Nach dem Taifun gönnte ich mir mit Annika erstmal die geballte Noh-Power.
Kousuke, ein Bekannter, den wir vor einem halben Jahr auf dem Deutsch Gasshuku (sowas wie ein Deutschcamp - Japaner, die Deutsch lernen, verreisen gemeinsam und lernen weiter) kennengelernt haben, hat mich und uns andere Hallenser eingeladen, einen Noh-Workshop an seiner Uni zu besuchen. Ich war begeistert und sagte gleich zu, Annika auch. Erik und Nami zierten sich noch (keine Zeit und kein Geld - Noh ist ja bekanntlich ziemlich teuer), wollten dann aber auch mit,nachdem Kosuke meinte, es sei kostenlos, plus eine japanische Bekannte von Erik.
Liane rief mich kurz vor dem Treffen an und meinte: "Erik ist krank und kann nicht kommen" und sie und Nami, die irgendwie auch noch mitkamen, fanden den Weg nicht... Sodass Annika und ich erstmal die uns unbekannte Japanerin finden musste, die dann uns fand, dank Eriks Beschreibung: "Shu... Ähm... die hat weißblonde Haare!" Kousuke konnte uns leider nicht vom Bahnhof abholen. Er war Helfer, konnte nicht weg, rief mich aber zweimal an und fragte, ob alles okay ist und wir den Weg finden konnten ^^ Und entschudligte sich jedes Mal dafür, dass er nicht kommen konnte.
Die Japanerin stellte sich als Tomomi vor und wir zockelten gemeinsam los. Es war dann, als wir den Campus betraten, erstmal ganz schön weitläufig, aber das Finden des Verantstaltungsortes war nicht schwer. In der Halle angekommen - übrigens fast alle Frauen semi-formell bis formell im Kostüm - wollten wir uns ein Stückchen hinten hinsetzen. Aber Pustekuchen, nicht wir! Kousuke winkte uns, kaum dass wir reingegangen sind, zu sich und führte uns aus der hinteren Reihe an allen Leuten vorbei bis in die erste Reihe: Special Plätze firekt vor der Bühne! Da leuchtete ich dann mit meinen Haaren vor mich hin und Annika und ich waren erstmal Baff. ...
Zum Noh: Noh ist eine alte Form des japanischen Theaters, die Stücke gehen normalerweise ziemlich lange - über Stunden hinweg. Vielleicht kann man es als alte Form des Musicals von heute sehen, denn es wird gesungen und getanzt, aber auch gesprochen. Seit dem 14. Jahrhundert ungefähr gibt es diese Art von Spiel. Die Kostüme sehen aus wie meine Vorstellung des Genji Monogatari, die Menschen tragen Masken, zumindest die, die die Hauptcharaktere verkörpern und nicht der Chor an der Seite sind.
Oftmals tragen die Schauspieler Masken, der "Chor" am Rand wiederum nicht. Interessant: In der Regel sind alles Männer - auch in den Frauenrollen! So war das früher nunmal.Immerhin dürfen wir es uns ansehen...
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Links: Genji-Kostüm. Sowas hatte Kousuke an. Rechts: Eine Noh Maske. Hatte bei uns de Gottheit auf.
kyo-gen Das sind kleine, kürzere Stückchen, die dazu da sind, dass das Publikum lacht. Zwischendurch ganz hilfreich, denn in einem Noh Stück passiet jetzt nicht so viel Spannendes, wie es schien. Bei uns tanzte zB ein Gott eine ganze Weile rum. Diese Stücke sind Text, also es wird geredet. Es sind wenige Rollen, also so zwei oder drei, man muss sich also nicht erst in ein großes Beziehungsgefüge hineindenken. Und ja, auch dort sind alles Männer - auch die Frauen.
Unser Workshop ging also mit dem Kyo-gen los. Ein alter Mann und scheinbar sein Sohn unterwegs. Verstanden habe ich nicht viel, trotz Text auf dem Schoß.Ich nuss hab ja mein Wörterbuch vergessen. Aber allein schon wie sie sprachen, drückte einiges aus. Die Betonung war für mich malnchmal zum Schießen. Nach dem Spiel kam der "Vater" nochmal auf die Bühne und wurde von dem Menschen, der uns durch das Programm führte, interviewt. Der "Vater" erklärte uns, wie wichtig die Stimme, die Betonung und die Gestik und so weiter ist. Einen Teil verstand man :)
Danach wurde noch einiges erklärt. Ich fand es sehr interessant, als es zu den Musikinstrumenten kam. Dort verstand man automatisch mehr, weil vieles auch an den Instrumenten gezeigt wurde. So braucht man wohl eine Flöte und zwei kleinere Handtrommeln. In Aufmachung und Material wurden sie uns erklärt, aber auch wie man sie spielt, inklusive einer kleinen Kostprobe. Die Flöte klingt so, wie man sie aus den alten Samuraifilmen immer an Tempeln hört: Sehr hoch und teilweise "schrill". Die Trommeln... naja, begleitend zur Flöte aus den alten Samuraifilmen: Und die Männer "singen" dazu. Der eine Trommler (lispelte übrigens stark, ich hab kaum was verstanden, jedes s war ein f...) machte immer ein "Joooooooo". Hielt wach. Der andere machte ein "jep". Kein Scherz!
Hier ein Jooooooo - Kotsuzumi (so heißt die Trommel)
Höhepunkt war, als Kousuke als vorher ausgwählter Freiwilliger (er trug ein kleines Schildchen an seinem hemd mit der Aufschrift "Volontieer" - Freiwillier) auf die Bühne geholt wurde zum Kostümpüppchen spielen. Jetzt bekam das vorherige "Ja, ich muss nachher nochmal auf die Bühne" einen ganz anderen Sinn, denn ich dachte, er hilft was aufbauen... Pustekuchen! Er war lebende Puppe, der die mehreren Lagen des Kostüms angezogen wurden. Scheinbar waren damals dicke Hintern in Mode, denn mit einer Lage extra-Stoff wurde der noch vergößert. In dem Kostüm sah man auch nicht, dass Kousuke noch einen anzug (ohen Jacke) drunter trug.
Schade nur, dass wir keine Fotos machen durften, denn grade von ihn hätte ich gerne eins gehabt *lach* Lustig wurde es, als er grade leicht nach vorne gebäugt stehen sollte. Japaner haben irgendwie kein Körpergefühl - anders kann ichs mir nicht erklären, dass es trotz andauernden Ziehen udn Drücken von Seiten der einkleidenden Herren nicht ging und das Publikum sich sehr amüsierte. Als Kousuke mit dem Kostüm gehen musste, erst recht. Er möge es mir verzeihen, aber es lag nur an dem Kostüm! Aber er ging wie ein Hahn...
Dann kam das eigentliche Noh-Stück, was mit 30 Minuten zu den Kürzeren zählte. Das reichte auch, denn es passierte nicht viel mehr als dass ein Gott eine Weile tanzte und den Fächer schwang, dessen Bewegungen sich dann immer wieder weiderholten. Sie erzähltn wohl eine Geschichte, die wir nicht verstanden. Und der Gesang der Männer an der Seite wiederholte sich auch wie die Trommeln in einem schweren Rhytmus. Auf Dauer musste man sich doch arg wach halten...
Damit man mal sieht, was das jetzt eigentlich ist: Hier ein relativ "lebhaftes" Spiel mit mehr Sounds, Gesang udn Co:
Ja, nach 2 Stunden war dann auch der Workshop zu Ende und ich fühlte mich eine Menge schlauer. Irgendwie war es auch interessant!
Ach so, die Fotos vom Campus will ich euch nicht enthalten. DA durften wir knipsen xD
Huhuuu, es saust udn braust, es stürmt und... naja, schneien tuts nicht. Aber es hat die letzten Tage bis heute morgen sehr stark geregnet, dass meine Schuhe in 5 Minuten durchnässt waren.
Die Japaner machen ja schon eine ganze Weile Panik wegen dem Taifun, seit einigen Tagen gibt es kaum ein anderes Gesprächsthema. Auch ich habe im Internet den berechneten Weg verfolgt. Aber anstatt wie die Japaner Angst zu haben, habe ich mich gefreut. In Deutschland bekommt man ja nie einen Taifun zu Gesicht, hier in Japan passiert das öfter mal. Deswegen war ich neugierig: Was ist denn das, wovor alle so Angst haben?
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Links: Schauspiel in Infrarot-Aufnahme. Rechts: Vaporisiert. Wo ist Japan?
Jetzt sitz ich in meinem Zimmer, der komplette Unterricht fällt aus. Die Bahnen sind heute zwischen 9 und halb 12 nicht mehr gefahren, sodass Annika zwar nach Shinagawa kam, aber nicht mehr weiter. Auch nicht zurück. Im Internet gibt es Warnungen(Sturm, heftiger Regen, hohe Wellen, Sturmflut) und was ist? Es scheint grade die Sonne und es ist nahezu windstill. Liegt aber daran, dass wir grade "im Auge" sind. Da ist es windstill.
Quelle: Japan Meteorological Agency. Rot: Direkter Taifun. Geld: Sturmumgebung, die das Teil mit sich zieht. Ich: Rechte Seite, beim vorstehenden Zipfel.
Im Internet wird der Taifun als der schlimmste siet 10 Jahren betitelt und eine japanische Mailfreundin sieht das auch so. Ich finds noch harmlos. Liegt vielleicht daran, dass links neben meinem Balkon ein Treppenhaus herausragt und rechts neben meinem Balkon ein anderes Haus etwas weiter vorne steht, sodass ich vom Wind regelrecht abgeschirmt bin. Das wäre nur anders, wenn er frontal auf mich zukäme. So stehe ich aber auch bei den schlimmsten Böen auf dem Balkon und freue mich. Annika schrieb mir, dass bei ihr der Wind manchmal ganz schön an die Balkontür hämmert. Hmm, komisch. Ich merk nichts dergleichen (andere Seite) ^.~
Regnen tut es irgednwie nicht. Komisch, sollte ein Taifun nicht ein Sturm mit Regen sein?
Einige Japaner scheinen die Sache mit dem Stärksten Taifun seit 10 Jahren auch nicht so schlimm zu finden. Sie lassen einfach ihre Schirme am Fenstersims hängen, das Fahrrad draußen stehen und auch die Wäschspindel muss ausharren und hoffen. Dabei hats den Übungsplatz für Golfballabschläge hats auch mitgenommen. Ein Teil des Netztes zum Bälle auffangen weht im Wind.
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Bilder zum Vergrößern anklicken.
Jetzt fängts wieder ein bisschen an mit Wehen. Schon komisch, alles macht Panik und ichs sitz am PC und habs Fenster offen oO Lustige Wolkenkreise ziehen über uns hinweg, der Himmel wurde klar, es schien die Sonne. Die scheint immer noch, der klare Himmel ist wieder von Wolken bedeckt (ein wenig) und es weht wieder. Man hört den Wind langsam wieder ums Haus wehen und durch den Lüftungsabzug pfeifen. Die Wolken ziehen lustige Kringel. Mal direkt über einen, mal ist alles wunderschön und am Horizont bei den Wolkenkratzern sieht man eine Wolkenwand.
Wo der Regen jetzt bleibt, is mir ein Rätsel. Hat sich wohl die drei Tage vorher ausgeregnet. Wirklich, das war drei Tage Regen ohne Pause! Verrückt!
Kreiselnde Wolken?
Aber Sturm bei Sonnenschein ist auch verrückt ^.~ Wo ist der Platzregen? Der war heute Nacht. Was hab ich da getan? Tief und fest geschlafen, während alle, die ich kenne, davon wach geworden sind. Mist! >_>
Wehrmutstropfen ist hier nur, dass man nicht informiert wird als Austauschstudi. Darüber bin ich auch ein wenig sauer. Wäre meine Lehrerin Frau Murata nicht, die mich über Handy angerufen hätte und mich beruhigt hat: Wenn morgen der Unterricht nicht ausfällt, es Ihnen aber zu gefährlich ist, bleiben Sie zu Hause, kein Problem! - dann wäre ich auf die Keio angewiesen. Die haben zwar eine Mail geschrieben, dass wir auf folgenden Seiten Informationen zum Unterricht finden konnten, gaben aber erst viertel vor 9 an, dass die ersten beiden Stunden ausfallen. Da ist man schon in der Uni. Oder steckt fest wie Annika. Und über den Nachmittagsunterricht sollten wir um 10.30 informiert werden. Um 11 stand noch nichts, nur etwas auf Japanisch. Ich habe mal angerufen, musste ja langsam entscheiden, ob ich losgehe oder nicht. Bis ich die Telefonnummer des International Centers gefunden habe (steht nicht beim Kontakt, sondern bei der Anfahrt), dauerte es kurz (danke Annika!) und erst NACH meinem Anruf wurde 11.10 die Seite auch für uns Austauschstudenten mit geringen Japanischkenntnissen alles auf Englisch geschrieben: AUSFALL!
Am 14. September gabs dann die Ergebnisse des Tests. Sonderlich zufrieden war irgendwie keiner, den wir getroffen haben inklusive uns selbst. Die langen Gesichter einiger anderer Studenten, die dort rumstanden, haben das auch nicht wieder wett gemacht... Aber naja, kann man nichts machen, außer das beste draus und dann ab in die Vollen!
Am Abend haben wir aufgrund des Schocks erstmal eine kleine Izakaya-Party (Kneipe auf Japanisch) gefeiert. wir haben uns in Tamachi getroffen, und eigentlich wollten nur Chris, David, Jessi, Annika, Paul und Ian weg... aber auf einmal standen da noch 4, die wir nicht kannten und die uns net kannten und Paul und Ian kamen zu spät, sodass sich eine merkwürdige Situation ergab...
Aber das klappte dann schon und mit 11 Mann sind wir dann los. Für so viel Mann ein Plätzchen zu finden ist in Japan nicht so leicht - Karaoke und Izakaya könnte das einzige sein, wos klappen könnte, auch wenns da schon scher ist. Ian und Paul wussten das nicht und haben erstmal große Augen gemacht, als wir ihnen das erklärten.
In Ueno, gibt es einige coole Izakaya, und Jessi stuerte zielsicher ein ziemlich Japanisches an. Dort wurden wir dann von einer älteren Frau in einen Raum oben geschickt: Tatamimatten, kleine Tische, sodass wir uns darunter falten mussten. Mit einem Blick auf die Speise- und Getränke-Karte stellten wir fest: Die Preise sind ja richtig günstig! 250 Yen für eine große Cola war ganz gut, hab ich nirgendwo sonst gesehen *lach* Auch das Essen war super und perisgünstig. Da gehen wir eindeutig öfter hin.
Ich bekomme nicht mehr alle Namen zusammen... >_<
Als der ganze Haufen endlich saß und seine Bestellungen aufgegeben hat, ging der ganze Spaß los. Ein Sprachwirrwar erfolgte, Deutsch, Englisch, Japanisch - sogar Französisch, weil einer von uns (deinen Namen hab ich leider vergessen, Junge >_<) nur schlecht Englisch sprach. Als es nachher ans Bezahlen ging, wurde es etwas schiwerig, denn bei 11 Leuten und einem munteren Bestellen, ging doch einiges unter... Aber irgendwie managten wir es doch. Auf dem Rückweg gabs dann einen Shokozug und einen plötzlich verlassenen David mit Handy in der Bahn. ...
Am 15. September waren Annika und ich in Shibuya, um ein Geschenk für Chiaki zu kaufen, zu deren Geburtstag wir beide eingeladen wurden. Und dabei haben wir auch etwas für Mariko geholt. Was, wird hier noch nicht verraten, die Feier steht noch aus und falls Mariko vorher alles erfährt, ist das ja doof ^.~
Am Abend haben wir uns noch mit Chris, David und Jessie getroffen. Da Jessi am Tag zuvor den fehlenden Betrag beim Izakaya hinzugegeben hat, haben wir sie als Ausgleich zum Essen eingeladen. Leider war das erste Restauran nicht soooo toll...
Wir haben in japanischer Manier gegessen: Ein paar Dinge bestellt, die dann in die Mitte des Tisches kamen und jeder nahm sich ein Teil. Es gab 4 verschiedene Fleischsorten. Als wir alle das erste verspachtelt hatten, stellte David fest: Das ist Zunge! Mann, fiel mir da das Schlucken schwer...
Letztendlich landeten wir nach diesem Reinfall wieder in unserem Izakaya, wo wir zuvor mit der riesen Meute waren. Und auch diesmal blieben wir wieder bis zum Schluss. Besonderheit in Japan: Alles macht entweder vor 12 zu oder erst um 5 Uhr morgens. Der Grund ist, dass in der Weltstadt Tokyo zwischen 12 Uhr Nachts und 5 Uhr morgens keine Bahnen mehr fahren. Die arbeitende Bevölkerung hat dann nämlich nicht mehr in Tokyo rumzucruisen, sondern artig im Bett zu liegen! Also ist auch kein Bedarf mehr an Nachtbahnen. Böse Nachzügler sind dann auf teure Taxis angwiesen. In Japan scheinen sie auch das ganze Wochenende über durchzuarbeiten...
Die netten alten Frauen in dem Izakaya, die die Bedienungen darstellten, haben uns gleich wieder erkannt und später auch ausgefragt, woher wir denn kommen, was wir hier so machen, ob wir japanische Freunde (im Sinne von Geliebte) hatten und so weiter. Huch! *lach*
Auch bezeichnend für Izakaya: Der kleien Begrüßungsscnack (den wir deutschen meist nicht so mögen: Tofu, Press-Fisch, komisch sauer eingelegtes seltsames Gemüse) muss man bezahlen, was zu Essen bestellt man auch. Nur trinken ist nicht. Naja. Ist eben der Sinn des Izakayas: Gemein ESSEN und TRINKEN. Aber das muss man schonmal mitgemacht haben :D
Am 16. September sind wir Halle-Studenten dann nach Chiba gefahren und haben Chiakis Geburtstag gefeiert. Wir haben uns mit allen am Chiba-Bahnhof getroffen und Annika und ich haben natürlich zielgenau am falschen Ausgang gewartet. War klar, oder?
Jedenfalls hatten wir ja Handy, dadurch war alles ganz einfach und der Chiba Bahnhof war gar nicht so klein und nichtssagend, wie wir am falschen Ausgang festgestellt hatten.
Zusamment trotteten wir dann alle los zum reervierten Yakiniku-Restaurant.
Was ist Yakiniku überhaupt? Eigentlich ist es ganz einfach: Yaki=Gebraten Niku=Fleisch Na? Könnt ihr es erraten? Genau, gebratenes Fleisch! Der Clou ander ganzen Sache: Man macht das selber!
Wir saßen an dem langen Tisch dort auf dem Foto und hatten immer im Abstand von ungefähr einen Meter einen Grill auf dem Tisch, auf den wir dann nach Herzenslust und Platz Fleisch legen konnten. Eben wieder typisch Japanisch: Große Teller mit dem Essen und jeder nimmt sich dann. Gut dass Japaner nicht so gierig sind wie wir Deutschen xD Übriegns, auch hier lag wieder Zunge rum. Diesmal aber auchdünn und sah aus wie Rinderfleisch. Ich habs mir zielsicher genommen und mich über den komischen Geschmack gewundert. Außerdem war es zäher.
Nach zweimal so einer Blödheit dürfte ich es nun gelert haben...
Am Schluss gab es noch das obligatorische Gruppenfoto, das der Besitzer des Ladens bereitwillig machte. Wann sieht man auch schon so viele Ausländer auf einmal im eigenen Restaurant (das übrigens nur aus den beiden länglichen Tischen an den Seiten bestand)?
Bei der Menge würde ich mit den Namen nie fertig werden *lach*
Alle tapsten nach Hause, ich zu Mariko. Ich blieb über Nacht :D
Am 17. September standen Mariko und ich um 8 auf, da sie mir unbedingt ein sehr gutes Restaurant am anderen Ende der Präfektur zeigen wollten - Japaner sind Verrückt nach Essen, sie fahren weit, wenn es um Delikatessen geht. Aber es hat sich gelohnt. Außerdem gab es dort in der Nähe auch eine Brücke, die den halbinsel Chiba-Teil mit Kawasaki verband.
Ich verpennte meistens die Autobahnen - war noch nie gut, mich im Auto wachzuhalten... Auch wenn es echt super lustig war und die Hälfte der Zeit Rambazamba im Auto war - KaraokeAuto, ich sags doch! *lach*
Mitten auf der eben beschriebenen Brücke, die wir erstmal erstürmt haben, war ein riesen Parkhaus. Nach dem Parkhaus wurde die Brücke zum Tunnel, der dann bis nach Kawasaki ging. Auf diesem Parthaus gab es - oh Wunder - viele Restaurants und Andenkenläden. Wir erstürmten die tolle Aussicht als erstes. Da das Parkhaus höher gelegen war und der Ausguck AUF dem Parkhaus sozusagen, konnte man ganz Tokyo, Yokohama und Kawasaki überblicken. Das sah schon toll aus!
Dann fuhren wir wieder zurück nach Chiba und ich fuhr mit der Bahn nach Hause.
Was ich am 17. Setember gemacht habe, weiß ich nicht mehr...
Am 18. September hatten wir ein Gespräch mit unserem Academic Adviser - einer der Professoren des Sprachunterrichts. Ich war bei Frau Murata, die wir schon von dem Aufenthalt vor einem halben Jahr kannten. Wir hatten uns da alle mit ihr und Frau Tanaka auch schon unterhalten.
Bevor ich eintreten konnte, musste ich noch warten. der werte Herr David hat ein wenig die Zeit überzogen *lach* macht nichts. Ich war eh nervös wie sonst was. Frau Tanaka hatte zufälligerweise das Büro direkt neben Frau Murata (und dem Stuhl, auf dem ich wartete) und kam auch zufälligerweise raus, während ich gewartet habe. Sie erkannte mich sogleich wieder und begrüßte mich mit einem "Hisashiburi desu ne?" (=Lange ist es her, nicht wahr?) und wir quatschten ein bisschen. Ich glaub, ich habe mich ein wenig doof angestellt, ich war so nervös...
Dann durfte ich bei Frau Murata eintreten. Sie erkannte mich auch sogleich wieder und begrüßte mich mit den Worten: "Oh, Sie haben die Haarffarbe gewechselt. Ging das auch einher mit einer Veränderung des Charakters?" Da ich noch nicht mal saß und sie mich auf Japanisch ansprach, hab ich erst etwas verpeilt geschaut und es erst eim zweiten Mal verstaden.
Das Gespräch drehte sich um die Kursbelegung, die Lehrbücher, die Ergebnisse des Placement Tests und unsere Vorstellungen, Erwartungen und Änsgste. Auf Japanisch, versteht sich. Das Übliche eben ^^
Nach diesem Gespräch fiel allen ein Stein vom Herzen, weil die Professorinnen sehr nett waren. Annika und ich machten uns dann erstmal nach Shibuya(Harajuku auf, um einen Crêpe zu futtern - den haben wir uns dann auch verdient nach der Aufregung!).
Jetzt habe ich wieder eine Lücke (jaja, ich schreibe meinen Blog jetzt regelmäßiger! Ich gelobe hoch und heilig Besserung!)...
Am 20. september war ich war mit Jessi verabredet. Eigentlich wollte ich ne Meute zum Karaokesingen zusammentrommeln, aber das hat irgenwie nicht geklappt. Also sind Jessi und ich - die einzigen mit nichts vor! - zusammen weggegangen. Wir wollten eigentlich in eine bestimmte Rock-Kneipe in Shinjuku. Aber wie Shinjuku nun mal ist, es ist eine Bitch (entschuldigung für diese Ausdrucksweise!), aber wenn man etwas in Shinjuku sucht, findet man es nicht. Zumindest net wenn man Jessi oder Shu heißt. Wir finden auch schonmal nicht die richtigen Ausgänge da... >_>
Shinjuku bei Nacht ist schon was Feines
Jedenfalls sind wir dann in ein anderes Izakaya eingekehrt und waren erstmal die einzigen Deutschen. Dort haben wir dann ungefähr 5 Stunden gequatscht und ne Meeeeeenge Alkohol getrunken... Und nach 5 großen Gläsern ein WENIG gemerkt! Lasst euch gesagt sein: Wenn ihr euch in Japan betrinken wollt, mischt selber! Dafür konnten wir uns ohen Bedenken durch die ganze Getränkekarte probieren.
Gegen 11 bezahlten wir und machten Purikura. Und daraus resultierte, dass ich meine letzte Bahn verpasste und kurzerhand zu Jessi mit kam und bei ihr geschlafen hab. Ein Hoch auf die eigene Wohnung *lach*
Am 21. September ist Langschläfer Shu dann um halb 9 aus dem Bett gefallen und mega Stolz gewesen. Frühaufsteher Jessi war schon eine Stunde wach...
Ich bin dann ab nach Hause, hab ein paar Dinge gemacht und dann geschlafen. Irgendwie war ich müde xD Aber ich hatte ja auch noch etwas vor! Am Abend gab es die Abschieds- udn Geburtstagsfeier von Shuhei. Shuhei ist jemand, den wir auf dem Gasshuku kennengelert haben und Kaisei war so nett, die Email bezüglich dieses Treffens auch an uns (Nami, Erik, Annika und mich) weiterzuleiten.
Wir haben uns um 18 Uhr mitten in Tokyo getroffen und wollten eigentlich auf den Tokyo Tower. Bei Nacht sieht der sicher sehr schön aus. Wir haben es nur nicht gemacht, denn es war Feiertag und halb Tokyo hatte die gleiche Idee wie wir gehabt! Darum ging es stattdessen Deutsch Essen dort in der Nähe. Sicherlich wegen uns drei Deutschen xD
Vorher wurde natürlich wieder ein obligatorisches Gruppenfoto gemacht.
H.v.l.n.r. Kousuke, Kaisei, Shuhei, Erik V.v.l.n.r. Mio, Yasu, Nami, Tekkan
Danach kehrten wir in eine Kneipe ein, aßen Deutsche Würstchen, Leberkäse, Brot udn Pommes udn tranken Franzsikaner Weißbier. Einige von den hartgesottenen Jungs waren dann auch schon sehr rot... Japaner eben *lach* Shuhei hat ein 1 Liter Bier bekommen. Dementsprechend wirkte es bei ihm. Nami und ich haben nix gemerkt. Man kommt sich da schon komisch vor, wenn Männer dir gegenüber sitzen und nach einem Bier betrunken sind, während mans selbst nach der gleichen Menge als Frau nichts merkt.
Naja.
Essen wurde typisch Japanisch geteilt. Also immer in die Mitte und jeder dann einen Klecks.
Danach ging es dann auf die Ginza und ab ins nächste Karaoke! Juchu, zwei Stunden singen. Es waren alle mit Freuden dabei xD
Am 9. September bezog ich erstmal mein Zimmer. Von Marikos Familie habe ich so viele Haushaltsdinge bekommen, dass ich einen extra Koffer brauchte, den die arme Mariko schleppen musste. Entschuldige!
Zuvor haben Yuka, Mariko und ich noch einen ziemlich fertig und zerknautscht aussehenden Chris vom Flughafen abgeholt, der im Flugzeug wohl nicht so gut geschlafen hat *lach* Eigentlich schade, dass es davon kein Foto gibt.
Auch wenn man sich als Besucher eigentlich ins "Gästebuch" eintragen muss, konnte Mariko einfach so rauf. Gott sei Dank! Ich bekam von Yutaro eine Einweisung ins Wohnheim - komplett auf Japanisch. Ja, so wurde mir auch die Funktion der Waschmaschine erklärt und ich habe es verstanden, man stelle sich vor. Aber er sprach auch ein sehr deutliches, klares Japanisch. ^^
Ich denke, Bilder sagen mehr als 1000 Wort, hier mein Zimmer:
...
Und meine Küche (damit Shimoda vor Neid erblasst!):
Am 10. September hatten wir unsere erste Orientation, bzw Einführungsveranstaltung. Annika und ich sind extra nach Hiyoshi gelatscht, um Chris den ersten Weg zur Uni zu zeigen. Jaja, das haben wir extra früh morgens gemacht! Wir kamen natürlich total in die Rushhour und es gab ein munteres Gruppenkuscheln.
Am Campus sind wir durch das schönere Tor gegangen, das ich dieses Mal nicht fotografiert habe, deswegen ein Bild aus dem Internet:
Osteingang, den ich am liebsten Mag (Mita-Campus)
Wir mussten dann erstmal unseren Raum finden und trafen auf dem Weg noch 2 Chinesinnen, wobei Katy aus Wales kommt, Ruby aus Hong Kong, und quatschten ein Weile. Bald stellten wir fest: Hups, wir stehen vorm falschen Gebäude! Gott sei Dank war noch Zeit, schnell ins richtige zu flitzen. Wobei es "schnell" nicht so ganz traf, denn wir fanden den Eingang erst nach mehreren Anläufen und waren dann auch im Hntereingang, sodass uns die offensichtlichen Schilder fehlten und wir den ersten und einzigen Japaner, der uns über den Weg lief, fragten. xD
Im Raum saßen wir dann mit ca. 200 weiteren Austauschstudenten und nach einer kleinen Einführung kam der dicke Brocken: "Bitte stellen Sie sich vor."
Und dann durften wir alle Uniweise auf die Bühne wackeln (eine Uni aus den USA schoss den Vogel mit 19 Studenten ab) und uns selbst vor allen vorstellen. Ich bin ja schon einiges gewohnt, aber vor 200 mir komplett unbekannten Studenten zu sprechen, war dann doch ein wenig seltsam.
Gott sei Dank kannte ich Jessi, die jetzt ihren Master an der Keio macht. Während meiner Vorstellung habe ich mich an ihrem freundlichn Gesicht festgehalten *lach* An dem Tag lernten wir auch David kennen, der an ihrer Uni ist (Düsseldorf) und mit Chris das gleiche Wohnheim teilt.
Als es nach dieser Einführung an die Vergabe der JASSO-Stipendien ging, stellten wir schnell fest: So "besonders" scheint es nicht zu sein, denn es verließen uns nur knapp ein Drittel der Studenten, die keines bekommen haben. Und von denen sind einige MEXT-Stipendiaten (130.000 Yen im Monat - Lebensunterhalt abgesichert). Einige Vermutungen wurden laut, dass die Uni noch Fördermittel aus deim Finanzspritzentopf bekommen hat und wir deswegen auch so viele Stipendiaten sind (die Hälfte bekam nämlich erst sehr kurz vor ihrem Aufenthalt die Nachricht...). Aber nichts Genaues weiß man nicht.
Danach wollten wir "noch schnell" unser japanisches Konto eröffnen, das wir für den Einzug der Miete brauchten. Aber so fix ging das gar nicht.
Als wir in die Bank kamen (mit Paul und Ian aus Amerika im Schlepptau), sahen wir uns mit einer Horde Ausländer konfrontiert, die irgendwie das Gleiche im Sinn hatten. Schließlich verlangt die Keio fix die Kopien eines Bank Books.
Nach kurzem Warten wurden wir von einer freundlichen jungen Frau in einen Raum gelotst (ja, wir, ganz wichtig!) und durften da mit ihrer Hilfe das Antragsformular ausfüllen. Was in Japan wohl sonst relativ fix geht, buchte mit 90 Minuten bei uns zu Buche... Okay, man muss dazu sagen: es wurde uns auf Japanisch erklärt, was da rein muss, was wir auch verstanden haben. Aber dann wollten sie eine Telefonnummer und wir hatten noch keine Handys... naja, dauerte eben...
Ich hoffe, Annika verzeiht: Von ihrer Kamera V.l.n.r.: David (Düsseldorf), ^_^, Paul (Amerika)
Am Abend gings danne cht geschafft, aber glücklich ins Bett.
Am 11. September fingen wir an, nervös zu werden, denn der Placement Test war am nächsten Tag (von wegen Wochenende, das war ein Samstag!!).
Anfangs gab es wieder mal Orientations (Nun weiß ich, was Franzi letztes Jahr meinte... die Dinger gibt es Zuhauf!). Und ein wenig Schmunzeln musste ich doch, als ich das meiste gesagt bekam, was ich am Abend zuvor in einer Infobroschüre gelesen habe, um mich vorzubereiten. Japan eben ^^
Wir saßen übriegns auf kleinen Stühlchen mit kleinen Tischchen vor uns. Auf einem Stuhl stand, dass der wohl für Menschen bis 1.73 m war. Wie Chris (fast 1.90 m) seine Beine da drunter gefaltet hat, war mir ein Rätsel.
Am Abend gabs dann unsere Welcome Party, zu der ich auch nach ein wenig Grammatik Wiederholen, hingegangen bin. Sie war in einer typisch japanischen Zeitspanne: von 19-22 Uhr. Obwohl, eigntlich was das ja etwas lang für typisch Japanisch *lach* Bemerkenswert waren die Schuhe vor dem Eingang...
Wiedergetroffen habe ich dort neben einigen bekannten Gesichtern auch Yutaro, der mich in mein Wohnheim hier eingewiesen hat. Man kann echt neidisch sein, wie gut sein Deutsch ist. Ok, er war auch ein Jahr da, aber trotzdem! Unterhalten haben wir uns zwar meist auf Japanisch, aber wenn es schwerer wurde und ich nur noch einen Haufen Fragezeichen in den Augen hatte, hat er es entweder auf Deutsch oder Englisch erklärt, je nachdem. Für das leibliche Wohl wurde auch gesorgt. Einige haben was mitgebracht (und nachher war viel über), es gab sogar Alkohol! Aber der japanische Alkohol... ich hab mir eine Dose Mischung gegönnt, das war kein Problem.
Bei den Japanern hatten wir dann die ganze Bandbreite. Am Anfang kochte Sakuto noch was für uns und Eri schaute zu. Nachher war sie allerdings ein wenig aus dem Rennen - Japaner vertragen kein Alkohol. Sakuto (Koch) war sehr gut drauf und Yutaro merkte man nix an. Was sagt uns das? Vorurteile stimmen nicht, oder trägt jeder Deutsche Lederhosen und isst nur Sauerkraut?
Am 12. September gabs den Placement Test.
Danach waren wir kaum noch zu gebrauchen, denn 3 Stunden Test (Grammatik - Hörverständnis - Text) haben uns dann doch ganz schön zu schaffen gemacht. Annika und ich belohnten uns mit einem Crêpe in Harajuku als Mittagessen, was von den Jungs (David, Chris) nicht grade gewürdigt wurde. Chriss bezeichnete das dann verächtlich als "Mädchenmittag".
Die Prachtstücke - yummi!
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Am 13. September.... Was hab ich da gemacht? Kein Plan! Ich sollte Zettel und Stift mit mir führen!
Ach so, ja! Annika und ich haben mit Marikos Hilfe ein Handy gekauft! Wir wussten immerhin, zu welchem Anbieter wir wollten. Aber einen Vertrag aushandeln auf Japanisch?! Nachdem Chris und David mit Paul, Ian und einigen anderen 7 Stunden (!!!) dort saßen, wollten wir uns das nicht geben und haben lieber noch ein Weilchen gewartet auf... den 13. xD
Wir bruachten 2 Stunden, inklusive eine halbe Stunde shoppen gehen, in der das Handy konfiguriert wurde. Nun muss ich das nur noch mit dem Gutschein hinkriegen, dann hab ich 5 Monate keine Grundgebühr :D
Belohnt haben wir uns dann mit einem Eis und Mariko hat uns dabei geholfen, mit dem Handy vertraut zu werden.
Am 5 . September sind wir (Mariko udn ich, Alex aus Halle, Franzi, die am 6. wieder nach Deutschland fliegt, Shino, Marikos beste Freundin, Ayumi, die ein Jahr in Halle studiert hat, und Florian udn Andre, zwei Deutsche, die wir in der Reitaku-Uni getroffen haben) nach Roppongi gefahren und haben dort "einen drauf gemacht".
Naja, okay, wir haben ein Oktoberfest besucht.
Genau, ein deutsches Oktoberfest in Japan. Oder wie Alex (Halle Uni) es so treffend beschrieben hat, nachdem sie etwas zu Essen bestellt hat:
"Ich bin als Deutsche in Japan auf einem Oktoberfest in Tokyo und bestelle auf Japanisch deutsches Essen."
Alex kauft sich überteuertes, deutsches Essen mit Ayumi.
Das war in etwa das Gefühl, das wir dort hatten. Als auf einer kleinen Bühne einige Japaner in Dirndl und Lederhosen anfingen, ein deutsches Lied zu singen und zu Jodeln, schauten wir nicht minder schlecht aus der Wäsche. Sowas erlebt man nicht alle Tage, deswegen ist es auch nicht schlecht, mal was Deutsches in Japan zu machen. Naja, eher etwas "was die Japaner denken" Deutsches. Und wir mussten Franzi ja auch langsam wieder auf etwas Deutsches einstimmen.
Der Weg von Yotsukaidou (neben Chiba, dort wohnt Mariko) ist ziemlich lang. Fast 90 Minuten kurvten wir in mit den Bahnen hin und her (und auf dem Rückweg stiegen wir prompt eine Haltestelle zu früh aus und wunderten uns, wo die Anschlusslinie denn ist).
Dann war es aber sehr leicht zu finden - immer der Nase nach! Und der Trupp bestehend aus 5 Deutschen und 3 Japanerinnen setzte sich in Bewegung. Ich denke, das war schon lustig anzusehen.
Hinten: Shino, Franzi, verdeckt: Namen vergessen T_T (reitaku), Florian (Reitaku) Vorne l.n.r.: Alex (Halle), Mariko, Ange
Als wir auf den "Wiesn" ankamen, sahen wir ein grosses Zelt mit sowas wie Bierbänken und vielen Japanern mit Halbliterkrügen Bier und einige Futter-Buden. So 4 oder 5 oder so. Wir haben uns erstmal gesetzt und dann wollte ich was Deutsches in Japan essen oder deutsches Bier trinken. Nachdem ich die Preise geshen hab, hab ich den Gedanken wieder verworfen.
V.l.n.r.: Alex, Florian, Mariko, Shino, Franzi
Auf dem Oktoberfest haben auch einige Freunde udn Kommilitonen von Mariko gearbeitet, zum Beisoiel Ryoichi, den ich auch kannte, weil er ein Jahr in Halle war. Er war ein Wurstverkäufer und das allein war irgendwie schon lustig anzusehen *lach*
Später haben wir ein bisschen Bier geschenkt bekommen (von wem sag ich nicht, das ist ein Geheimnis ^_~) und damit war eigentlich schon für das wichtigste gesorgt.
Gegen halb 7 verabschiedeten wir uns von dem "deutschen" Oktoberfest und ich darf mich damit rühmen, laut Alex von einem Fotografen mehrmals fotografiert und einmal in Grossaufnahme in seinem Fotoalbum zu sein. Vielleicht war er auch Reporter. Ich weiss es nicht, denn ich Nuss habs natürlich wieder nicht geblickt *lach*
V.l.n.r.: Mariko, ^_^, Shino
Dabei hat Franzi doch lange blonde Haare und das auch noch Original!
Am Abend sind wir dann in Chiba mit einigen Familienmitgleidern Marikos (Bruder von Papa udn dessen Frau, 2 Cousinen, eine mit ihrem Mann, Oma, Mama) chinesisch Essen gegangen. Das ist ein wenig anders als bei uns beim Chinesen. Vielleicht auch wieder ein wenig typisch Japanisch wieder.
Jeder bestellt sich etwas zu Essen. Das kommt dann in die Mitte des Tisches auf eine Drehplatte. Die kann man nicht umsonst drehen, denn jeder hat vor sich eine kleine Schale (und sein Trinken), in die er sich von den Tellern auf der grossen Drehscheibe etwas nimmt. Aber nicht wie in Deutschland alles auf einmal, sondern erst von dem einen Teller, das isst man dann auf, dann von einem anderen. Aufessen und so weiter. Ziemlich spassig!
Auch hier war Marikos Familie wieder sehr nett. Und sie haben mir Fragen gestellt und ich habe geantwortet und so weiter. Manchmal war es doch schwer, aber Kaori, eine von Marikos Cousinen, hat genau die richtigen Wörter gewählt, sodass ich sie gut verstanden habe. Mann, war ich stolz! Das kann ich schon sagen *lach*
Zum Schluss gab es nochmal das obligatorische Gruppenfoto und dann wurden wir alle verabschiedet. Marikos Familie auf Japanisch - ich auf Englisch. Wie immer.
Marikos Familie beim Chinesen. Namen konnte ich mir nicht alle merken. Hinten links Marikos Papa, Mariko, ^_^, ganz rechts unten: Marikos Mama. Rest: Onkel, Tanten, Cousinen, Oma.
Für nutzloses Hintergrundwissen aus meinem Alien-Leben hier: Bisher wurd ich immer, wenn ich Abends draussen untergwes war, von irgend einem Japaner auf Englisch angesprochen.
Hitlist der Saetze:
Do you want to drink?
How old are you?
Thank you!
Alles waren Männer im Alter meiner Eltern und... ich glaube, die waren auch alle angetrunken. Ach, sicherlich waren sie das!
Dann sind wir noch kurz zu einer Cousine nach Hause gefahren (allesamt) und haben dort ein Mitbringsel abgeliefert. Ein weiteres japanisches Haus von innen. Die sind wirklich alle kleiner als bei uns in Deutschland und haben viel mehr Zimmer als bei uns. Und die Türen sind kleiner. Mein Paps (1.75) kommt da noch durch, aber viel grösser sollte man nicht sein. Bei mir schauen sie ja auch schon nciht schlecht bei dem Abstand etwas mehr als eine Hand breit.
Was ich noch lernen muss: Welche Flosekeln man sagt, wenn man was macht.
Kleiner Auszug zur Verdeutlichung:
Ich komme "nach Hause" (also zu Mariko): Tadaima (=Ich bin wieder zu Hause, bzw: Ich bin da)
Antwort: Okaeri (Willkommen zurueck)
Eintritt bei Marikos Cousinen (=nicht mein eigenes Haus): Ojamashimasu (=Entschuldigen Sie die Stoerung)
Fragt man mich, ob ich was trinken moechte und ich lehne ab, sag ich nicht "iie" (=nein), sondern "daijoubu" (=es geht schon oder ist okay).
Das hab ich zwar alles schonmal irgendwie gesagt bekommen, aber da es noch mehr gibt, ist das in Deutschland mit dem deutschen Hintergrund eher verwirrend denn aufklärend.
Am 6. September haben wir am Morgen (nachdem wir zum wiederholten Male verschlafen haben und uns diesmal aber beeilen mussten - Wochende ist ja sonst vorbei!) alle restlichen Mitbringsel von Mariko an die Verwandtschaft übergeben und erstmal übersetzt, was das alles ist udn wie die Fertigsuppe denn geht.
Dabei kam ich mir ein bisschen wie eine lebende Attraktion vor. Und alle waren erstaunt, dass ich Japanisch lerne. Aber es gab niemanden, der glaubte, ich verstehe ihn nicht (anders als einem die Vorurteile weissmachen wollen), einige haben mir sogar einige Fragen gestellt. Die hab ich dann wirklich nicht verstanden, weil sie meistens sehr höflich waren udn ich diese Art der höflichen Sprache noch nicht so gut kann... Bitte etwas unhöflicher! >_< ^_^ und Marikos Cousine, deren Schwester grade ein Jahr in Kanada ist
Am Abend bekam ich noch Kinderbilder von Ryousuke und Mariko zu sehen. Das war einfach zu süß und da man das nicht in Worte fassen kann, gibt es hier ein Bild (mit freundlicher Genehmigung von Mariko und Co.).
Endsüß: Ryousuke (5) und Mariko (3)
Am 7. September haben wir Mahalo besucht, Marikos Cousine mit dem hawaianischen Namen. Er bedeutet Danke, denn die Famile reist gerne nach Hawaii und kam auch grade erst wieder aus dem Urlaub zurück, in dem die Kleine glatt einen Kilo zugenommen haben soll.
Begrüßt wurden wir von einem niedlichen kleinen Mädchen, das aus der Tür gehüpft kam und dann ziemlich schüchtern war. Auf dem Kopf trug sie ein kleines Prinzessinendiadem und ein lila Rock baumelte um ihrer Hüfte - ein Geschenk von Mariko aus Deutschland.
Bei Mahalo, v.l.n.r, vorne: Mama, ^_^, Mahalo, Mariko. Hinten: Junko und Ryousuke
Dann wurden die Geschenke verteilt, meins war auch dabei. Übrigens das einzige ganz in Deutscher Manier in Geschenkpapier eingewickelt. Die kleine fragte dann auch mit einem Stupser von Seiten der Mama brav, ob sie es öffnen dürfe. Übrigens der erste Satz an mich. Die deutsche Begrüßung und Vorstellung, die Mama, die in der Uni mal Deutsch gelernt hat, ihr beigebracht hat, kam ihr einfach nicht über die Lippen. Nur grooooße Augen und Staunen. Tja, ein blonder, weißer Mensch macht Eindruck *lach*
Die CD wurde dann auch sogleich eingelegt, Ryousuke und Junko spielten mit Mahalo mit allem, was ihr Spielzimmer zu bieten hatte (auch mit dem Zauberstab!). Um das Haus genauer zu beschreiben: Es ist modern, aber es gibt immer noch traditionelle Merkmale. So wurde das Tatami-Zimmer mit den bewegbaren Papierwänden in die wohnküche integriert, und als der Besuch kam, war es offen. Dieses Tatamizimmer fungierte gleichzeitig als Spielzimmer für die Kleine mit lauter Kisten, in dem ihr Spielzeug war.
Man merkt, dass Ryousuke mal Kindergärtner werden wollte, oder?
Übrigens, ich hab dort zum ersten Mal richtig japanisches Mochi gegessen. Allerdings mochte ich die Konsistenz nicht sooo gerne, sorry an die japanische Süßigkeit *verbeug*
Am Abend ging es dann zum Okonomiyaki und Monjayaki Essen. Das sind Gemüsepfannkuchen und falls sich jetzt jemand denkt, ich bin dort verhungert, der irrt sich, denn es war mein Wunsch *lach* Man mischt nicht nur Salat, sondern auch eine Soße zusammen mit diversen Zutaten (auch Fleisch oder eben auch nicht, Krabben oder nicht, wie man will, ist ziemlich frei) udn brät das dann an. Beim Okonomiyaki alles zusammen zu einem Pfannkuchen und dann teilt man es für alle Anwesenden auf (hier kommt wieder das japanische Prinzip des "Alle-essen-von-jedem-etwas" zum Vorschein). Beim Monjayaki brät man zuerst die festen Zutaten an, dann formt man einen Kreis und gießt die Soße hinein. Hat man gut gearbeitet, tritt nichts aus. Einen längeren Eintrag dazu liest man jedoch schon in einem Eintrag aus meinem Kurztrip nach Japan, deswegen wird auf eine längere Erklärung hier verzichtet.
Ryousuke war übrigens der Chefkoch, Mama, Papa udn Oma schauten nur zu. Ich natürlich auch. Mariko griff ab udn an mal ein, ansonsten war Chef Ryousuke zuständig. Einmal durfte ich Okonomiyaki-Fladen wenden und war stolz wie Oskar, als es klappte! Juchu!
Kurz vorm Okonomiyaki machen. Der Inhaber (?) machte das Foto.
Unsere heimelige Feier wurde leider von einer monsrösen Kakerlake (in Marikos Augen) unterbrochen, die es sich überlegte, eine Abkürzung zum Essen über ihren Arm zu nehmen. das war aber dumm, denn da das Vieh echt eklig war, schubste Mariko es lautstark on ihrem Arm, sodass es nur so über die heiße, ölige Platte flutsche, auf dem Rücken liegen blieb und... starb... Während Mariko sich an meinem Arm festhiel (naja, nicht ganz, aber fast) und ich sie mit den Worten "Keine Angst, das ist heiß, sie stirbt gleich, sie stirbt gleich" zu beruhigen versuchte, griff der Besitzer (?) des Restaurants beherzt mit einem Taschentuch ein udn entfernte es. Wir durften uns auf den Schrecken natürlich umsetzen und bekamen einmal Essen gratis - natürlich mit tausenden Entschuldigungen. Unser neues Zimmer war übrigens für mich cooler, für Marikos Oma, die mit ihren 80 Jahren schon Probleme mit ihren Gelenken hat, leider nicht so...
Nach dem Umzug: Ein (hoffentlich) kakerlakenfreies Plätzchen.
Am Abend nach der Rückkehr gabs dann deutschen Pudding, der aber - trotz dem ich mehr Löffel Zucker hineingetan habe als draufsteht (doppelt so viel) - den Japanern immer noch nicht süß genug war xD Das zeigt, wie hoch der Zuckergehalt in vielen Speisen ist. Oder anderer Süßstoffe, denn einiges ist meiner Meinung nach doch arg künstlich. In diesem Sinne: Finger weg von Fanta Grape oder sonstigen Grape-Produnkten! Auch wenn Alex mir da wohl widersprechen würde *lach*
Beim Pudding machen (Erdbeer und Vanillie)
Ryousuke hat sich zuvor mit den Worten "Ich leg mich mal hin" auf das Sofa gelegt und schlief dann so fest, dass ihn wohl nicht mal mehr ein Erdbeben oder eine Bombe direkt neben seinem Kopf hochbekommen hätte. Wir haben es versucht, aber keine Chance. Japaner haben echt einen gesunden Schlaf.
Mariko fand meinen Kommentar so lustig: Der schläft wie ein Toter!
Am 8. September gings shoppen mit Ayumi "Ange", Fukumi, Mariko und Yuka, die für Chiaki, die am 13 Geburtstag hat, ein Geschenk kaufen wollten. Und Chiaki mag Hello Kitty - wie ich! Und dann haben wir im "Lala Point", ein riesen, riesen, RIESEN Kaufhauskomplex mit unzähligen Geschäften und Restaurants ein Hello Kitty Geschäft aufgesucht. Dort wurden sie dann auch fündig. Und ich auch. Ein Kalender musste sein - als ob ich noch nicht genügend Hello Kitty Dinge hätte!
Und es wurde Pruikura gemacht. Das durfe natürlich nicht fehlen. ^^
Yuka übernachtete, da wir alle am nächsten Tag einen total geschafften, blassen, fertig aussehenden Chris am Flughafen abholen wollten. (Hihi) Shino kam auch noch zu Besuch, um mich zu verabschieden, wie ich das verstanden habe (danke!!!) und schrieb mir dann im Laufe des Abends ihre Kontaktdaten (bestehend aus Name, Handynr. udn Handymail) auf, mit der Bitte, mich unbedingt zu melden, wenn ich eins habe. Das wird natürlich sofort gemacht ^^y
Und dann bog Ryousuke auf einmal um die Ecke, stellte eine hübsche Geschenk-Tüte mit dem Sticker "especially for you" auf den Tisch und ich war baff. Durfte es aufmachen und zauberte - eine große Hello Kitty Tasse hervor! Oh, hab ich mich gefreut!! Vor allem da sie mit Erdbeeren bestückt war, Hello Kitty und Erdbeeren, genau das richtige *lach*
Und das war auch noch nicht alles, denn Marikos Mama überreichte mir ein Paket. Da war ich dann verwirrt. Paket? Sowas Großes? Für mich?! Als ich es aufmachte, entdeckte ich alles Lebensnotwendige für meine Wohnung: Messer, Gabel und Löffel, Essen, Teller, Geschirrtuch, Spüli, Schwämme... und eine selbstgemachte Stäbchen-Tasche. Die nutzt man zB für Lunch das man irgendwo mit hinnimmt ^^ Und von Papa hab ich noch eine Taschenlampe bekommen. Die ist wichtig bei Erdbeben, wenn der Strom ausfällt und sollte sich in jedem japanischen Haushalt befinden. ^^
Damit neigte sich dann auch meine Zeit bei Mariko dem Ende zu und ich wurde ein wenig wehmütg, als wir alle drei (Mariko, Yuka und ich) im Tatamizimmer auf unseren Futons lagen. Ich will auf jeden Fall wiederkommen, denn in Marikos Famielie ist so nett, die kann man nur lieb haben ^__^