Freitag, 11. Mai 2012

Ich treffe den Dekan der Senshu-Uni - und er kann Deutsch!

14.30 Uhr Treffen mit dem Dekan deiner Austauschuni, um den Dank für die gesammelten Spenden für einen vom japanischen Erdbeben vom März 11 stark in Mitleidenschaft gezogenen Campus in Ishinomaki persönlich abzuholen. Unsere Institutsgruppe der Japanologie (und damit auch ich) haben innerhal kurzer Zeit nach dem Erdbeben im März 2011 in Japan nach den schlechten Nachrichten, dass ein Campus unserer Austauschuniversitäten in Mitleidenschaft gezogen wurde, mit einem Kaffee- udn Kuchenbasar Spenden gesammelt. Durch den Verkauf und den freiwilligen Spenden der Studenten und Dozenten (Fachinterne, aber auch eine Menge Fachfremder) haben wir 1050 Euro zusammen bekommen. (Nähere Infos: Hier).

Natürlich fängt es an zu regnen wie Sau, als ich noch im Zug war und pünktlich, als ich einen Schritt aus dem Zug am Zielbahnhof mache, fängt es auch noch an zu gewittern: Fußweg 20 Minuten bergauf (Rückweg nur 15 Bergab ;) ). Da kommt Freude auf. Dafür wurde einem extra aufgetragen, sich für das Treffen schick zu machen.
Gut. Herausforderung angenommen. Schließlich habe ich an einen Schirm gedacht, kann ja nicht so schwer sein!

Nachdem ich es pünkltich (und halbewegs trocken) zum vereinbarten Treffpunkt mit meinem Betreuungsprofessor geschafft habe, der mich zu dem großen Treffen begleitete (ich hatte sogar noch Zeit, mich auf dem Klo "frisch zu machen", wie es so schön heißt. Also nachpudern und ganz wichtig: durchnässte Frisur richten), ging es los. Ich trat also mit meinem Prof aus dem Gebäude, um zum Dekan zu gehen und FLATSCH! treffsicher landete ich in der wohl einzigen verschmutzten Pfütze auf dem Campus - da war halt der Teer kaputt - und hatte ein schwarzes Bein. Macht sich auf Fotos nicht gut. Meine Tasche mit den Feuchttüchern lag natürlich sonstewo zu dem Zeitpunkt. Weggeschlossen im Büro meines Betreuungsprofs...
Mein Dozent half mit einem Stofftaschentuch aus, an dem jetzt Campusdreck klebt. Sorry nochmal (auch wenn er hier nicht lesen wird). Dafür hatte ich schöne Beine beim Foto für die Campuszeitschrift (siehe unten).

Die Zeit eines Dekans ist natürlich knapp bemessen, was ihn nicht davon abhält, ein wirklich sehr netter Mensch zu sein, der offensichtlich viel lacht. Es half außerdem, dass er mich auf Deutsch begrüßte und auch die ganze Zeit über eine deutsche Konversation aufrecht erhielt - sofern es nicht Dinge waren, die alle wissen wollten und sollten. Er hat 4 Jahre in Deutschland verbracht, davon die meisten in Trier, aber auch an der Uni Halle. Er kennt auch meine Pofessorin Frau Prof. Gesine Foljanty-Jost, die er kennenlernte, als sie noch Assistenzprofessorin war. Er bezeichnet sie als gute Freundin, das wusste ich nicht, überraschte mich also. Zufälle gibts!
Natürlich war die Unizeitung samt Fotograf anwesend, der pausenlos Bilder machte. Ich bekam das aktuellste Buch meines Dekans geschenkt (読書と人生 - Lesen und das Leben), das sich sehr angenehm lesen lässt (Wozu hatte mein Zug durch das Unwetter Verspätung?) und zum Schluss gab es nochmal eine Fotosession mit meinem Betreuungsprof, dem Dekan und mich für die Zeitung. Dabei wurde ich immer wieder mit Dank für die Spendenaktion an meiner deutschen Uni überschüttet. Ich kam mir echt verdammt wichtig vor, dabei wollte ich bei diesem Treffen klarstellen, dass das eine Aktion der IG war - und ich eigentlich nur für die Übergabe und Überweisung zuständig war. Es war schließlich eine Gemeinschaftsaktion von uns allen und als einzelne Person auch gar nicht so einfach zu stemmen. Ich denke, es hat geklappt.

Shimane-sensei, mein Betreuungsprofessor (Soziologie), Ich, Herr Hidaka, Dekan der Senshu - alle vor einem Bild einer Brücke in Trier gemalt von Herrn Hidaka.
Nun bin ich glücklich und zufrieden, der Artikel wird im der Juni- oder Juliausgabe der Senshu-Zeitung veröffentlich und wird auch auf der Homepage landen. Und ich hab den Dekan von meiner Austauschuni kennengelernt. Dabei muss ich zu meiner Schande gestehen, ich weiß nicht mal, wie der Dekan meiner deutschen Uni aussieht... Es ergab sich einfach noch keine Gelegenheit, mal an seiner Tür zu klopfen. :(

Dienstag, 8. Mai 2012

Meine Uni, mein Unterricht - oder sowas in der Art ;)

Nach Tagen des kalten Wetters und Regens haben wir jetzt ab und an sommerliche Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Der Frühling wurde einfach übersprungen.
Meine Uni liegt ziemlich außerhalb, im Tama-ku - eigentlich der Inbegriff eines Landkindes für Tokyoter ;) Und vom Bahnhof muss ich locker nochmal 15-20 Minuten bergauf Richtung Uni laufen. Da schwitzt man gut und das mitgebrachte Trinken ist alle. Dafür laufe ich durch Wohnviertel und eine Menge Grün. Ganz angenehm im Vergleich zur Betonwüste Tokyo. Es riecht richtig nach Natur und manchmal höre ich Tiere, die ich noch nie gehört habe.

Weg zu einigen nördlichen Gebäuden meiner Uni



Im Vergleich zum Keio-Mita-Campus, der mitten im Herzen Tokyos liegt, ist mein jetziger Campus riesig mit 15 (ok, eigentlich nur noch 14 Gebäude, da das Gebäude Nummer 3 nach dem großen ostjapanischen Erdbeben nicht mehr sicher war und abgerissen wurde) Gebäude, viele Grünflächen, 20.000 Studenten, zwei Conbinis, ein bis zwei Buchläden und drei oder vier Mensen. Dazu auch Mo's Burger, das japanische McEnte. Man wird also gut bespaßt.

Hier ein kleiner Film, der meinen Weg zur Uni zeigt, auf den Link klicken und los gehts :)
(Dann auf den Grünen Button in der Mitte klicken, falls wer weiß, wie ich das Video einbetten kann hier im Blog, her mit der Info ;) )


Bis mein Japanischunterricht anfängt, habe ich nur zweimal die Woche Uni, dafür sitze ich in den normalen japansichen Masterkursen mit anderen Masterstudenten - als normale Studentin. Ist ansprechend genug fürs Erste. In einem Kurs referieren wir die ersten drei Wochen über japanische Bücher zu soziologischen Theorien und Methoden. Da ich das Handout immer erst am Tag des Geschehens bekomme, kann ich ohne vorherige Beschäftigung mit dem Thema nur schwer folgen. Aber nach den drei Wochen lesen wir kapitelweise ein englisches Buch zur soziologischen Theorie (ja, das Englisch der Japaner ist so schlecht, dass das so langsam geschehen muss - auch im Master ;) ).

Gebäude Nr. 9, im 5. Stock ist das International Center und der standartmäßige Versammlungsplatz meines Zirkels.

Die beiden Donnerstagskurse habe ich bei meinem Betreuungsprofesser. Auch hier sind wir wie im Montagskurs nur eine Handvoll Studenten (anders im Bachelorstudiengang, da sind es Massen - aber es macht kaum einer den Master, weil sich kaum einer wirklich für das Studium interessiert sondern es meist nur als Jobsprungbrett benutzt. Daum auch nur ca 480 Masterstudenten), sodass ich oft gefragt werde. Dafür verstehe ich mehr. Der Kurs ist auf internationalen Austausch ausgerichtet, auch weil noch drei weitere chinesische Austauschstudenten dabei sind. Wir lesen dafür kapitelweise ein japanisches Buch über die Problematik der heutigen Risikogesellschaft (so langsam extra für uns). Ich hatte dazu auch schon in Deutschland ein Seminar - nur eben für Deutschland und nach Fukushima zum Risiko der Atomkraft. Darum finde ich die Thematik "Risiko" im Zusammenhang mit immer prekärer werdenden Beschäftigungsverhältnisse in Japan echt interessant und lese auch das komplizeirte Buch gerne (Eine Seite 20 Minuten, wenn sie anspruchsvoll ist... Gähn...). Außerdem weiß mein Dozent, wie er komplizierte Dinge erklären muss, sodass auch wir das alle verstehen.

 Die Zusammenfassung zu den Kapiteln, die wir lesen, ist auch leichter zu verstehen, da ich durch das vorherige Lesen des Kapitels selbst die Vokabeln verstehe. Dafür lohnt sich die Arbeit und es ist gut, dass uns Austauschis die Arbeit des Ordnen und Gliedern der Informationen für die Zusammenfassung (noch) abgenommen wird. Wahrscheinlich dürfen wir das auch mal in der Zukunft machen. Unser Lehrer testet uns gerne.
Der Montagsunterricht ist auch eher der japanische Weg: Dozent spricht, Studenten kaum. Donnerstag haben wir eine deutsche Runde: Dozent spricht, Studenten diskutieren.

Und hier die Mensa des Gebäude Nr. 9, der Sammelpunkt meines Zirkels, und irgendwie lande ich immer dort, wenn ich was essen will.

Außerdem bin ich in einen Zirkel eingetreten - A-capella.  Doch darüber und über meine Erlebnisse dort mehr im nächsten Post ;)

Dienstag, 3. April 2012

Deutsches Essen für chinesische Familie, oder: Kochen für 9.

Aus irgend einen undefinierbaren Grund habe ich mir in den Kopf gesetzt, mal was Deutsches für die grade anwesende chinesische Familie meines Freundes zu kochen. Alle waren einverstanden, also war es heute soweit. Ich hab mir in den Kopf gesetzt, mehre Gerichte – eben wie in China üblich – zu kochen. Auf nur zwei Herdplatten.

Ich habs später auch bereut ;)

Nach der Angabe „3-4 Kartoffeln pro Nase“ hab ich 27 Stück gekauft.

Mein Plan:

Plus Wiener mit Soße.

Aus den Gehacktesklößen wurde nix, das Fleisch ging nachher ganz für den Schichtkohltopf drauf… ^^;;

Geplant waren für die Vorbereitung 90 Minuten, denn: Kartoffeln einmal geschält im Wasser kochen von allein, währenddessen kann ich die für die Puffer vorbereiten.

Naja, fast. Das dauerte alles irgendwie länger, und so waren die Biester erst 45 Minuten später mit Mama und Papas Hilfe geschält und im Wasser. Der Schichtkohl dauerte auch seine Weile, und bis ich die Kartoffeln geraspelt hab, da musste der früher von der Arbeit heimgekehrte Michael mal kurzerhand mit anpacken. Apfelmus für die Puffer musste ja auch noch gemacht werden… Hat… irgendwie geklappt. :D

Dann hab ich anstatt nach 90 Minuten eben nach 180 Minuten aufgetischt. Gut, dass heute Sturm und Sauwetter war, sodass der geplante Einkaufstrip meiner chinesischen Familie sowieso buchstäblich ins Wasser fiel. Dementsprechend war es nicht so schlimm, eben nicht erst halb 6, sondern erst um 7 zu essen. (Bei dem Sauwetter Zutaten einkaufen gehen war aber auch keine Freude).

Als erstmal alles auf dem Tisch stand (Der für alle Töpfe, Schalen und Stäbchen viel zu klein war), hab ich Applaus bekommen: „Deine Schwester ist zwar älter als du, kann das aber nicht.“ Hehe, das kommt davon, wenn man schon 5 Jahre allein wohnt, irgendwann lernt mans für den Hausgebrauch ;)

Ich hab mich zwar bei den Kartoffeln überschätzt (5 blieben ungekocht), aber der Rest, der verarbeitet wurde, war bis auf ein paar Bratkartoffeln und einen Klecks Soße ratzkahl weggefressen. Und nach dem Rezept für Apfelmus wurde ich gefragt, dabei war das echt relativ einfach (aber anstrengend, wegen dem Aufwand Äpfel durchs Sieb zu streichen).

Michael und ich sind schon beim Nachtisch.

Ein voller Erfolg, wie man unschwer erkennen kann (und dabei entstand das einzige Foto bisher, wo ich mal alle Familienmitglieder drauf habe).

(von vorne links im Uhrzeigersinn: Michael, Ni-mama, Ni-Papa, Ni-Mama, Yin-Yin, Ji-Ji, Papa, Mama.)


Nun ist es halb 9, mein Freund und seine Mutter versuchen „Jelly“, die japanische verkorkste Antwort auf unseren tollen Pudding, zu machen und ich sitze in der Küche, bin vollgefressen (mir wurde der Abwasch abgenommen) und müde.

Vor allem Ji-Ji schiens geschmeckt zu haben, er hörte nicht auf. Und gestern hat der sonst eher Schweigsame sogar seine Englischkenntnisse rausgekramt, weil keiner zum Übersetzen da war und wir haben uns über Gott und die Welt, den aktuellen Währungskurs und die Koppelung vom Yuan (chinesische Währung) an den Dollar unterhalten. Ja, das GEHT, auch mit nur einer Hand voll Worten. Irgendwie.

Jiji mit einer Falsche koreanischem Reislikör (? So genau weiß das keiner) und dem Rest BRatkartoffeln und Schichtkohl.


So, Bäuche sind gefüllt, ich bin fertig und so gern ich meine chinesische Familie hab, wenn ich diesen Duschmarathon der 9 Leute grade sehe, bin ich froh, wenn ich die wieder „für mich“ habe ;)

Montag, 2. April 2012

Ankunft

Los ging es am 29.03.2012.
Der Abflug war ungewöhnlich entspannt. "Ist ja nur für ein Jahr", meinen wir drei und fühlen uns trotzdem ein wenig unwohl bei der ganzen Sache. Denn wenn ich wiederkomme, sind wir alle ein Jahr älter. Gut, dass meine Eltern nach einem halben Jahr einmal vorbeischauen wollen, um unsere kleine Wohnung, die wir bis dahin hoffentlich haben, begutachten wollen ;)

Ich fliege diesmal Aeroflot. Der Start von Hannover nach Moskau war ziemlich wackelig, was am schlechten Wetter lag. Als wir diese nervige Schlechtwetter-Wolke durchquert hatten, war alles wieder super. Das Essen war klein, etwas wenig, aber ok. Der Nachtisch bestand aus undefinierbaren Bonbon-Riegeln. Einmal dran schnüffeln, ein bisschen anknabbern und für gut befunden. Schoko und etwas Nuss. Ganz lecker. Und beim nächsten Flug sollte ich dringend auf Russisch "Danke" und "Entschuldigung" lernen, sonst wird jeder Gang zum Klo ein gestenreicher Durchlauf ;)

Die Stewardessen waren wie erwartet "russisch-freundlich", also schienen für mein deutsches Gemüt ruppig und unfreundlich, weil kein Lächeln ihre Lippen umspielte, sondern immer ein leicht grimmiger Ausdruck zur Schau getragen wurde. Aber sie waren immer freundlich, geduldig udn hilfsbereit, also schien alles ok. Meine Sitznachbarn waren zwar auch Russen, aber ganz anders. Sie lachten viel und trotz ihrer mindestens 70 Lenze waren sie noch ganz verliebt ineinander. Ich hab sie von Anfang an gemocht, weil sie so offen und fröhlich waren. Überraschenderweise konnten sie ein paar Brocken Deutsch (Bitte, Danke, Entschuldigung) und so kamen wir ins Gespräch. Sie waren auf einem naturwissenschaft-physik-Symposium in Braunschweig.
Ich bin mittlerweile schon weit über 10 Mal hin und her geflogen, davon die Hälfte mit Transfer, aber so nette Nachbarn hatte ich noch nie. Kann ich mich dran gewöhnen.

Der Flughafen Moskau ist kleiner als gedacht, schwuppsdiwupps war ich durch den Transfer udn saß in der Wartehalle, natürlich wartend auf meinem Abflug. Flughafenshopping war noch nie so meins, ich steh halt nicht so auf Swarowski-Kristalle und solcher Art Kinkerlitzchen. Außerdem war alles unwahrscheinlich teuer. Das Flughafenpersonal war wenigstens in Deutschland echt freundlich und propten oft ihre Deutschkenntnisse. Das Entertainment Programm von Hannoer nach Moskau war dürftig. Es gab keins.

Der FLug Moskau-Tokyo war wiederrum echt langweilig, keine Spirenzchen.
Ach so, in Moskau wurde ich übrigens mit einer Schneelandschaft begrüßt. Das Flugzeug nach Tokyo musste erstmal enteist werden.
Ich saß wie immer am Gang und hatte also auch da mal wieder die Klogewalt. Da wir aber direkt hinter den Toiletten saßen, hatte unsere Reihe so viel einfreiheit, dass man selbst an dem schlafenden Nachbarn problemlos vorbeikam. Allerdings wurde es bei mir mit dem Schlafen nix... Mir gingen viele dInge durch den Kopf. Immerhin ein Jahr...Und mich erwartet eine chinesische Familie für 2 Tage in einem kleinen Haus, wo mein Freund ein Zimmer hat. Sie bleiben fast 2 Wochen, das heißt: Mama, Papa, Onkel, Tante, Tante... und so irgendwie.

irgendwann kam ich auch bei meinem zweiten FLug mit meinen Nachbarn ins Gespräch. Dem Familienvater war aufgefallen, wie routiniert ich die Einreisepapiere ausgefüllt habe, das fand er interessant. Ich fand interessant, dass die Mutter ein geiles Bild gezeichnet hat. Und die Tochter ist auch schon einer Kunstuni. Neid!


Am 30. März kam ich erstmal an, schleppte mein eigenes Gewicht in Koffern und Rucksack durch Tokyo zu meinem Fruend nach Hause, der auf Arbeit war. Hab auch zum ersten Mal ein Taxi genommen. Stolz! Und der Taxifahrer war nett.

Dann hab ich mich erstmal geduscht und nach dem Begrüßen von "Papa" hab ich mich aufs Ohr gehauen. Am Abend haben wir alle zusammen Zuhause chinesisch gegessen. Also, Mama, Papa, Onkel, Tante, Tante, Michael, Mitbewohner und ich.

Am 31. März hab ich erstmal ausgeschlafen, also bis Mittag. Und am Abend gings zu Lei - neue Wohnung besichtigen und Kaoru und Anna treffen. Dazu gab es Pasta und Grattin - auch mit Nudeln (komisch, die Japaner). Lei kinnte seinen eigenen Ofen nicht bedienen, auch Anna stellte sich erst ein wenig doof an, hat es dann aber irgendwie hingekriegt. Männer, alles müssen die Frauen machen, die im Gegensatz zu den anwesenden Männern kein technisches Japanisch können oder keinen eigenen Haushalt besitzen ;)


v.l.: Kaoru, Lei, Anna, *_*

Am 1. April ging es erstmal meine Alienkarte beantragen, damit ich ein registrierter Alien bin. Mit dem Ding kann ich mir dann auch Handy und Konto holen. Hmm...
Danach bin ich erstmal allein durch Shibuya geschlendert. Michael verbrachte seinen freuen Tag mit seiner Familie auf Odaiba, so ein Vergnügungsdistrikt. Ich finde den allerdings weniger vergnüglich und bin deswegen nach Shibuya, um mir vergessene Ladekabel für Laptop udn E-Reader zu besorgen. Das war auch wichtig, sonst hätte ich den Blog noch nicht schreiben können ;)

Am Abend aßen wir mit einer weiteren in Tokyo lebenden Tante, deren Sohn und Mann alle bei einem Sushi-Chef. Das war interessant und ich ärgere mich, meine Kamera vergessne zu haben. Geniale Konstruktionen zum Essen - war sicher nicht billig (schlechtes Gewisen meldet sich, natürlich hat die Ausländerin sowie alle anderen nichts bezahlt, das hat der Mann der Tante gemacht...).

Am Abend hab ich endlich ein bisschen Platz in dem kleinen Zimmer, das ich jetzt für zwei Monate mit meinem Freund bewohnen werde, bekommen: 13m² für zwei Personen, man sehe sich die vorher-nachher-Bilder genau an :D

Da wars dann auch wieder, vor meiner Zimmerschiebewand (Wohnzimmer und unser Zimmer sind nur mit einer Schiebewand voneinander getrennt) trudeln alle anwesenden Chinesen ein. Also, alle, die da sind, aber kein Englisch können. Michael ist auf Arbeit, Roby, der englisch Sprechende Mitbewohner und auch Chinese, ist auch irgendwo. Ein Abendteuer, aber ich lerne ein paar Brocken Chinesisch. Hehe!


vorher


nachher - besser, ne?

Donnerstag, 22. März 2012

Wie man sein Visum nach Japan bekommt.

Endlich, mein Certificate of egilibility (CEG) ist da! Auf diese Nachricht hatte ich ja schon sehnsüchtig gewartet, denn es heißt, dass ich mit diesem sehr wichtig aussehenden Papier mit einem freundlichen Foto von mir drauf mein Studentenvisum in der japanischen Botschaft bekommen kann. Kurz nachdem ich diese Nachricht bekommen habe, wurde also flugs das Bahnticket gebucht und gestöhnt: Wenn man vor 10 Uhr bei der Botschaft den Antrag stellt, kann man sich am gleichen Tag das Visum um 16 Uhr abholen. Das heißt aber auch: Früh aufstehen. Mein Zug ging um 6. Also um halb 5 aufstehen…

Das CEG, ahem.


Morgens war natürlich nichts los auf den Straßen. In meiner Bahn saßen ein paar vereinzelte Frühaufsteher – munter sahen sie aber nicht aus, kurz nach 5 aber auch kein Wunder! – und ich sah zum ersten Mal jemand, der mit Zeitung in die Bahn kam!

Keine Probleme nach Berlin zu kommen. Ich war natürlich viel zu früh da und musste noch eineinhalb Stunden Zeit auf einer Parkbank mit Zeitschrift (was hat denn dann schon auf?? Wird ja alles immer später) totschlagen, bis ich in die Botschaft konnte. Sie macht um 9 auf. Und da sind sie pingelig! Ich kam 8.52 Uhr dort an, mir wurde aber gesagt, dass ich noch 8 Minuten zu warten hätte, bis sie mich einlassen dürften. Hmm. Also draußen rumlungern und sich ein bisschen wie ein Penner im schicken Botschaftsviertel vorkommen.

Überraschend auf dem Weg zum Einlass (kurz bevor man mir sagte, ich hätte noch 8 Minuten zu warten) lief ich einer Deutschen und einer Japanerin über den Weg und nachdem die Japanerin und ich uns beide mit einem „Die-kenn-ich-doch-oder?“-Gesicht angestarrt haben, fiel uns nach einer Weile Starren auf: KLAR!! Sie studiert zwar in Deutschland, aber kennen gelernt habe ich sie bei meinem letzten Jahresaufenthalt in Japan durch gemeinsame Bekannte. Sie arbeitet seit ca. einem Jahr in der Botschaft (leider nicht in meiner Visumsabteilung ;) ). Die Welt ist klein.

Dann konnte ich auch bald rein, begleitet von drei Japanerinnen, wo die jüngste wohl ihren Pass neu beantragen musste.

Drin war ich perplex, denn entgegen der Auskunft (und eigenen Annahme), ich müsse nur das CEG mitbringen, musste ich ein Formular ausfüllen (gut, das hätte ich vorher genauer inspizieren müssen, ich dachte aber, dass ich so was nicht bräuchte, da ich doch das CEG habe…?). Und dann noch ein Passbild?! Gut, dass ich immer welche in meinem Portemonnaie habe (echt jetzt, und an alle, die mich mal gefragt haben, WARUM ich denn Passbilder mit mir rumschleppe: JETZT WISST IHRS!).

An alle, die bald nach Japan gehen und ein Studentenvisum brauchen, hier eine kleine Liste, was zur Botschaft mitgenommen werden muss:

  1. CEG
  2. Pass
  3. 1 Passbild (kein Automat in der Nähe, also denkt dran!)
  4. Adresse des Bürgen in Japan (Die Uni ist auch ok, falls ihr keinen Namen habt)
  5. Adresse, wo ihr wohnen werdet (plus Telefonnummer, falls vorhanden)
  6. Die Adresse unserer Uni (plus Telefonnummer, falls vorhanden)
  7. Für Abholung des fertigen Visums am gleichen Tag um 16 Uhr VOR 10 Uhr da sein!

Ab Punkt 4 hatte ich natürlich nix mitgebracht (ja, auch das hätte man vorher in dem Formular, das die Botschaft auf ihrer Seite online hat, lesen können, aber wie gesagt: Ich dachte, mit CEG bräuchte man das nicht ausfüllen). Also alternativ: japanischer Uni-Namen und Stadt eingetragen, Michaels Adresse wurde aus dem Gedächtnis geschrieben und das genaue Raster der Nummerierung, um sein Haus zu finden… Gut, dass die nette Frau bei der Botschaft mir sagte, die sei eh nicht so wichtig. Ich gehe davon aus, das gilt auch für die Adresse unserer Uni, aber die hab ich rausbekommen ;)

Dann habe ich im Sony Center das im Internet angekündigte Open W-Lan gesucht und nicht gefunden. Ist natürlich doof, wenn man drauf angewiesen ist, muss also ohne gehen. Ab in eine Cafébar für 5 Stunden, dann wieder ab zur Botschaft. Und währenddessen ein kleines Mittagessen im teuren Berlin genießen und müüüüüüde werden.

Das Visum dann um 16 Uhr abgeholt und fertig wars. Hier seht ihr das Ergebnis. Es kann losgehen! Also, ich muss schon sagen, das japanische Studentenvisum sieht richtig schick aus! Dagegen loosen eindeutig die Touristenvisa ab :D Oder?


Mein Visum. Zusammen mit dem CEG, das muss ich dann am Flughafen abgeben muss, mein Visum.

Freitag, 16. März 2012

Hallo, liebe Leute,

nun, eigentlich hatte ich ja vor, gleich nach meinen Weihnachtsferien in Japan zu schreiben, der Post war sogar schon vorgetipp. Nun, dann kam aber eines zum anderen, ein neues Betriebssystem hier und ein endgültige Universätszusage da... wer einmal versucht hat, in einem Monat sein Leben von einem Land ins andre zu verlagern und nebenbei noch versucht, zu studieren, wird unterschreiben können, dass es eine stressige Zeit. Und siehe da: Der letzte Post ist drei Monate her?!

Nun, bei meinem letzten Besuch habe ich ein paar Kuriositäten in Japan gefunden, die ich euch hier nicht vorenthalten wollte. Immerhin, drei Wochen, da kommt etwas zusammen ;)



Die "living bar" im 6. Stock in irgend einem Hochhaus in Shinjuku. Japaner haben es ja bekanntlich nicht so mit Englisch, sodass sie ihre Bar kurzerhand lebendig machen. Was genau da jetzt lebt oder ob sie doch nicht lebt, konnte ich nicht feststellen. Sie war zu, als ich dort langschlenderte.




Das liebe ich ja! "Park" auf Deutsch und Japanisch heißt offensichtlich etwas anderes, denn auf dem Schild, das mitten in der Kieswüste dort steht, heißt es: "Im Park ist rauchen und Zigarrettenstummel wegschmeißen verboten".
"Park? Welcher Park?", fragt man sich da, aber... Ja... es ist wirklich... diese Kieswüste da gemeint. Ich habs auch nicht glauben wollen. Vielleicht die Blumen da rechts...?




Wer möchte raten, wo ich da war? Nein. Diesmal war es keine Darstellung des Oktoberfests, ich war doch zum Jahreswechsel drüben (ok, ich gebe zu, das muss eigentlich nichts heißen). Wenn man sich überlegt, wo es noch Lebkuchenherzen gibt, kommt sicher bald auf den Weihnachtsmarkt. Da Japaner kein Deutsch können, werden dort wohl die Lebkuchenherzenreste vom Oktoberfest verkauft. Wie sonst erklärt man sich die Schriftzug "Gib mia a Busserl" und "Oktoberfest"? :DDD



Nekocafes, ein Katzencafe! Ich musste noch ein Bild dieser Kuriosität - in Deutschland sicher wegen der Hygienevorschriften verboten, Essen und Tiere zusammen?? Unmöglich - einfach posten! Und auch wenn man mit diesen Tierchen so ziemlich alles machen kann, was man möchte... Ein besseres Bild mit diesem kleinen störrischen Tieger war nicht zu machen. Nun, wenigstens sieht die Katze gut aus, dieser Poser ;)
Ach so, ein Katzencafe - für einen bestimmten Betrag kann man eine gewisse Zeit mit den rund 30 Katzen dort spielen. Trinken kann man kaufen und mit in den Raum nehmen, Essen jedoch muss man draußen im Separé. Das nächste mal frage ich, ob ich ein Video machen kann :D

So, und nun für alle Mitleser, die bald rübergehen, aber noch beim Auslandsbafög unsicher sind: Ich weiß jetzt, was ich bekomme, und ich kann nur nochmal sagen: Inlandsbafög PLUS Auslandszuschlag. Dann habt ihr eine Orientierung ;) (Gilt natürlich nur, wenn sich bei der Situation eurer Eltenr und euch nichts verändert hat)

Grüße~
In 2 Wochen gehts los!

Samstag, 12. November 2011

Bafög, Krankenversicherung und Co.

Wer sich einmal entscheidet, ins Ausland zu gehen, dem wird wahrscheinlich auch der Bafögantrag bevorstehen. Auf jeden Fall sollte man es versuchen, denn für den Auslandszuschlag gelten andere Regeln als für den Inlandszuschlag, der besserverdienende ggf berücksichtigt.
Aber es ist ein Papierkrieg, was sie wann wissen wollen, passt nicht immer in die Mühlen der Universität. Und nochmal zur Verdeutlichung: Auslandsbafög heißt Inlandsbafög plus AuslandsZUSCHLAG. Die Mär, dass man nur den Zuschlag bekommt, wenn man ins Ausland geht, möchte ich hier einmal als nichtig bezeichnen. Ein Zuschlag ist ein Zuschlag, keine ausschließliche Förderung.

Die Krankenkasse war unkompliziet. Bescheid gesagt, dass ich nicht da bin, wenn ich aus ihr bei meinem 25. Geburtstag herausfalle, zack, Formular zugeschickt bekommen, ausgefüllt, eingetütet und ab damit in die Post. Erledigt.

Nun zum Bafög. Neuerdings sind die Studentensätze an den Prozentsatz gebunden, den das Auswärtige Amt zum Kaufkraftausgleich nach § 55 des Bundesbesoldungsgesetzes festsetzt und unterliegen dementsprechenden schwankungen. Auf Deutsch heißt das: Kürzungen für Studenten anhand der Kosteneisparungen bei Beamten, die unter dieses Besoldungsgestz fallen.
Anstatt früher einen Auslandszuschlag von 315 Euro für Japan, nimmt sich das Bafögamt heraus zu sagen, für die erste Hälfte 2011 gibt es einen Zuschlag von 209 Euro und für die zweite nur 179 Euro, obwohl (!!) der Yen in dieser Zeit unheimlich stark geworden ist (von 80 Yen=1 Euro zu 101 Yen = 1 Euro, Danke, Griechenland!), fallen die Auslandszuschläge.
Ich finde, wenn uns schon wie Beamten das Geld gekürzt wird, können wir auch Lohn wie ein Beamter beziehen. Leider wurde mein Anliegen rundweg abgelehnt. Und da sagt mir mal einer, es ist keine Willkür am Laufen.

Aber wir in Japan sollten uns nicht beschweren, denn immerhin bekommen wir noch etwas. Hier sieht man, wie viele Länder nach der Reform zum "neuen Bafög" einfach mal nicht mehr für den Zuschlag in Frage kommen. Die Zusammensetzung des neuen Bafögs, Thema Auslandszuschlag, lässt sich dann hier paragraphisiert nachlesen. Achtung, Beamtendeutsch!

Noch eine gute Nachricht an Franzi: Meine Ärztin hat mich lieb, mir wurde "Verdacht auf Tracheitis" bescheinigt und ich wurde zum Röntgen geschickt. Naja, ich hab ja auch so einen Husten in letzter Zeit...
Juchu, am Ende der nächsten Woche sollte ich das fertige Gesundheitszeugnis haben. Fehlt nur noch mein BA-Zeugnis - und wenn es nur das vorläufige ist. Dann hat es sich erstmal ausbürokratisiert. Bis ich mein Visum beantragen muss.

Bleibt nur noch mein Forschungsprojekt, was ich mir dieses Wochenende nochmal anschauen muss. Ich hoffe, wir bekommen das hin!

Donnerstag, 10. November 2011

Die zweite Runde des Abenteuers beginnt - und damit das neue Austauschjahr

Tja, ich glaube, ich kann sagen, dass es jetzt offiziell ist. Noch nicht 100% sicher, aber dennoch sicher genug, dass schon etwas Größeres passieren muss, damit es nicht klappt.

Ich darf noch einmal ein Jahr nach Japan!!

Dieses Mal geht es an die Senshu-Universität in Kawasaki. Die Parterschaft besteht seit 1993, wenn ich mich nicht irre und ist damit eine der ersten, wenn nciht sogar die erste, die unsere Uni in Japan hatte. Außerdem ist der Sprachkurs offensichtlich super, sodass ich meinem Ziel, dem JLPT N1, sicherlich näherkommen kann.
Unsere Partneruniversität hat auch einen Campus in Ishonomaki oben in Fukushima, der nach dem Erdbeben stark beschädigt wurde. Am Anfang des letzten Semester arbeiteten wir als komplette Japanologie zusammen und sammelten Spenden. Die Studenten buken Kuchen, belegten Brötchen und machten die tollsten Kekse. Das alles verkauften wir als Institutsgruppe stellvertretend einige Tage lang im Hohen Weg und vor dem Audimaxx.
Damit nicht genug, mussten wir außerdem die Spenden übergeben. Das wurde ziemlich offiziell in unserem Institut dem derzeitigen Gastprofessor von der Senshu, Herrn Shimane, übergeben.
Kleine Berühmtheiten wurden wir dabei auch. Hier kann man auf Japanisch sehen, wie die Senshu-Uni unser Tun verfolgte:

Wer auf den Link nicht klicken möchte, hier haben wir auch einen Zeitungsausschnitt aus der Campuszeitung:


(Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

So, an diese Uni wird es nun wohl für ein Jahr für mich gehen. Los geht es um März/April herum.


Dieses Mal dachte ich, ich dokumentiere nicht nur meinen Aufenthalt in Japan, sondern auch den Kampf um das Visum (einmal nach Berlin und zurück), den Gesundheitscheck (wer bitte hat heutzutage in Deutschland noch Tuberkulose? Genau, und warum muss ich mich dafür extra röntgen lassen??) und um das richtige Ausfüllen der Bewerbungsunterlagen.
Nicht zu vergessen den Kampf ums Auslandsbafög, die Krankenversicherung, aus der ich während meines Aufenthalts rausfallen würde (25. Geburtstag), sodass man sich vorher kümmern muss und ... ich habe sicherlich etwas vergessen.
Und darum geht es morgen zu meinen Eltern: Mein Vater hat mir Bafög und Krankenkasse abgenommen. Wir müssen einige Dinge besprechen. Außerdem auf der To-do-List: checken, wie lange die ganzen Untersuchungen bei meiner Hausärztin dauern oder ob es sich lohnt, gleich zur Plolireil zu trotten.

Also, bis die Tage, meine Lieben, ich hoffe, wir lesen uns jetzt öfter!

Montag, 7. März 2011

Die erste Woche um März 11

*pitz putz*
*huuuuuust*
*Besen schwing*
Entschldigung, bin grade mitten im Frühjahrsputz! Schließlich bin ich wieder in Japan und hab das ein oder andere zu schreiben. Soll heißen: Updates für diesen Monat sind im... ähm... Kommen.

Vorab: Japanishe Häuser sind kalt!! Außentemperatur=Innentemperatur. Da es hier um die 0 Grad ist und es schon wezimal (!!! Im März in Tokyo!!) schneite, bin ich nur am Frieren. Hab mir mehr Kurzärmelig mitgenommen. Petrus ist ein Doofkopp!

Am 1. bin ich erstmal angekommen (Hilfe! Ist ein Airbus A380 groß!) und anstatt mich mit Nancy, Franzi und Alex zu treffen einfach eingeschlafen... und habe auch dann den ganzen Tag verschlafen. Das kommt davon, wenn man seine Hausarbeit, Praktikum und den zugehörigen Bericht an einem Wochenende fertig bekommen möchte (ausgenommen das Praktikum, das ging natürlich über drei Wochen).

Am 2. sind wir erst zur chinesischen Botschaft (Visum für die Reise nach China) und dann nach Asakusa gegangen, um zu "Beten". Letzendlich haben wir (ich) Shopping betrieben und eine Menge Geschenkchen gekauft (ich). Dabei haben wir hier und da eine Kleinigekeit gegessen und anstatt zu beten haben wir einfach ein Paar "Bleib gesund" und "Good luck" Glücksbringer gekauft. Abends gabs dann Yakiniku - gegrilltes Fleisch. Michael zeigt eindrucksvoll wie man es richtig macht (Genau, Männer am Grill. Da hat Frau keine Chance. Außer beim Gemüse: Die Zwiebeln sind mein Werk ^_^)

Am 3. hab ich mich mal aufgemacht, Harajuku zu erkunden und die wunderbaren Crepes dort zu essen. Ich hab sie so vermisst! Und ich war überrascht, die Takeshita-Straße so leer wie nie zuvor vorzufinden. Lag wohl daran, dass "Hinamatsuri" war, das Puppenfest. Irgendwas mit Kindern soll wohl auch an Schreinen sein, aber ich kam wohl mal wieder zu spät, sodass ich mich gleich auf die leere Takeshita begeben habe, um was zu futtern und Window-Shopping zu btereiben (übrigens: Japaner haben echt ein Faible für Rüschen. Immer noch U_U).

Der 4. war dann ganz im Sinne vom Faulenzen. Ich habe mich erstmal in mein mitgebrchtes Buch und die gekauften Manga vergraben und den ganzen Tag gelesen. Das war toll!!

Was ich am 5. gemacht habe, ist eine echt gute Frage.

Am 6. sind Michael und ich nach Shinagawa zum Flohmarkt. Dafür musste ich den Herren "schon" um 9 aus dem Bett schmeißen (klappte auch so mehr oder weniger). Ich wollte unbedingt etwas Bestecktmäßiges abgreifen und eben Nippes... dabei hab ich mir dann einen Kimono gekauft. Michael ging seiner "Sucht" nach und graste (und kaufte) alles, was mit Gundam zu tun hatte. Am Ende hab ich dennoch mehr bezahlt als er. Kimono.
Danach sind wir nach Kichijoji ("um die Ecke" von Shinjuku) in den Zoo. Dort haben wir neben Kleintiere begutachten auch mit echten Meerschweinchen spielen können. Die gabs da in einer speziellen Ecke für die Besucher zum Kuscheln. Weil es Sonntag war und dementsprechend voll, war natürlich die Zeit begrenzt. Geübt - hatte ja selber mal zwei Meersäue - fischte ich mir eins aus dem Stall und setzte mich und beobachtete mit meinem neuen Freund, wie Michael versuchte, etwas ungelenk seinen Favoriten herauszufischen. War wirklich putzig, er wollte den Tierchen nicht wehtun, da flutschten sie einfach aus seinen Händen und mümmelten munter weiter ;)
Am Abend suchten wir dann Reinigungen für Kimono. Mein gekaufter ist zwar ein ziemlich guter, aber eben voller Flecken. Die müssen raus, bevor ich ihn zeigen kann!

Am 7. war wieder viel los. 4
Zuerst ging es ab in die chinesische Botschaft. Pass und Visum abholen (Juchu - mein jungfräulicher Pass wird bunt!)
Dann schnappte ich mir ein paar gute Sachen, denn ich hatte am Abend noch was vor und brachte ich den Kimono in die Reinigung, die Michael schon am Morgen angerufen hat. Die musste ich im unbekannten Terrain und mit mäßier Wegbeschreibung erstmal finden. Als ich da war, wurde ich in einem Tatami-Zimmer von einem älteren Ehepaar begrüßt, die etwas verwundert dreinschauten, was denn diese Ausländerin in einem Kimono-Laden möchte. Hab es ihnen dann gesagt und sie waren erfreut, dass ich Japanisch kann. Dadurch kamen wir (zwangsweise - ich muss den Kimono immer noch sauber bekommen ^.~) ins Gespräch. Sie sagten mir, der Kimono sei ungefähr 40 Jahre alt. Ob sie alle Flecken raus bekommen wissen sie aber nicht.
Dann palaverten wir noch eine Weile über meinen Freund, der mit der Telefonnummer herhalten muss (huch, was ist denn das für ein Name? Wo kommt er denn her? Wieso China? Lebt er hier? Was macht er denn so?) und natürlich über mich (gleiche Fragen - natürlich mit dem Lob über mein Japanisch ^.~).
Dann musste ich schon weiter und kam eine halbe Stunde zu spät, zum Vereinbarten Treffpunkt mit Waku - ein alter Freund von den Gasshukus. Schön, mal wieder miteinander zu reden :) Themen waren mal wieder Deutsch, Japanisch... naja, das Übliche, über was zwei Sprachstudis eben so reden ;)
Dann ging es ab zum Bahnhof "Tokyo", wo ich mich um kurz vor 6 mit Michael treffen wollte, um zu einem Firmenseminar zu gehen. Sozusagen "Jobhunting", auch wenn ich keinen Job suche, aber es ist mal interessant, sowas zu sehen.
Hab mich vorher auf ner Toilette (haha...) umgezogen und dann den richtigen Ausgang gesucht, was bei dem Bahnhof Tokyo echt ein Abenteuer ist. Dieser bahnhof befindet sich irgendwie seit ich Denken kann im Umbau und ist dementsprechen verwirrend. Bis zum Abend hat sich natürlich auch das Handy, das Michael mir (nicht fertig aufgeladen >_<) gegeben hat, verabschiedet, sodass ich mein letztes Kleingeld zusammenkramen musste, um mit ihm einen anderen Treffpunkt ausmachen zu können.
Dann hab ich meinen Terminplaner beim öffentlichen Telefon vergessen (hab ich nach dem Seminar wiederbekommen), sind zum Seminar gegangen, dort ist kurz nach der Begrüßungsrede mein Glas in meiner Hand explodiert (nix passiert. Alle Finger noch da, nur ein wenig verschrammt) und danach hab ich versucht, mich mit Firmenangestellten über... Jobs in Japan zu unterhalten. Natürlich war alles auf Japanisch.
Das Buffet war übrigens erste Sahne. Hab nur nicht viel gegessen, eher viel gefragt :)

Jetzt sitz ich hier und schreib den Weglog, während Michael mich anmault, dass ich noch zu lange auf bin und tippe. Schlafen.
Sorry Leute, genug geredet. Der nächste Eintrag folgt bestimmt - Dann über China :)

Grüße~

Freitag, 9. Juli 2010

Nicht grade das, was jeden Tag passiert...

Nun, Japan ist ja bekanntlich das Land mit den seltsamsten Angewohnheiten. Fast jeder verbindet mit Japan grüne Motorräder, Mädchen in viktorianischn Kleidchen, Schuluniformen und kleine, hübsche Mädchen. Außerdem fahren sie hier links.

Aber darüber will ich eigentlich nicht berichten. Die Dinge aus meinem Alltag könnten eigentlich viel interessanter sein, denn das ist Japan-live. Wenn auch nicht alltäglich...

Japan ist ein sicherheitsliebendes Land. Es gibt keine Baustelle, wo nicht mindestens ein Mann (oder wahlweise auch mal eine Frau) steht, die mit einem Plastikstäbchen, das Nachts leuchtet, wedelt, um einen den richtigen weg zu weisen. Man könnte ja so beschränkt sein und das offensichtliche nicht sehen. Alles ist möglich! Darum stellt man in diesem Land einfach an jede Baustelle ein lebendes Männchen. Damit dürfte die Gefahr, bei einem Tsunami zu ertrinken, bei weitem größer sein als von einem Bagger überrollt zu werden.
Dennoch, vor einigen Wochen, als es mal wieder regnete (verdammte Regenzeit!) bin ich eine natürlich ungesicherte Treppe runtergepurzelt. Das Geländer war unter ferner liefen und es war so irre glatt, dass eine Amerikanerin hinter mir den Anfang machte. Noch während ich fragte, ob bei ihr alles ok ist, legte es mich lang. Nun hat mein Hinterteil eine interessante Farbe bekommen und ich bin einen Schock reicher (und diverse blaue Flecken).

In Deutschland ist man mit 18 Volljährig und kann ohne Probleme Alkohol kaufen. Meistens wird nicht einmal der Ausweis verlangt (es sei denn, man hat so ein Milchgesicht wie ich, dann wird man auch mit 22 noch nach dem Ausweis gefragt, um ein Becks zu kaufen). Hier in Japan ist man mit 20 Volljährig (ja, auch wenn Japaner alle so jung aussehen und wir Westler für die Japaner so alt, ich muss auch hier meinen Ausweis VORZEIGEN!!). Kein Problem.
Jedoch erzählte mir Annika, dass sie letztens für eine Flasche Sprudelwasser ihren Ausweis vorzeigen musste. Man mischt mit dem Sprudelwasser (genannt "Soda") Alkohol, und nur deswegen muss die Verkäuferin doch sicher gehen, dass Annika auch wirklich wirklich schon 20 ist, auch wenn sie nur 4 Flaschen Sprudelwasser auf dem Tresen stehen hat.
Verständlich, dass sie erst nach 3 Anläufen verstanden hat, dass die Frau ihr das Wasser erst verkauft, wenn sie ihre Volljährigkeit bewiesen hat...

Die besagte Problem-Flasche.

Als Katzenliebhaber komme ich vor allem in den Parks in Japan auf meine Kosten, denn wild lebende Katzen gibt es hier Zuhauf. Eine Plage? Ich denke nicht. So viele gibts von den Leisetretern dann auch wieder nicht. Ich spiele regelmäßig mit einer bestimmten anonymen Katzenfamilie in einem Pappkarton, denen es eigentlich ganz super geht.


In letzter Zeit bin auch ich Fußballmuffel zum WM-Liebhaber geworden - jedenfalls solange die deutshce Mannshaft auf Erfolgskurs war. Das fing schon in den Vorrundenspielen an (auch wenn ich nicht bis um 3 Uhr nachts aufblieb - das ist die Zeit des Spieles um 20.30 Uhr...)


Vlnr: Christian, ^^; (Namen vergessen T_T), Mariko beim Public Viewing in einem überfüllten Club/einer Bar in Roppongi

Beim Spiel Japan gegen Kamerun war ich bei Michael und Roby, die sozusagen ein privates Public Viewing gemacht haben, Hendrick und einige andere Deutsch-Studenten waren auch dabei. Und ja, ich hab die Erlaubnis, dieses grandiose Video von Roby in meinen Weblog zu laden, wo er vergeblich versucht, ein bestimmtes deutsches Wort zu sagen.



Dann war ich noch in einer Bar, die eine japanische Bekannte in unregelmäßigen Abständen macht. Dort lernte ich interessante Leute kennen. Einen amerikanischen, halbjapanischen Philosophie Studenten, der sich in diesen Semesterferien in Japan klar werden wollte, was er werden will, der aber kaum Japanisch spricht, einen Architekten, der die berühmte Ghibli-Uhr designt hat, die auf der Sio-Site zu sehen ist und auch eine riesen Gundam Wing (Anime, Manga) Figur, die mehrere Meter groß ist und bis letztem Jahr in Odaiba stand. Sehr toll! ^^

Zweite v. l. ist Mami, meine Freundin, dann ein Freund von ihr (das Mädchen links ist auch eine Freundin von ihr), dann Der Architekt und Yuen (oder wie man das schreibt), der Halbjapaner. Lustige Truppe
Lebensgroßer Gundam-Kampfroboter.

Die Ghibli-Uhr in Shiodome, Shio Site

Am 4. Juni habe ich den JLPT 2 gemacht.

Hier der test-Ort. Eine Uni in Yokohama, die sicher noch nie so viele Ausländer (ok, Chinesen, die fallen eh nicht auf!) gesehen hat.

Das steht für "Japanese Language Proficiency Test" und ist so ziemlich der einzige, der das allgemeine Japanisch testet und überall anerkannt wird. Der 1. ist der höchste, was dir ein Japanisch bescheinigt, bei dem du eigentlich alles "alltägliche und allgemein Fachliche" auch verstehen kannst, ohne ein Wörterbuch zu benutzen. Der 2. ist das alles ohne das Fachliche ;)
Aber wie gesagt, man SOLLTE.
Hier ein Kommentar von einer Website:
"People who have passed Level 2 (for they do exist) go all misty-eyed when the subject of Level 1 is raised, as if talking about some mysterious holy grail that many have heard rumour of, yet remains only the stuff of legend..."

Und hier der Link dazu, auch für alle, die sich mal ein Bild von den Kanji machen wollen:
http://japanese.about.com/gi/dynamic/offsite.htm?site=http://www.kanjisite.com/html/about/joyo.html
Der test bescheinigt letztendlich, dass man ein Kanji-Wissen eines Grundschülers hat...
Kein Wunder, dass auf 10 Chinesen nur 1 Westler kam... War sehr interessant, so viele Kanji sidn als Westler doch zu schwer xD

Ansonsten gibt es in diesen Bilderarmen Blog auch mal was zu sehen.

Dieses sehr "anmutig" aussehnde Vieh aus dem Land, in dem anscheinend nur die Menschen klein sind, maß erstaunloche 7-8 Zentimeter und war schon RIESIG! Ryoma, Yukiko, deren Freundin und ich sind erstmal gesprungen und haben aus der Ferne unsere armen Sachen bemitleidet... Mein Zoom machte eine Nahaufnahme möglich! Man beachte, Kakerlaken: 3 cm (mindestens!) Tausendfüßler: an die 10 Zentimeter.
Ich will hier keine Hummel sehen!

Freitag, 25. Juni 2010

Was fuer ein Tag - Begegnung mit de dritten Art

Nicht nur, dass es einfach nur schweineheiss in Tokyo ist, nein. Ich habe einen Pechtag (und das bei den ganzen Klimaanlagen um mich herum, die mich einfach wahnsinnig machen - bin ja kein Amerikaner, der sich grade wieder wie Zuhause fuehlt ;) )

Heute Morgen haette ich erstmal beinahe verschlafen, was so gar nicht schoen waere, da wir ja einen Test schrieben. Bin dann also mal fix zur Uni geflitzt. Dort wusste ich auf so kaum eine Frage der Lehrer die Antwort, weil mein Gehirn auf wundersame Weise immer kurz bevor ich an der Reihe war, den Geist aufgab. Jedes Mal. Wenigstens schien der Test gut gelaufen zu sein. Hoffe ich >.>
Und als dann Chris und Djanelle meinten, wir muessen heute einen JASSO-Stipendium-Bericht abgeben (den ich nicht geschrieben hatte - den Zettel mit Stichtag haben wir vor einem Jahr bekommen!), war der Unialltag schonmal ganz gelaufen.

Auf dem Rueckweg verpasste ich meinen Zug um sage udn schreibe 2 Sekunden (bumm - Tuer vor Nase zu) und ich durfte die Zeit mit Warten verbringen. Im Zug bin ich dann eingeschlafen und haette fast meine Haltestelle verpasst.
Da mein Heimweg noch sehr weit ist, goennte ich mir erstmal ein Trinkeis, das ich in Japan lieben gelernt hatte. Leider liess sich das aber einfach nicht aus dem Tuetchen schluerfen wie sonst und ich sah ziemlich bescheuert aus, als das ganze Wohnheim an mir vorbeistiefelte udn ich waehrenddessen ein Trinkpaeckchen Eis zusabberte. Natuerlich lief danach alles wie geschmiert. Es flutschte sozusagen.

Danach passierte einige Stunden nicht viel, ausser dass es echt warm war.
Kurz bevor ich dann zu meinem Freund auf bin (der heute beim Friseur war - huiiii) hab ich erstmal Fruchtsaftschorle ueber meinen PC verteilt (Keine Sorge Papa, der lebt noch. Klebt jetzt ein bisschen udn ist eine Ecke suesser). Musste ich auch erstmal sauber bekommen.
Dann bin ich schnell zum Bahnhof gehetzt, um den Zug zu bekommen, um dann festzustellen, dass sich ein Selbstmoerder mal wieder meine Linie ausgesucht hat und uns alle auf unbestimmte Zeit warten liess.
Irgendwann trudelte mein Zug aber ein und ich sass zwischen einem schnarchenden udn einem im Schlaf zuckenden Japaner. Toll.

Ich dachte, damit waere mein Tagespensum an Bloedsinn endlich voll, und das gemeinsame Abendessen war auch echt lecker udn bestaetigte mich in meinem Glauben (Die nicht vorhandenen Katzen auf dem Nachhauseweg haetten mich eigentlich warnen sollen. Es sind IMMER Katzen da!!!)

Doch ich hatte nicht DAMIT gerechnet.

Ich wollte heute Abend duschen, man schwitzt bei der Hitze hier ja schon nur vom blossen Existieren. Ich bin also im Adamskostuem in die Dusche (ja, ich dusche GERNE nackt!) und schloss die Tuer, als etwas Schwarzes zwischen meinem Arm udn Gesicht zu boden viel und wie irre im Kreis lief.
Die nackte Panik durchzuckte mich udn ich schaffte es irgendwie zwischen panischem Gekreische und riesigem Ekel, beim Rausspringen aus der Dusche mein Badetuch um die Hueften zu schlingen.
Mein Freund kam auch gleich angesprintet mit einem "Was ist los??"-Blick, den ich nur mit den Worten "KAKERLAKE!!!!!" beantwortete. Mehr Worte bedurfte es nicht und er schnappte sich heldenhaft unseren 4 Wochen alten Kuchen, der inzwischen haerter als der Mount Everest in seiner Packung lag udn stuerzte sich todesmutig auf das Vieh. Nach einem harten Kampf, bei dem man nicht klar sagen konnte, wer mehr Angst vor wem hatte, gab es Kakerlakenmus, den ich mir NICHT genauer ansah (Gott sei Dank keine Brille auf gehabt).
Nachdem ich dann die Dusche ersteinmal AUSGIEBIG abgeduscht habe, wagte ich mich wieder rein...

Was fuer ein Tag! Nur noch 25 minuten, dann ist der Spuk vorbei!
Ist denn heute Freitag der 13.???

Sonntag, 6. Juni 2010

Alltag in Japan - 毎日日本

Was macht denn eine Kristin den ganzen Tag in Japan?
Ich dachte mir, da ich ja so beschäftigt bin, zeig ich euch mal, was mich in Japan so auf Trab hält. ;)

Zuerst gings am in der Golden Week Anfang Mai an den Strand zwischen Tokyo und Chiba. Es war wunderbar warm an diesem Tag, ein perfekter Strandtag!


Als wir endlich da waren (ja, wir mussten bald eine Stunde laufen - von wegen "gleich nebenan", ich hatte Blasen an den Füßen, die merk ich jetzt noch...), wurde sich erstmal über das mitgebrachte Essen in deutscher Manier hergemacht. Mann, war das super! Und einfach nur Sommer, endlich mal. Es war ja doch immer mal wieder ziemlich kalt.


Eindeutig zu sehen, wir wussten schon, wie wir den Tag rumbringen konnten. Und entgegen der Bilder gab es dort auch Sand. Nur saß man da nicht so gut, die Treppen waren schon besser - auch sicherer vor der herannahenden Flut.
Wurde dann auch von einigen von uns ausgenutzt (mir inbegriffen), um ein wenig im Wasser zu planschen und uns gegenseitig nass zu machen ;)


Am 8. Mai gabs das große Hallenser-sind-in-Tokyo-Treffen. War gar nicht so einfach, uns 13 Leutchen unter einen Hut zu bekommen. Es ging dann zum Inder... oder so... jedenfalls hieß das Plätchen "Toms Bar", warum auch immer Tom, das Essen war indisch und total lecker! Boah, da kann man wieder hingehen! (Hmmm, ich bekomme eine Idee für morgen :D)

Das obligatorische Abschiedsfoto made by Erik darf natürlich nicht fehlen. Vorstellungsrunde für die, die unsere hallenser Meute nicht kennt?
Ok, ganz unten in der Mitte, der Typ zwischen den beiden Menschen mit der Erleuchtung (die Lichter über den Kopf), das ist Erik. Nun weiter rechts rum: Fabian, Josi, Annika, Li, Katrin, Chris (der nebenebei noch vorbeilaufende Japaner frohen Mutes begrüßte), Philipp, Susi, *__*, Nami, Iris, und dann wieder der Erik, der das Foto machte.

Ich bin momentan total im Sushi-Fieber. Seit gut einem Monat gehe ich viel zu oft in eine bestimmte Sushi-Bar im Shinagawa-Bahnhof. Das verlockt aber auch, direkt auf dem Nachhauseweg, im Bahnhof, bei dem man umsteigt, ohne rausgehen zu müssen. Wirklich, ich renne jeden Tag daran vorbei. Und ich liebe Sushi...


jupp, das ist "Kaitensushi", sozusagen drehendes Sushi... oder so. Man sitzt dort und kann sich bei dem vorbeifahrenden Sushi bedienen. Ergo: Man nimmt sich die Teller runter, futtert das Sushi auf und stapelt sie dann. Abgerechnet wird anhand der verschiedenfarbigen Teller.
Kaitensushi gilt als billiges Sushi, weil es eben "auf dem Fließband" serviert wird. Darum ist die Qualität meistens eher Mittelmaß. Aber da Shinagawa teuer ist, müssen die schon was bieten, damit die Leute auch kommen, sodass das Sushi echt lecker ist! Nur zu empfehlen!

Außerdem häng ich gern mal in Shibuya rum. Und dort gibt es, wenn man denn die Plätzchen kennt, wunderbare Nachtisch-Lokale. Und das Eis, das ist wirklich ein Traum. Mitten in der Nacht, und ich bekomm schon wieder Hunger, eine Schande! Weg mit dem Bild!



Am 23. Mai traf ich mich mit einigen Reitaku-Uni-Japanern, die voriges Jahr für ein Jahr an meiner Uni in Deutschland waren. Nicht alle, aber es waren ja auch nicht alle Deutschen da, die sie kennen. Das Hallensertreffen war ja erst einige Tage zuvor. Wir gingen in ein Izakaya (Bar), Gott sei Dank, denn der Tag war leider total verregnet...

Vlnr: Ryoichi, Fukumi, Alex, Yuki, Mariko, *__*, Katrin, Susi, Daiki

Spaß hatten wir trotzdem. Und das nette Personal machte sogar noch ein Foto von uns! :D
Huhuhu, und es gab wieder einiges zu tratschen, von Verlobten, Verliebten und den neuesten Klatsch. Was will man mehr?

Am 25. Mai ging ich auf das Ebisu Oktoberfest. Irgendwie schaffe ich es tatsächlich, alle Oktoberfeste, die es in einem Jahr in Tokyo gibt, zu besuchen, was? So gut ist das deutsche Essen dort nicht, in Deutschland schmeckt es tausend Mal besser, aber das ist ja sowieso klar. Das Bier ist übrigens überall das selbe. ;))

Getreu Japanisch wird es zum Abend hin auch in der Woche immer voller und die Anzugträger nehmen beträchtlich zu. Die kommen nämlich nach Arbeitsschluss da hin und feiern weiter. So eine Art "socializing". Dort futtern sie dann überteuerte Bratwürstchen mit Sauerkraut und trinken überteuertes Deutsches Bier.
Und da es überall voller und voller wird... stellen sie sich an. Als wir gingen, standen sie schon, und ich hatte das Gefühl, das war erst der Anfang, denn in einer Stunde machte dann alles zu.

zur Anschauung ein Video.
Man ignoriere men Gequassel und beachte am Anfang den Schildträger am Ende der Reihe. Auf dem steht, dass man sich doch bitte dort anstellen solle, da das das Ende der Reihe ist. Alles klar, liebe Japaner.


Am 1. Juni ging ich mit einigen aus meinem Kurs und Freunden Ramen essen im legendären Ramen-Shop "Jiro-Ramen" direkt bei meiner Uni. Hat nicht den ganzen Tag auf und man muss eigentlich immer ca. 1 Stunde anstehen. Die Portionen sind kaum zu schaffen, so groß sind sie! Moment, nein, sie sind NICHT zu schaffen. Einige wenige bekommen doch alles runter - ich kenne sogar ein Mädchen, die das kann! Wohin die das futtern ist mir jedoch ein Rätsel...

Vlnr: Dan (USA), Ruby (CN), Yu-jin (Neu Seeland), Chris (D), Sharice (Taiwan), *_*, Michael (Shanghai)

Wieder mal eine bunte Truppe. Übrigens, wir stehen bei dem Bild noch hinter dem Gebäude, Chris hat einen Opa vor uns in der Reihe einfach mal gefragt, ob er nicht ein Foto machen könnte. Der war ein wenig verwirrt...

Nun ja, dann waren wir endlich IM Gebäude. Sehr klein udn eng dort, deswegen saßen wir nicht direkt zusammen. Hier sieht man Dan, *__*, Michael. Ich war schon fast pappsatt, und da sind offensichtlich noch einige Ramen über. Dan hats geschafft und war damit der Held des Tages.
So, und nun sag mir mal einer, alle Amerikaner sind dick!

Am 6. Juni ging ich mit Annika in den Zoo.
Nein, quatsch! Ok, wir waren neben dem Ueno-Zoo, aber wir gingen in ein Kunstmuseum. Wenn man schonmal am anderen Ende der Welt ist, sollte man sich auch mal weiterbilden, nicht wahr? Außerdem musste Annika sowieso dort hin für ihren Kunstkurs an der Keio. Und da alleine langweilig ist, nahm sie mich gleich mit.
Und um sich den Weg zu dem geballten Wissen zu versüßen, gönnte ich mir...

...eine gefärbte Schoko-Banane! Ja, genau, eine Schoko-Banane, nichts Giftiges! War übrigens super lecker ;)

Sehen konnte man dann in dem Kusntmuseum unter Anderem das:


Buddha-Statuen...



Schwerter...


Ein Garten.

Erklärungen kann ich kaum liefern, denn alles war eher Kunst ohne großartige Erläuterungen (mich hätte ja mal interessiert, wer diese Dinge besaß, zu welchem Zweck, wann, was damit getan wurde... aber es war eben ein reines Kunstmuseum...). Also musste ich mit meiner Fantasie vorlieb nehmen. Das war aber auch sehr unterhaltsam.
Und nein, auch wenn es anders klingt, es WAR interessant!

Und hier nochmal ein Gruppenbild, wir beide beim Schlemmen. Zuvor noch bei Mc-Ente eingedeckt mit Burgern, dann in den Ueno-Park an den See und futtern.
Außerdem sieht man da auch meine neue Brille. Son bisschen.

So, es ist 2 Uhr nachts, ich muss morgen früh raus, also Leute, man liest sich!

Samstag, 8. Mai 2010

I'm watching you! - Mein Fahrstuhl und der Vermieter

Als ich letztens ein wenig erschöpft wegen was auch immer nach Hause kam, schaute ich nicht schlecht, als sich die Fahrstuhltüren öffneten.

Um uns manchmal wohl etwas unzuverlässige ausländische Studenten eine Nachricht zukommen zu lassen, ist das schwarze Brett neben dem Fahrstuhl einfach sinnlos, denn da schaut keiner ran. Also werden Nachrichten - Feiern, verlorene Gegenstände und Gesuche - einfach mal in den Fahrstuhl gepinnt. Man weiß also nie, was einen so erwartet, wenn sich die Türen öffnen. Mal kommt ein netter Mensch heraus, mal ein weniger nett dreinschauender (hat wohl grade einen Test in der Uni verhauen) oder man liest einfach über die nächste Feier (meistens ist er aber gähnend langweilig leer).

Doch dieses mal war es etwas anders. Es hing ein Schild da (ist ja nichts Neues). Da ich in den vierten Stock muss, blieb mir je genügend Zeit zum Lesen.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Unser werter Hausverwalter Hongo-san hat es wohl geschrieben.
Zitat:
"Bitte bringt die Staubsauger nach der Benutzung wieder in die Abstellkammer."
Bei den Augen: "Wir wissen wer du bist!" (Auf Japanisch: Wir werden jedes Zimmer durchsuchen)

Signatur: "Hongo Intelligence Agency"

Wie auch immer Hongo-san, der immer etwas brummig aussieht, aber in Wahrheit ein ganz lieber ist, der auch gerne mal einen trockenen Scherz macht (den man erstmal verstehen muss), auf die Idee kam, ist mir Schleierhaft. Obwohl... eigentlich kann man hier ja alles erwarten ^.~

Sonntag, 2. Mai 2010

nicht tot!

Neiiiiin, ich bin noch nicht tot! ich bin einfach nur seltener zu Hause (Freunde wissen schon, warum) und die Uni hat auch wieder angefangen.

Heute war zwar nicht der erste warme Tag im Jahr, aber der erste Tag, an dem ich in Japan am Strand war. Nami hat mich mit einigen Freunden, die ich auch kenne, eingeladen und wir sind erstmal in der N:he von Chiba (Osten von Tokyo) gefahren, um an den Strand zu gehen.
Leider hat uns niemand gesagt, dass der Weg vom Bahnhpf zum Strand ungefaehr eine Stunde Laufen betraegt. Udn ich trug meine neuen Schuhe was in Blasen resultierte.. Naja, zum Kino muss ich mich morgen tragen lassen oedr Barfuss laufen. Urgs, durch shinjuku, na toll...

Das Wetter war bombig udn ich krempelte flugs meine Hose hoch, waehrend Nami ihre Sachen vom koerper riss und sich im Bikini zeigte sehr zum Interesse der umligenden Japaner, die sonst wohl eher weniger Bikini-Frauen ausserhalb der Zeitschriften zu sehen bekommen.

Wie auch immer, geschnappt wurde sich ein Wasserball und mit Phillipp und Namis Freundin ins Wasser zum Spielen. Natuerlich nachdem ich mich mit Lichtschutzfaktor 50 eingeschmiert habe. Danach war ich nass genug fuer den Tagm, denn ich hatte ja keinen Bikini dabei, sondern nur meine Hose hochgekrempelt. Ups. trocknete aber bei dem tollen Sommerwetter wieder bis Abend.

Nach einem Nachmittag in der Sonne mit viel Gespraechsstof,, gings wieder zurueck - leider - mit dem Versprechen: Das machen wir nochmal!
UInd so steht es fest, dass wir nochmal hingehen werden,d iesmal aber vielleicht um mein Wohnheim herum, in Kanagawa, im WESTEN von Tokyo - genau die andere Richtung. Martina udn ich checken das mal am Mittwoch aus.

Jezte bn ich frisch geduscht und nach einer halben Flasche Wein (Nami trank die andere Haelfte, sozusagen nachtraeglich als Gebrutstagswein, den wir vor nem Monat nicht gekillt haben) intus am PC und schreibe mit leichtem Sonnenbrand im Gesicht und um den Hals herum diesen Blog und fuehle mich einfach super. Was braucht man mehr, als einen Geburtstagswein, einen Tag am Strand und eine kleine Wasserschlacht? ^_^

Donnerstag, 18. März 2010

Zwischenschritt im Maerz - meine Arbeit

So, ich warte immer noch auf das Paket meiner Eltern, die mir auch ihre Fotos von ihrer Zeit hier geschickt haben. Das ist nämlich eigentlich die nächste Etappe auf meinem Blog :)

Danach folgt Gasshuku. Darum erzähle ich einfach jetzt schon was über meine Arbeit, schliesslihc habe ich ja schon dreiviertel der Zeit geschafft :)

Ich mache ein etwas ueber einmonatiges Praktikum bei Volkswagen Group Japan (VGJ) in der Marketing-Abteilung. Meine Aufgaben sind verschieden genauso wie mein Arbeitsaufwand. In der Regel habe ich eigentlich immer etwas zu tun. Neben meinen Hauptaufgaben, bei denen ich einige Power Point Praesentationen zu bestimmten Themen erstelle und mich um die monatlichen Verkaufszahlen der Firma kuemmere, uebersetze ich hier mal was und sortiere da mal was. Ich glaube, letztendlich kommt man als Praktikant niemals komplett aus der Sache raus.


Ausblick aus dem Fenster von unserem Buero

Neben einer super-Aussicht auf die Gegend um den Tokyo Tower herum bietet mir die Arbeit schon einiges an Abwechslung. Mein Chef ist Deutscher (bei VW nichts Besonderes), sein Chef widerum ist Amerikaner und meine Kollegen sind bis auf eine Ausnahme alles Japaner. Man kann also sagen, dass ich auf jeden Fall in einem internationalem Umfeld arbeite. Ich spreche also entweder Japanisch oder Englisch, was den netten Nebeneffekt hat, dass ich auf beiden Sprachen noch ein wenig die Businesssprache lerne.

Am Anfang war ich hier nicht alleine. Eine Kurspraktikantin fuer eine Woche und ein anderer Praktikant, der hier 5 Monate war, waren noch einige Tage mit mir zusammen hier. Und der Alte Hase vond en beiden hat mir erstmal meine (wahrscheinlichen) Aufgaben erklaert. Dadurch wurde es schon leichter. Ausserdem hat er mir die Lebenswichtigen Restaurants und Kollegen gezeigt ^_~

Es wird dunkler und dunkler

Jeden Tag ging es zwischen 9 und halb 10 los (Gleitzeit) und ich musste bis 6.30 bleiben, um einen 8 Stunden Tag voll zu bekommen. Wenn ich fleissig war und meine Aufgaben erledigt waren, durfte ich auch mal eher gehen ^_~

Irgendwann entdeckte ich auch mal den wunderbaren Ausblick, den man aus dem 31. Stock hat und musste mich anstrengen, nicht staendig zum Fenster zu laufen und hinauszusehen. Vor allem da ich Tokyo noch nie bei Nacht gesehen habe. Da ich mich aber schon mit jemandem auf dem Shinjukuer Tojo-Gebaeude (Rathaus, Government Building) dafuer verabredet hatte, versuchte ich so gut es ging, eben nicht schon vorher staendig aus dem Fenster zu schielen.

Lief am Anfang auch ganz super, da ich naemlich noch auf einem anderen Platz mit dem Ruecken zu den Fenstern sass (deswegen ist mir der schoene Ausblick auch erst so spaet aufgefallen).

Mit dem erleuchteten Tokyo-Tower

Auf jeden Fall war das Praktikum fuer mich bisher schon sehr hilfreich und ich habe einiges gelernt, auch zu der japanischen Arbeitsmoral. Ist der Chef mal nicht da, so wie jetzt (Dienstreise), dann doest hier mal jemand kurz ein oder sie gehen tatsaechlich mal um 5 Uhr!! Gibts ja sonst nie, wo man so lange bleibt, bis der Chef auch geht, ob man was zu tun hat oder nicht. Heute kommt seine Sekretaerin, die mir stattdessen immer Aufgaben oder etwas zum Lesen zum Thema der Firma gibt, ca eine Stunde spaeter. Das steht auf der Tafel, auf der man eintraegt, wenn man Urlaub hat oder eben spaeter kommt. Fuer mich heisst das, eine Stunde nichts zu tun, da meine Kollegen um mich rum entweder grade auch frei haben (Chef ist ja im Urlaub, kann man das ja machen) oder einfach selber nichts fuer mich zu tun haben.

Freitags ist uebrigens immer Causal-Friday, was heisst, dass die sonstigen Hemd un Krawatte Traeger (hier ist die Kleiderordnung nicth so streng wie in den japanischen Unternehmen) heute in Jeans und Shirt aufkreuzen. Auch die Frauen, die zwar kein Kostuem tragen muessen, aber immer noch business, sind heute ein wenig lockerer. Ich trage auch eine Jeans, endlich wieder bequeme Schuhe und einen schicken lila-Strickpulli. Total in Ordnung und unauffaellig zwischen den ganzen andren. Ich passe mich an ;)

So, die Sektretaerin meinies Chefs ist da, man liest sich!