Treffens auch an uns (Nami, Erik, Annika und mich) weiterzuleiten.

Wir haben uns um 18 Uhr mitten in Tokyo getroffen und wollten eigentlich auf den Tokyo Tower. Bei Nacht sieht der sicher sehr schön aus.
Wir haben es nur nicht gemacht, denn es war Feiertag und halb Tokyo hatte die gleiche Idee wie wir gehabt! Darum ging es stattdessen Deutsch Essen dort in der Nähe. Sicherlich wegen uns drei Deutschen xD

Vorher wurde natürlich wieder ein obligatorisches Gruppenfoto gemacht.

H.v.l.n.r. Kousuke, Kaisei, Shuhei, Erik
V.v.l.n.r. Mio, Yasu, Nami, Tekkan

Danach kehrten wir in eine Kneipe ein, aßen Deutsche Würstchen, Leberkäse, Brot udn Pommes udn tranken Franzsikaner Weißbier. Einige von den hartgesottenen Jungs waren dann auch schon sehr rot... Japaner eben *lach*
Shuhei hat ein 1 Liter Bier bekommen. Dementsprechend wirkte es bei ihm. Nami und ich haben nix gemerkt. Man kommt sich da schon komisch vor, wenn Männer dir gegenüber sitzen und nach einem Bier betrunken sind, während mans selbst nach der gleichen Menge als Frau nichts merkt.

Naja.

Essen wurde typisch Japanisch geteilt. Also immer in die Mitte und jeder dann einen Klecks.

Danach ging es dann auf die Ginza und ab ins nächste Karaoke! Juchu, zwei Stunden singen. Es waren alle mit Freuden dabei xD

Danach gings ab nach Hause.

Montag, 14. September 2009

Die erste Woche - "and refrain from talking on the phone!"

Am 9. September bezog ich erstmal mein Zimmer. Von Marikos Familie habe ich so viele Haushaltsdinge bekommen, dass ich einen extra Koffer brauchte, den die arme Mariko schleppen musste. Entschuldige!

Zuvor haben Yuka, Mariko und ich noch einen ziemlich fertig und zerknautscht aussehenden Chris vom Flughafen abgeholt, der im Flugzeug wohl nicht so gut geschlafen hat *lach* Eigentlich schade, dass es davon kein Foto gibt.

Auch wenn man sich als Besucher eigentlich ins "Gästebuch" eintragen muss, konnte Mariko einfach so rauf. Gott sei Dank!
Ich bekam von Yutaro eine Einweisung ins Wohnheim - komplett auf Japanisch. Ja, so wurde mir auch die Funktion der Waschmaschine erklärt und ich habe es verstanden, man stelle sich vor. Aber er sprach auch ein sehr deutliches, klares Japanisch. ^^

Ich denke, Bilder sagen mehr als 1000 Wort, hier mein Zimmer:

...









Und meine Küche (damit Shimoda vor Neid erblasst!):



Am 10. September hatten wir unsere erste Orientation, bzw Einführungsveranstaltung. Annika und ich sind extra nach Hiyoshi gelatscht, um Chris den ersten Weg zur Uni zu zeigen. Jaja, das haben wir extra früh morgens gemacht!
Wir kamen natürlich total in die Rushhour und es gab ein munteres Gruppenkuscheln.

Am Campus sind wir durch das schönere Tor gegangen, das ich dieses Mal nicht fotografiert habe, deswegen ein Bild aus dem Internet:

Osteingang, den ich am liebsten Mag (Mita-Campus)

Wir mussten dann erstmal unseren Raum finden und trafen auf dem Weg noch 2 Chinesinnen, wobei Katy aus Wales kommt, Ruby aus Hong Kong, und quatschten ein Weile. Bald stellten wir fest: Hups, wir stehen vorm falschen Gebäude! Gott sei Dank war noch Zeit, schnell ins richtige zu flitzen. Wobei es "schnell" nicht so ganz traf, denn wir fanden den Eingang erst nach mehreren Anläufen und waren dann auch im Hntereingang, sodass uns die offensichtlichen Schilder fehlten und wir den ersten und einzigen Japaner, der uns über den Weg lief, fragten. xD

Im Raum saßen wir dann mit ca. 200 weiteren Austauschstudenten und nach einer kleinen Einführung kam der dicke Brocken: "Bitte stellen Sie sich vor."

Und dann durften wir alle Uniweise auf die Bühne wackeln (eine Uni aus den USA schoss den Vogel mit 19 Studenten ab) und uns selbst vor allen vorstellen. Ich bin ja schon einiges gewohnt, aber vor 200 mir komplett unbekannten Studenten zu sprechen, war dann doch ein wenig seltsam.

Gott sei Dank kannte ich Jessi, die jetzt ihren Master an der Keio macht. Während meiner Vorstellung habe ich mich an ihrem freundlichn Gesicht festgehalten *lach*
An dem Tag lernten wir auch David kennen, der an ihrer Uni ist (Düsseldorf) und mit Chris das gleiche Wohnheim teilt.

Als es nach dieser Einführung an die Vergabe der JASSO-Stipendien ging, stellten wir schnell fest: So "besonders" scheint es nicht zu sein, denn es verließen uns nur knapp ein Drittel der Studenten, die keines bekommen haben. Und von denen sind einige MEXT-Stipendiaten (130.000 Yen im Monat - Lebensunterhalt abgesichert).
Einige Vermutungen wurden laut, dass die Uni noch Fördermittel aus deim Finanzspritzentopf bekommen hat und wir deswegen auch so viele Stipendiaten sind (die Hälfte bekam nämlich erst sehr kurz vor ihrem Aufenthalt die Nachricht...). Aber nichts Genaues weiß man nicht.

Danach wollten wir "noch schnell" unser japanisches Konto eröffnen, das wir für den Einzug der Miete brauchten. Aber so fix ging das gar nicht.

Als wir in die Bank kamen (mit Paul und Ian aus Amerika im Schlepptau), sahen wir uns mit einer Horde Ausländer konfrontiert, die irgendwie das Gleiche im Sinn hatten. Schließlich verlangt die Keio fix die Kopien eines Bank Books.

Nach kurzem Warten wurden wir von einer freundlichen jungen Frau in einen Raum gelotst (ja, wir, ganz wichtig!) und durften da mit ihrer Hilfe das Antragsformular ausfüllen. Was in Japan wohl sonst relativ fix geht, buchte mit 90 Minuten bei uns zu Buche...
Okay, man muss dazu sagen: es wurde uns auf Japanisch erklärt, was da rein muss, was wir auch verstanden haben. Aber dann wollten sie eine Telefonnummer und wir hatten noch keine Handys... naja, dauerte eben...

Ich hoffe, Annika verzeiht: Von ihrer Kamera
V.l.n.r.: David (Düsseldorf), ^_^, Paul (Amerika)

Am Abend gings danne cht geschafft, aber glücklich ins Bett.

Am 11. September fingen wir an, nervös zu werden, denn der Placement Test war am nächsten Tag (von wegen Wochenende, das war ein Samstag!!).

Anfangs gab es wieder mal Orientations (Nun weiß ich, was Franzi letztes Jahr meinte... die Dinger gibt es Zuhauf!). Und ein wenig Schmunzeln musste ich doch, als ich das meiste gesagt bekam, was ich am Abend zuvor in einer Infobroschüre gelesen habe, um mich vorzubereiten. Japan eben ^^

Wir saßen übriegns auf kleinen Stühlchen mit kleinen Tischchen vor uns. Auf einem Stuhl stand, dass der wohl für Menschen bis 1.73 m war. Wie Chris (fast 1.90 m) seine Beine da drunter gefaltet hat, war mir ein Rätsel.


Am Abend gabs dann unsere Welcome Party, zu der ich auch nach ein wenig Grammatik Wiederholen, hingegangen bin. Sie war in einer typisch japanischen Zeitspanne: von 19-22 Uhr. Obwohl, eigntlich was das ja etwas lang für typisch Japanisch *lach*
Bemerkenswert waren die Schuhe vor dem Eingang...

Wiedergetroffen habe ich dort neben einigen bekannten Gesichtern auch Yutaro, der mich in mein Wohnheim hier eingewiesen hat. Man kann echt neidisch sein, wie gut sein Deutsch ist. Ok, er war auch ein Jahr da, aber trotzdem!
Unterhalten haben wir uns zwar meist auf Japanisch, aber wenn es schwerer wurde und ich nur noch einen Haufen Fragezeichen in den Augen hatte, hat er es entweder auf Deutsch oder Englisch erklärt, je nachdem.

Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt. Einige haben was mitgebracht (und nachher war viel über), es gab sogar Alkohol! Aber der japanische Alkohol... ich hab mir eine Dose Mischung gegönnt, das war kein Problem.

Bei den Japanern hatten wir dann die ganze Bandbreite. Am Anfang kochte Sakuto noch was für uns und Eri schaute zu. Nachher war sie allerdings ein wenig aus dem Rennen - Japaner vertragen kein Alkohol.
Sakuto (Koch) war sehr gut drauf und Yutaro merkte man nix an. Was sagt uns das? Vorurteile stimmen nicht, oder trägt jeder Deutsche Lederhosen und isst nur Sauerkraut?

Am 12. September gabs den Placement Test.

Danach waren wir kaum noch zu gebrauchen, denn 3 Stunden Test (Grammatik - Hörverständnis - Text) haben uns dann doch ganz schön zu schaffen gemacht.
Annika und ich belohnten uns mit einem Crêpe in Harajuku als Mittagessen, was von den Jungs (David, Chris) nicht grade gewürdigt wurde. Chriss bezeichnete das dann verächtlich als "Mädchenmittag".

Die Prachtstücke - yummi!

...








Am 13. September.... Was hab ich da gemacht? Kein Plan! Ich sollte Zettel und Stift mit mir führen!

Ach so, ja! Annika und ich haben mit Marikos Hilfe ein Handy gekauft! Wir wussten immerhin, zu welchem Anbieter wir wollten. Aber einen Vertrag aushandeln auf Japanisch?!
Nachdem Chris und David mit Paul, Ian und einigen anderen 7 Stunden (!!!) dort saßen, wollten wir uns das nicht geben und haben lieber noch ein Weilchen gewartet auf... den 13. xD

Wir bruachten 2 Stunden, inklusive eine halbe Stunde shoppen gehen, in der das Handy konfiguriert wurde. Nun muss ich das nur noch mit dem Gutschein hinkriegen, dann hab ich 5 Monate keine Grundgebühr :D

Belohnt haben wir uns dann mit einem Eis und Mariko hat uns dabei geholfen, mit dem Handy vertraut zu werden.

Danke Mariko! *knuddel*

Weiter morgen oder demnächst!